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Ein Video zeigt eine Klebe-Aktion der „Letzten Generation“. Darauf zu sehen sind Autofahrer, die die Klima-Aktivisten anschreien und mit Gewalt von der Straße zerren.
Wien/München – Im Straßenverkehr sind sie von den meisten Autofahrern nicht gern gesehen. Die Rede ist von den Aktivisten der Gruppierung „Letzte Generation“, die sich an die Straße kleben. In vielen deutschen Städten haben die Aktivisten ihre Klebe-Aktionen bereits zum Besten gegeben. Die Folge sind genervte Autofahrer und Staus. Und auch die Hauptstadt Österreichs ist von den Aktionen regelmäßig betroffen. Die Nerven der Verkehrsteilnehmer liegen blank, was zu explosiven Situationen führt. Ein Video zeigt, wie die Autofahrer die Aktivisten anschreien, beleidigen und mit Gewalt von der Straße zerren.
Letzte Generation in Wien: Autofahrer gehen auf Klima-Aktivisten los
Ein Video vom 20. Februar, das auf YouTube veröffentlicht wurde, zeigt Aufnahmen einer Klebe-Aktion in Wien. Darauf sieht man die Reaktionen der Autofahrer deutlich. „Deppert! Deppert, ihr seid deppert!“, schreit ein Mann lauthals aus einem Auto. „Ich muss Medikamente für mein Kind kaufen, du Arschloch!“ An einem Zebrastreifen sitzen die Aktivisten, vor ihnen eine Reihe Autos, die nicht weiter fahren können. „Ich muss zum Krankenhaus! Ich muss zum Arzt!“, schreit eine Frau und rennt auf die Aktivisten zu.
💚 Am Praterstern haben sich mehrere Architekt:innen hinter uns gestellt. Immer mehr Menschen aus der Mitte der Gesellschaft haben den Ernst der Lage schon längst verstanden. Wann versteht es die Regierung? pic.twitter.com/iFk9KlijGf
— Letzte Generation Österreich (@letztegenAT) February 20, 2023
Offenbar wollte sie einen von ihnen packen und von der Straße zerren, doch das erledigte bereits ein anderer Mann. Die Aktivisten der „Letzten Generation“ wurden von mehreren Personen von der Straße gezerrt. Immer noch hört man die wütenden Autofahrer, die herumschreien. „Geh scheißen! Ihr habt keine Arbeit, nur die anderen haben Arbeit heute!“ Die Autofahrer versuchen sich offenbar selber zu helfen und ziehen die Aktivisten energisch von der Straße. Im Auto sitzen zu bleiben und auf die Polizei zu warten, scheint wohl keine Lösung für sie zu sein. In dem Video hört man im Hintergrund eine Frau laut vor Wut schreien.
Letzte Generation klebt sich fest: Polizei reagiert trotz „sehr gefährlicher“ Situation nicht
Der Grund für die erneuten Straßenblockaden sei die fehlende Reaktion der Politik „auf die Forderung nach Tempo 100 und einem Stopp neuer Öl- und Gasbohrungen“, wie die „Letzte Generation Österreich“ in einer Pressemitteilung an die Bundesregierung schrieb. Die Polizei konnte die Situation lösen. Offenbar wurde niemand verletzt.
Parallel lief eine weitere Aktion auf einer Schildbrücke auf der Autobahn. Vier Mitglieder der „Letzten Generation“ kletterten nach oben und entrollten ein Banner. „Es ist sehr gefährlich“, erzählte eine Aktivistin dem Standard. „Der Verkehr donnert weiter, die Brücke wackelt.“ Die „Letzte Generation“ Österreich beschuldigte die Polizei auf Twitter, die Aktivisten auf der Brücke bewusst zurückgelassen haben. Die Polizei verwies darauf, dass die Aktivisten den Straßenverkehr nicht blockierten. Daher verzichteten die Beamten darauf, den Klebstoff zu lösen, berichtete puls24.at. Nach sechs Stunden waren alle vier Aktivisten wieder auf dem Boden. (vk)
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