Vor allem Großstädte betroffen

Schlägereien häufen sich: Verband fordert mehr Polizeipräsenz in Freibädern

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Auseinandersetzungen in Freibädern häufen sich in den Sommermonaten. Aggression und Respektlosigkeit nehmen offenbar zu.

München – Der Anlass ist meist gering. Doch dann schaukelt sich die Situation im Schwimmbad hoch – und die Polizei muss einschreiten. Zuletzt häufen sich insbesondere Vorfälle in Freibädern. Anfang Juni kam es in einem Berliner Freibad wieder zu einer Massenschlägerei. Rund 20 Jugendliche waren daran beteiligt.

Auch am Montag (19. Juni) und am Mittwoch (21. Juni) musste die Polizei wegen Auseinandersetzungen in der Hauptstadt einschreiten. Am Wochenende war es in einem Mannheimer Freibad zu Tumulten gekommen, die mehrere Verletzte nach sich zogen. Angesichts der Entwicklung stehen Konsequenzen in Aussicht.

Am Mittwoch räumte die Polizei ein Schwimmbad in Berlin. Hintergrund war eine Schlägerei.

Schlägereien in Freibädern: „Probleme“ zunehmend in Großstädten

Strengere Einlasskontrollen für Schwimmbäder hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) für erforderlich. „Diese sollten von privaten Sicherheitsunternehmen unterstützt werden, um das Hausrecht von Beginn an deutlich zu machen“, sagte der Bundesvorsitzende Jochen Kopelke gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister sprach sich für mehr Unterstützung durch die Polizei aus. Diese sollte auf Streifenfahrten auch in Bädern vorbeischauen, um so das Signal zu senden: „Auch hier gelten Recht und Gesetz“. Das sagte Präsident Peter Harzheim der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Wir erleben zunehmend Aggression und Respektlosigkeit in den Bädern“, beklagte er. Insbesondere Kolleginnen seien betroffen und würden zum Teil auch bedroht.

„Die Probleme konzentrieren sich sehr stark auf Bäder in Großstädten“, erklärte Harzheim, „Freibäder sind Orte, an denen viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen.“ Diese Bedingung berge Potenzial für Stress, der sich dann beispielsweise in Massenschlägereien äußere.

Freibad-Schlägereien in deutschen Städten: Was war passiert?

  • Sommerbad Neukölln am Columbiadamm: Am Mittwoch räumte die Polizei nach einer Auseinandersetzung das Freibad, wie ein Reporter der Deutschen Presseagentur (dpa) berichtete. Gegen 19 Uhr erschienen mehrere Dutzend Polizisten. Die Beamten verwiesen auf Nachfrage auf die Leitung des Schwimmbades, die das Hausrecht habe. Diese habe die Schließung angeordnet. Auf oder an der Rutsche hätten sich einige Jugendliche nicht benommen. Es sei zu einer Schlägerei gekommen. Wachleute, die die Polizei unterstützten, ergänzten: „Geräumt wird wegen einer Schlägerei an der Rutsche.“ Eine halbe Stunde nach dem Erscheinen der Polizei war das Freibad leer und schloss.
  • Freibad in Pankow: Am Montag war dort ein Streit zwischen zwei Schwimmmeistern und zwei Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren eskaliert. Als vier Sicherheitsmitarbeiter hinzugekommen seien, soll eine Gruppe von 30 Jugendlichen herbeigeeilt sein. Die Situation eskalierte schließlich. Es flogen Fäuste. Ein Großteil der Gruppe flüchtete, bevor die Polizei eintraf. Gegen zwei Jugendliche wird wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Die Bäder-Betriebe sprechen insgesamt von Einzelfällen – angesichts der vielen Bäder und Öffnungstage in einem langen Sommer mit Millionen Besuchern. In den vergangenen fünf Jahren wurden in allen Bädern der Hauptstadt fast 1300 Hausverbote ausgesprochen.

„Streifen am Beckenrand wird es nicht geben“ - Polizei setzt auf andere Maßnahmen gegen Schlägereien im Freibad

Aus Sicht des GdP-Bundesvorsitzenden Kopelke müssten Hausverbote in einer empfindlichen Länge schnell und niederschwellig verhängt werden können. „Zudem dürfte eine Videoüberwachung für weitere Abschreckung sorgen“, sagte er. Betreiber müssten gemeinsame Konzepte mit der Polizei und den Rettungsdiensten abstimmen. „Die Polizei wird dabei unterstützen, Streifen am Beckenrand wird es jedoch nicht geben.“

Indes kam es in Bayern zu einem Unfall in einem Schwimmbad. Ein Mann pralle mit seinen Knien gegen den Kopf eines Mädchens. Das Kind wurde schwer verletzt. (mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Andreas Rabenstein/dpa

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