Papst-Nachfolge: Ein Kandidat war im Konklave schon vor Franziskus platziert
VonPatrick Mayer
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In der Nachfolgefrage von Papst Franziskus rückt der italienische Bischof von Mailand, Angelo Scola, ins Zentrum der Spekulationen.
Vatikanstadt – Papst Franziskus ist am 21. April 2025 an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben. Fünf Kardinäle sollen die Favoriten auf die Papst-Nachfolge sein. Während des Konklaves in Rom wird der neue Papst von den anwesenden Kardinälen gewählt – Bischof Angelo Scola könnte es im zweiten Versuch zum Pontifex auserkoren werden.
Papstwahl im Vatikan: Angelo Scola wird als Nachfolger von Papst Franziskus gehandelt
Den italienischen Kardinal Pierbattista Pizzaballa, ursprünglich ein Top-Favorit, wähnen einige Experten mittlerweile nicht mehr in der engeren Auswahl. Auch die deutschen Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Reinhard Marx sind beim Konklave vertreten, aber wohl eher chancenlos bei der Papst-Wahl – auch wenn die BBC Müller zum engeren Favoritenkreis zählt.
Ein anderer Italiener soll derweil gute Chancen bei der anstehenden Papstwahl haben: Der Mailänder Kardinal Angelo Scola, der bereits 83 Jahre alt ist. Er galt lange als ein Vertrauter von Papst Franziskus und ließ diesen im letzten Konklave 2013 wohl zumindest zwischenzeitlich hinter sich, ehe der Argentinier zum Papst bestimmt wurde.
Konklave im Vatikan: Angelo Scola lag einmal vor Papst Franziskus
Das Portal domradio.de verweist in einem Bericht auf das Buch „The Election of Pope Francis“ (Deutsch: Die Wahl von Papst Franziskus) des irischen Vatikan-Experten Gerard O‘Connell. Demzufolge soll der seinerzeit von italienischen Medien favorisierte Scola bei der Papstwahl 2013 anfangs mit 30 Stimmen vorne gelegen haben. Kardinal Jorge Mario Bergoglio, der spätere Papst Franziskus, habe im ersten Wahlgang indes 26 Stimmen bekommen. Im zweiten Wahlgang habe Bergoglio Scola dann überholt und die Papstwahl am 13. März 2013 letztlich im fünften Wahlgang für sich entschieden.
115 Kardinäle aus aller Welt sind bei der Papstwahl in der Vatikanstadt mitten in Rom dabei. „Ich glaube, dass nicht wenige Kardinäle gut damit hätten leben können, wenn Scola Papst geworden wäre“, schilderte der deutsche Erzbischof Georg Gänswein im März 2023 in der italienischen Zeitung Corriere della Sera. Sie hätten „nicht nur in äußerer, sondern auch in innerer Übereinstimmung“ mit Scola als Papst gelebt. Scola war von 2011 bis 2017 Erzbischof in Mailand.
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Papstwahl im Vatikan: Angelo Scola ist beim Konklave ein möglicher Kandidat
Der deutsche Papst Benedikt XVI. hatte Scola am 28. Juni 2011 zum Erzbischof erhoben, nachdem ihn der polnische Papst Johannes Paul II. am 5. Januar 2002 zum Patriarchen von Venedig bestimmt hatte und ihn am 21. Oktober 2003 als Kardinalpriester in das Kardinalskollegium berufen hatte. Im Juli 2017 war der im lombardischen Mailand geborene Scola altersbedingt vom Amt des Erzbischofs seiner Heimatstadt zurückgetreten. Deshalb könnte er mit schon 83 Jahren auch bei der aktuellen Papstwahl manchem als zu alt erscheinen.