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Sommer, Sonne, Österreich: Die Prognose für die Sommersaison in Österreich ist mehr als vielversprechend. Aber ein Problem dürfte auf das Alpenland zukommen.
Wien – Österreich ist beliebter denn je. Mit seiner bergigen Landschaft und wunderschönen Seen ist das Land mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Dieses Jahr könnte die Kapazität für den Tourismus allerdings an seine Grenzen stoßen. Ungebremster Tourismus droht, kommende Sommersaison nämlich für ordentlich Chaos zu sorgen.
Wie österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, haben sich laut der Prognose der Tourismus-Marketingorganisation Österreich Werbung (ÖW) bereits 11 Millionen Menschen für einen Urlaub in Österreich entschieden, das sind zwei Millionen Menschen mehr als im Vorjahreszeitraum. Doch der ungebremster Tourismus könnte nicht nur die Kassen füllen, sondern auch zu echten Problemen führen.
Tourismus in Österreich boomt: Österreich ist weiterhin eines der Top-Urlaubsziele in Europa
„Nach einer sehr guten Wintersaison und einer im Vorjahr extrem guten Sommersaison mit 80,93 Millionen Nächtigungen und 25,7 Millionen Ankünften sehen wir, dass Österreich auch 2024 bei den Topdestinationen in allen unseren Kernmärkten sein wird“, erklärt die Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler in einer Pressekonferenz anlässlich des Österreichischen Tourismustags 2024.
In allen Unterkunftsarten verzeichnet Österreich bei den internationalen Übernachtungen bereits 2022 ein Plus von 96 Prozent, wie aus den Österreichischen und internationalen Tourismus und Freizeitdaten hervorgeht. Österreich ist zwar bei den Deutschen hoch im Kurs, allerdings ist das beliebteste Urlaubsziel derzeit Skandinavien.
Der Tourismus dürfte sich in der kommenden Sommersaison womöglich vermehrt auf Camping und Ferienwohnungen konzentrieren, berichtet Rober Seeber, Vorsitzender der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Obwohl Bayern ein beliebtes Urlaubsziel in Deutschland ist, ziehen scheinbar viele den Aufenthalt in der Nord- und Ostsee vor.
Beliebtes Urlaubsziel: Österreich wird im Sommer wohl mit massiver Personalknappheit zu kämpfen haben
So gut die Tourismus-Prognose für Österreich auch ist, ringt das Land mit einem Personalmangel. „Konkret fehlen uns an die 20.000 Arbeitskräfte im Tourismus“, berichtet Branchenexperte Seeber der APA. Demnach würden auch die besten Tourismus-Angebote ins Leere laufen, wenn keine Arbeitskräfte gefunden werden.
In Österreich sind demnach etwa 313.000 Vollzeitbeschäftigte im Tourismus tätig, ergänzt durch rund 330.000 Beschäftigte in der Freizeitwirtschaft. Insgesamt arbeiten somit 16 Prozent der Bevölkerung in dieser Branche, die 13 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Auch Deutschland hat mit einem massiven Fachkräftemangel zu kämpfen. Die Arbeitsagentur will nun 25.000 Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. (cg)
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