VonPatrick Mayerschließen
Wie bei vielen anderen Lebensmitteln steigen in Deutschland auch die Preise für Döner in der Gastronomie. Die Ampel-Bundesregierung äußert sich bei Instagram. Und ein Verbraucherexperte ordnet ein.
München/Berlin - Unter Verbrauchern ist es ein großes Thema in Deutschland: Die Preise für Döner steigen vielerorts. Ob im Brot oder in der Box. Freilich gilt das auch für die naheliegenden Speisen wie Yufka oder Dürüm.
Döner-Preise in Deutschland: Für einen Kebap muss man immer mehr ausgeben
Dabei ist das Gericht für viele Menschen hierzulande eine ideale Mahlzeit für zwischendurch oder als (bislang) kostengünstiges Mittagessen. Um das zu verifizieren, muss man sich nur auf den Einkaufsmeilen zwischen Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München und Leipzig umschauen. Entsprechend groß ist die Auswirkung auf den Geldbeutel, wenn die Preise steigen und weiter am Dönerstand konsumiert wird.
Das hat bei Social Media und im Netz nun zu einer regelrechten Protestwelle gegen die steigenden Dönerpreise in Deutschland geführt. Ein Berliner SPD-Kreisverband hat sogar eine Dönerpreisbremse gefordert. Sogar die Ampel-Bundesregierung aus SPD, FDP und Grünen hat nach etlichen Nachfragen zu den Preiserhöhungen bei Dönern mit einem Beitrag auf Instagram reagiert.
„Warum ist der Döner so teuer geworden? Viele von euch haben uns Direktnachrichten geschickt, in denen es um günstigere Döner -Preise ging. Warum sich der Preis überhaupt erhöht hat – und was die Politik angesichts steigender Preise (nicht nur beim Döner) tun kann, haben wir für euch zusammengefasst“, heißt es in dem Posting auf dem offiziellen Account des Kabinetts von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).
Döner-Preise in Deutschland: Kosten für Verkäufer und Verbraucher steigen
In dem Social-Media-Post wird auf den Verbraucherpreisindex verwiesen, der sich 2022 im Vergleich zu 2021 um 13,4 Prozent erhöht habe. Heißt: Die Kosten für Lebensmittel wie Brot, Gemüse, Falafel oder Fleisch sind deutlich gestiegen und müssen von den Verkäufern freilich umgerechnet sowie im Preis berücksichtigt werden.
Vor allem die Energiekosten seien in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine gestiegen, erklärt die Bundesregierung in ihrem Instagram-Beitrag weiter.
Die Bundesregierung helfe mit den Energiepreisbremsen auch kleinen Unternehmen, wird erklärt: „Wie dem Dönerhändler. Ob der Döner dadurch günstiger wird? Das lässt sich noch nicht sicher sagen. Aber: Die Entlastungspakete unterstützen euch alle in Zeiten steigender Preise.“
Demnach auch beim Kebap - der offenbar viele beschäftigt. Unter dem Posting der Bundesregierung wurde bei Social Media eifrig diskutiert - mit teils verbesserungswürdiger Rechtschreibung. „Dönerpreisbremse wäre schon stramm“, schrieb etwa ein User. „Olaf, mach Döner billiger“, war da zu lesen. Oder: „Man muss auch nicht jeden Tag Döner essen.“ Eine Nutzerin kommentierte: „Mein Sohn kam zu mir und meinte, ich müsse sein Taschengeld an die Inflation anpassen. Döner zu teuer.“ Dass die steigenden Preise gerechtfertigt sind, glaubt neben der Ampel-Koalition indes auch ein Verbraucherexperte.
Döner-Preise in Deutschland: Sind sechs Euro für einen Kebap gerechtfertigt?
RTL-Fachmann Rob Perduss rechnet anhand eines konkreten Beispiels vor, dass ein Dönerverkäufer für die Zutaten eines gezeigten Kebaps 3,01 Euro bezahlt haben muss. Beim Kauf der Mahlzeit werden von besagtem Imbiss indes 5,90 Euro vom Kunden verlangt.
In der Gastronomie würde in der Regel sogar mit dem Faktor drei gerechnet, erklärt Perduss, „um auch die anderen Kosten noch abzudecken. Sprich Personal, Strom, Gas, die Miete für den Laden. Und wenn ich jetzt hier den Faktor drei nehmen würde, müsste der Döner eigentlich 9 Euro kosten. Wir haben 5,90 Euro gezahlt. Man sieht, dass es sehr knapp kalkuliert ist“. (pm)
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