VonAndreas Knoblochschließen
Kroatien, ein Land für Billig-Urlauber und ein Geheimtipp? Nicht mehr ganz. Ein Tourist wollte es jetzt genau wissen, und hat Preise verglichen.
Split – Lange Zeit galt Kroatien als ein verborgenes Juwel für Reisende. Viele Deutsche machten sich auf den Weg über die A8 nach Salzburg und weiter über Villach zur Adriaküste des Landes. Doch inzwischen empfinden viele Stammgäste Kroatien als zu kostspielig. Die Umstellung auf den Euro hat dazu geführt, dass Touristen tiefer in die Tasche greifen müssen. Aber ist der Kroatien-Aufenthalt eine Abzocke? Diese Frage stellte sich ein Europäer und verglich die Preise – sein Urteil ist eindeutig.
Kroatien-Abzocke an der Adria-Küste? Tourist macht den Preisvergleich vor Ort in Split
In letzter Zeit gab es vermehrt verärgerte Urlauber. Der Preis für drei Aperol in Rovinj war so hoch, dass selbst Münchner staunten. Auch eine irreführende Speisekarte sorgte für Aufsehen. Aber sind solche Berichte von Abzocken repräsentativ oder handelt es sich nur um Einzelerfahrungen, die nicht für alle gelten? Ein Brite stellte sich dieselbe Frage und machte sich in Split auf eine Erkundungstour, um herauszufinden, ob ein Urlaub in Kroatien reine Abzocke ist oder noch im Rahmen liegt. Der TikTok-Nutzer „Toby Explores“ beschreibt sich selbst als „Reisender“. Er „isst Dinge“, „wandert“ und „macht Sachen und lässt euch wissen, wie es ist“.
In Split wollte er herausfinden, „ob Split so teuer ist, wie alle sagen“. Er hatte jedoch keine großen Erwartungen an Wucherpreise, da er der Meinung war, dass die Altstadt, in der er sich aufhielt, generell teurer sei. Dann filmte er eine Speisekarte eines Hafenrestaurants: „16 Euro für Salat, 14 bis 18 Euro für Pizza, 15 bis 17 Euro für Spaghetti, 17 Euro für Burger mit Pommes.“ Abzocke oder nicht? Danach verglich er es mit den Preisen in seiner Heimat: „Das zahlst du auch in Sheffield, und wer weiß, wie viel du in London dafür zahlst“. Dies steht im Gegensatz zu einer Beschwerde im letzten Jahr, als sich eine Frau über eine Cevapcici-Bier-Rechnung auf der Insel Brac aufregte.
Kroatien-Urlauber stellt sich die Frage: Abzocke oder nicht? Er kommt auf eindeutiges Ergebnis für sich selbst
Natürlich spielt der Herkunftsort immer eine Rolle beim Preisvergleich. Toby Explores reiste alleine, für eine fünfköpfige Familie wäre ein solches Essen schon wieder eine andere Geschichte. Der TikToker fand den Preis also nicht so schlimm wie andere. In der Altstadt, ohne Meerblick, zeigte er Burger mit Pommes für 15 Euro. Er stellte seinen Followern die Frage: „Wo würdet ihr lieber den Preis zahlen: in Sheffields Innenstadt oder in der Altstadt von Split?“.
@tobyexplores Is split super expensive?? Walk with me to find out!! #croatia🇭🇷 #croatia #split #uk #fyp #travel #howexpensive #croatiatiktok #croatiatravel #traveltiktok #travelcroatia #howmuch #england #expensive ♬ original sound - TobyEXPLORES
Er entdeckte ein „Fancy-Restaurant“, in dem Risotto etwa 20 Euro kostet und ein Rib-Eye-Steak 34 Euro. „Das kostet in London viel mehr. In Manchester, Liverpool oder Leeds etwa das gleich wie hier“, so der Entdecker. Zusammenfassend lässt er sich von den Preisen nicht beeindrucken, aus der Sicht des TikTokers herrscht hier keine Abzocke. Er meint: „Jeder sagt dir: geh nicht nach Split, Split ist so teuer, danach wirst du Pleite sein. Aber ich bin hier, und finde es nicht teurer als daheim. Ich zahle das aber lieber hier, als irgendwo in England. Hier ist es wunderschön.“
Im Gegensatz zu ihm haben einige Familien bereits 2023 beschlossen, nicht mehr zurückkehren zu wollen.
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Neben den freundlichen Menschen lobt er auch die geringe Kriminalität, er habe keine Angst vor Taschendieben. Er zeigt Mitgefühl mit den Einheimischen, die sicherlich unter den gestiegenen Preisen durch den zunehmenden Tourismus leiden. Eine andere Reportage zeigte jedoch auch, wie stark die Preise in Kroatien gestiegen sind. (ank)
Rubriklistenbild: © Screenshot Toby Explores TikTok
