VonRichard Stroblschließen
Italien unter Schock. Ein großer Brand in einem Seniorenheim für Ehepartner kostete am Freitag sechs Menschenleben – 81 Personen wurden verletzt.
Mailand – Ein großer Brand in Mailand sorgt am Freitag (7. Juli) für Entsetzen in Italien. Bei dem Brand in einem Seniorenheim für Ehepartner kamen sechs Personen ums Leben – 81 wurden verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht. Zwei von diesen Personen befinden sich nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in sehr ernstem Zustand. Der Feuerwehreinsatz dauerte noch am Morgen an.
Das Feuer brach gegen 1.20 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Erdgeschoss einer Seniorenresidenz im Mailänder Stadtteil Corvetto aus, wie die italienische La Stampa berichtet. Dem Bericht nach starben die beiden Frauen, die den Raum bewohnten, in dem das Feuer ausbrach. Sie waren 69 und 87 Jahre alt. Zudem sollen drei weitere Frauen im Alter von 75, 84 und 85 Jahren sowie ein 73-jähriger Mann an den Folgen der starken Rauchentwicklung gestorben sein.
Feuer in Mailänder Seniorenwohnheim: Sechs Tote, 81 Verletzte
81 weitere Patienten wurden die ganze Nacht hinweg mit 118 Krankenwägen in 15 verschiedene Notaufnahmen in Mailand transportiert. Offenbar zeigten alle Anzeichen einer Rauchvergiftung.
Mittlerweile ist der Brand unter Kontrolle. Die Ursache ist aktuell noch nicht geklärt. Es handelt sich aber offenbar um einen Unfall.
Giuseppe Sala, Bürgermeister von Mailand, sprach mit Bezug auf die Menschen in den Krankenhäusern von einer „heiklen Situation“ und von einem „hohen Tribut“ im Bezug auf die Toten. Dennoch hätte es auch schlimmer kommen können, so der Bürgermeister. Man habe sehr früh eingegriffen und den Brand bekämpfen können. Aber: „Ein Brand in einem 15 Quadratmeter großen Raum entwickelt sich sehr schnell“, so Sala. Das Gebäude sei vollständig evakuiert worden. Alle Bewohner werden in andere Unterkünfte verlegt.
„Heute sah ich die Hölle“: Augenzeugin berichtet von Mailänder Brand in Seniorenunterkunft
Die Feuerwehr griff mit vier Teams ein: „Der Flur war voller Rauch und Flammen, die aus einem Raum drangen. Einerseits konzentrierten wir uns darauf, die Flammen zu löschen, andererseits versuchten wir, möglichst viele Menschen in Sicherheit zu bringen. Ein komplizierter Kontext, der durch die mangelnde Sicht aufgrund des Rauchs und die Tatsache, dass es sich um teilweise nicht gehfähige Gäste handelt, entstand“, so der Kommandant der Mailänder Feuerwehr, Nicola Miceli zur La Stampa.
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„Heute Abend sah ich die Hölle, aber der Katastrophenschutz war großartig“, sagte eine Anwohnerin und Augenzeugin der Zeitung. „Nach dem Eintreffen der Feuerwehrleute wurden wir auf den Rauch aufmerksam“, fügt sie hinzu, „wir sahen von den Fenstern aus, wie die älteren Menschen ihre Gesichter mit nassen Lappen schützten, dann wurden sie herausgelassen, einige im Rollstuhl, einige mit einer Gehhilfe“.
Erst im Mai erschütterte eine große Explosion Mailand. (rjs)
