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Trotz der positiven Effekte von Hunden auf die geistige und körperliche Gesundheit besteht das Risiko, dass sie Krankheiten verbreiten. Experten warnen.
Frankfurt - Einen Hund betrachten die meisten Halter wohl als richtiges Familienmitglied. Man lebt unter einem Dach, (fr)isst mitunter im selben Raum und macht es sich abends zusammen auf der Couch gemütlich. Bei so viel Kontakt, wie man mit dem Vierbeiner hat, ist es schier unmöglich, sich jedes Mal im Anschluss die Hände zu waschen. Doch das sollten Halter, empfehlen Forscher.
Hunde können gefährliche Krankheiten übertragen, die auch lebensbedrohlich werden können. Deshalb ist Vorsicht im Umgang mit den Fellnasen geboten und Hygiene äußerst wichtig. Denn Forscher von der Penn State University in den USA haben herausgefunden, dass Hunde Salmonellen übertragen können. Ihre Forschungsergebnisse haben sie in der Fachzeitschrift „Zoonoses and Public Health“ publiziert.
Salmonellen durch Hunde: Forscher warnen vor mangelnder Hygiene
Das Hygieneverhalten von Haltern, der Umgang mit Hundefutter sowie Antibiotika, die Hunde bekommen, können demnach die Wahrscheinlichkeit, das Ausmaß und die Behandelbarkeit von Salmonellen-Infektionen beim Menschen beeinflussen. „Das zeigt uns, dass wir simple Hygienepraktiken wie Händewaschen brauchen, um unsere Fellnasen und uns selbst zu schützen“, zitiert das US-Portal Newsweek Nkuchia M‘ikanatha, einen Co-Autor der Studie.
Was sind Salmonellen?
Salmonellen sind Bakterien, die üblicherweise durch Lebensmittel in den Körper gelangen. Sie vermehren sich im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren. Die durch sie ausgelöste Krankheit heißt Salmonellose.
Wie werden Salmonellen übertragen?
Häufig mit Salmonellen belastet sind der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge rohe oder nicht ausreichend erhitzte Eier oder Speisen, in denen sie vorkommen, sowie rohes Fleisch wie etwa Hack und Rohwurstsorten wie Salami. Auch von Mensch zu Mensch können Salmonellen per Schmierinfektion übertragen werden, etwa bei unzureichender Hygiene, wenn sie durch Stuhlreste von Erkrankten an den Händen weitergetragen werden. So können sie in den Mund gelangen.
Welche Symptome hat man bei Salmonellen?
Zu den Symptomen von Salmonellen zählen plötzlicher Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und gelegentlich auch Erbrechen. Auch leichtes Fieber kann auftreten. Die Beschwerden können mehrere Tage anhalten.
Wer ist besonders anfällig für Salmonellen?
Säuglinge, Kleinkinder und ältere oder abwehrgeschwächte Menschen sind besonders gefährdet. Bei ihnen kann es zu starker Austrocknung durch Durchfall und Erbrechen kommen, was zu Komplikationen führen kann. Dadurch kann eine Salmonellen-Infektion lebensbedrohlich werden.
Wie häufig kommen Salmonellen-Erkrankungen vor?
In Deutschland sind Salmonellosen vergleichsweise selten. In den vergangenen Jahren sind die Infektionen deutlich zurückgegangen, berichtet das Bundesinstitut für Risikobewertung. Im Gegensatz zu den im Jahr 2010 gemeldeten 26.960 Salmonellosen seien im Jahr 2023 nur 13.176 Fälle gemeldet worden.
Während Salmonellen die Menschheit seit dem Beginn der Landwirtschaft begleiten, und ein Zusammenhang mit der Domestizierung von Tieren vermutet wird, seien Hunde als Quelle jedoch übersehen worden. „Vor allem bei Salmonellen denken wir an die Rolle der Landwirtschaft und Übertragung – wir denken an Eier, wir denken an Rindfleisch“, sagte Doktorandin Sophia Kenney, die an der Studie beteiligt war. „Aber die Sache ist die, wir lassen Kühe nicht in unserem Bett schlafen oder unser Gesicht ablecken, Hunde jedoch schon.“ Salmonellen-Übertragungen von Hunden seien nicht häufig, aber es gebe Ansteckungen im Zusammenhang mit Leckerchen oder Kontakt mit kontaminiertem Hundefutter und falschem Umgang damit. Erst kürzlich wurde Hundefutter wegen Salmonellen zurückgerufen.
Salmonellen von Hunden übertragbar auf Menschen
Über die Studie
Die Forscher haben sich Salmonellen-Infektionen bei Hunden im Zeitraum von Mai 2017 bis März 2023 angeschaut. In den Daten, die von der Lebensmittel- und Arzneimittelzulassungsbehörde (Food and Drug Administration) in den USA bereitgestellt wurden, fanden sie 87 Fälle von Salmonellen bei Hunden. Diese Bakterienstämme verglichen sie mit denen, die bei menschlichen Infektionen gefunden wurden. Dabei machten sie 77 Fälle aus, in denen Salmonellen vermutlich durch den Kontakt mit einem Hund übertragen wurden.
Die meisten Salmonellen-Stämme, die bei Hunden entdeckt wurden, sind der Studie zufolge auch auf den Menschen übertragbar. Alle Stämme, die sowohl bei Hunden als auch bei Menschen entdeckt wurden, waren resistent gegen gängige Medikamente.
Das Ziel der Forscher sei nicht, Menschen von der Hundehaltung abzuschrecken. Studien zeigten, wie viele körperliche und mentale Vorteile es habe, einen Hund zu haben. „Wir wollen sicherstellen, dass die Leute mögliche Risiken und einfache Schritte kennen, etwa gute Hygiene, um ihre Familien und ihre pelzigen Begleiter abzusichern“, sagte die Teamleitung Erika Ganda. (ial)
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