VonAndreas Knoblochschließen
Manchmal sollte man aufpassen, wo man hintritt. Vor allem an der Nord- und Ostseeküste, wo durchaus ein giftiges Tier mit süßen Namen vorkommt.
Bremen - Im deutschsprachigen Raum Europas sind vor allem gerade die Wölfe oder Braunbären das Gesprächsthema. Nachdem ein Braunbär in Südtirol einen Jogger attackiert hatte, wurde immer häufiger von Sichtungen geredet, vor allem in Süddeutschland, Österreich und eben Norditalien. In Norddeutschland gibt es allerdings eher die Wölfe, die ihr Unwesen treiben, wie beispielsweise in Ostfriesland, als ein Wolf mehrere Pferde „lebendig angefressen“ hat.
Solche optisch brutalen Verletzungen kann ein kleines, süßes Tier, welches vermeintlich harmlos aussieht und an der Nord- und Ostseeküste lebt, nicht liefern. Es zählt dennoch zu den gefährlichsten Tieren Deutschlands, weil es enorm giftig ist. Meistens sind nur die Augen sichtbar, während sich der Fisch im knöchelhohen Wasser im Sand und Schlamm vergräbt: Es handelt sich um das Petermännchen. Furchteinflößend klingt der Name nicht, doch es ist Vorsicht geboten. Der Schein trügt, ähnlich wie beim Helmkasuar oder der Kegelschnecke, wie tz.de berichtet.
Petermännchen an der Nord- und Ostseeküste: Eines der „gefährlichsten europäischen Gifftiere“
Maximal 50 Zentimeter wird der Fisch groß und hat „Drüsenpakete am Dorn des Kiemendeckels bzw. an den Knochenstrahlen der vorderen Rückenflosse“. Laut der Website der Giftzentrale Bonn gehört das Tier zu „den gefährlichsten europäischen Gifttieren“. Bei einem Stich durch das Gift sind schlimme Schmerzen die Folge, Schwellungen und Blasen bilden sich, auch benachbarte Körperregionen können betroffen sein, dazu ist die Wunde nach 24 Stunden taub und gefühllos.
Doch nicht nur der äußere Schmerz, sondern auch Brechreiz, Kreislaufkollaps, Herzrhythmusstörungen, Schwäche oder erhöhte Temperatur sind möglich. In einem Bericht vom NDR aus dem Jahr 2021, in dem das Petermännchen auch als „Kreuzotter des Meeres“ bezeichnet wird, ist von 30 bis 40 Menschen jährlich die Rede, die gestochen werden. Als wichtigste Maßnahme wird die Entfernung der Stachel und die Desinfizierung geraten.
Professor über Petermännchen: „Es gibt kein Gegengift“
Prof. Dr. Andreas Schaper vom Giftinformationszentrum-Nord sagte im August 2022 bei Volle Kanne auf ZDF: „Es gibt kein Gegengift, man muss die Patienten eine längere Zeit, mitunter Wochen und Monate mit sehr, sehr starken Schmerzmitteln behandeln.“ Jedoch empfiehlt auch er die „Temperaturschockmethode, wie zum Beispiel mit der Glut einer Zigarette, aber Verbrennungen sollten vermieden werden“. Dosierte Hitze, gefolgt von einem Eisbeutel: „Dieser Schock scheint zu helfen“.
Es helfen vor allem Badeschuhe, wenn jemand kein Risiko eingehen will. Apropos Füße: Die des Blaufußtölpels schauen aberwitzig aus, der tropische Meeresvogel nutzt sie sogar, um Weibchen herumzubekommen. (ank)
