Sturm und starke Regenfälle

„Bestialischer Sonntag“ in Italien: Unwetter löst Murenabgang aus – Kirche verschüttet

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Nach der extremen Hitze rollen nun schwere Unwetter über Italien. Straßen werden überschwemmt, Bäume stürzen um und Erdrutsche bedrohen die Sicherheit.

Rom – Die sengende Hitzewelle, die Italien in den letzten Wochen heimgesucht hat, scheint nun ein Ende zu haben. Doch anstatt einer angenehmen Abkühlung, folgt auf die „mörderische Hitze“, wie sie von einem Wetterexperten beschrieben wurde, das nächste Wetterextrem: Schwere Unwetter ziehen über das Land und hinterlassen Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und Erdrutsche.

Bereits vergangene Woche gab es heftige Unwetter in Italien, die zu überschwemmten Straßen führten.

Nach starken Regenfällen sind mehrere Straßen in Rom überflutet

In den vergangenen Wochen wurden Rom, Mailand und Turin bereits von heftigen Regenfällen heimgesucht, die Überschwemmungen und umgestürzte Bäume zur Folge hatten. Im Süden des Landes wütete ein Wirbelsturm – Urlauber brachten sich panisch in Sicherheit. Nun trifft eine weitere Unwetterfront Süditalien und die obere Adria. Am Sonntagabend (8. September) begann es in Rom zu regnen, wie die italienische Zeitung La Repubblica berichtet. Über Nacht entwickelten sich diese Regenschauer zu Starkregen.

Im Zentrum der Stadt führten die Überschwemmungen dazu, dass drei U-Bahn-Stationen aufgrund von Unwetterschäden geschlossen werden mussten, so die Zeitung. Seit Mitternacht hat die Feuerwehr etwa 100 Einsätze durchgeführt, hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume und Äste sowie Wasserschäden. In einigen Straßen drang das Wasser in geparkte Autos und in die Innenhöfe der Häuser ein, insbesondere in Garagen und Keller.

Teil eines Kirchendachs stürzt aufgrund von Unwettern in Italien ein

Besonders chaotisch ist die Situation im Stadtteil Ostia, wo sich die Bewohner über das unzureichende Abwassersystem beschweren: „Wir sind es leid, dass wir bei jedem Regen überflutet werden. Die Regenwasserkanäle wurden erneuert, aber es hat nichts gebracht, es ist eine Verschwendung öffentlicher Gelder“, zitiert La Repubblica einen Sprecher.

In Fregene, einem Vorort der römischen Gemeinde Fiumicino, stürzte in der Nacht ein Teil des Daches der Kirche San Gabriele dell‘Addolorata in der Via Silvi Marina ein. Auch das benachbarte Restaurant wurde dabei beschädigt. Da das Restaurant jedoch bereits geschlossen war, gab es keine Verletzten, so die Carabinieri und die Feuerwehr.

Toskana von Unwettern heimgesucht: Italienische Zeitung spricht von „bestialischem Sonntag“

Die Toskana wurde ebenfalls von schweren Unwettern getroffen. Stürme, Hagel und Tornados zogen bereits am Sonntag über die Region. Es war ein „domenica bestiale“ – ein bestialischer Sonntag, wie die italienische Zeitung La Nazione berichtet. Besonders hart getroffen wurden die Städte Siena, Livorno und Prato. Videos auf X zeigen das Ausmaß der Unwetter.

In Südtirol lösten starke Regenschauer einen Erdrutsch aus. Laut Südtirol News ging die Mure in der Nacht zum Montag vom Eiswandfernerbach in Trafoi in der Gemeinde Stilfs ab. Vorher hatte es starke Regenschauer gegeben. Bei dem Murenabgang wurde das Bachbett oberhalb der Fußgängerbrücke in der Nähe der „Heiligen Drei Brunnen”-Kirche vollständig zugeschüttet. „Wir haben einen großen Bagger vor Ort und versuchen, das Bachbett unter der Brücke frei zu schöpfen, damit diese nicht total übermurt oder weggeschwemmt wird“, zitiert die Zeitung Peter Egger, Direktor des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West. Das Saastal in der Schweiz blieb zuletzt nach einem Bergsturz unzugänglich. Die einzige Rettung für die Urlauber war ein kostspieliger Helikopterflug.

Laut Wetterprognose können die Bewohner der von den Unwettern betroffenen Regionen bald aufatmen: Obwohl die Temperaturen laut dem italienischen Wetterportal metero.it allmählich sinken werden, wird sich die Unwetterlage im Laufe der Woche beruhigen und angenehmes Herbstwetter einkehren. Nur im Süden des Landes muss in den kommenden Tagen noch mit vereinzelten Stürmen und Regenschauern gerechnet werden. (tt)

Rubriklistenbild: © Alessandro Bremec/imago

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