VonMarkus Hofstetterschließen
Erosion, Bebauung und immer mehr Touristen machen den Stränden von Mallorca zu schaffen. Behörden testen in Pilotprojekten, wie der endgültige Verlust verhindert werden kann.
Mallorca - Die Balearen sind berühmt für ihre Strände. Doch diese Touristenattraktion ist in großer Gefahr. Das zeigt der Forschungsbericht „Balearic Sea Report 2022“, ein Gemeinschaftsprojekt von Meeresforschungseinrichtungen der Inseln sowie öffentlicher und privater Einrichtungen. Demnach verfallen bereits 20 Prozent der Strände von Mallorca und Formentera. Betroffen sind vor allem städtische Strände wie S‘Arenal, Cala Millor oder Cala Blanca.
Mallorca verliert Touristenattraktion: Besucher bemerken schmäler werdenden Strände
Ursache für den Sandverlust sind vor allem Erosion und eine steigende Zahl von Touristen. Seit den letzten 20 Jahren sollen 35 Prozent mehr Menschen die Strände genutzt haben. Zudem würden sich die Strände von starken Stürmen schlechter erholen. Aber auch eine zunehmende Bebauung, zum Beispiel durch Hotels oder Häfen, bedrohen die Strände.
Die schmäler werdenden Strände bleiben den Touristen natürlich nicht unbemerkt, wie zum Beispiel in Cala Millor im Osten von Mallorca. „Das war früher anders. Der Strand war doppelt so breit, statt gut 150 Liegen gab es bestimmt 400 bis 500“, sagt eine Tourist der Mallorca Zeitung (MZ) im August 2022.
Strände auf Mallorca in Gefahr: Behörden wollen mit Schilfzäunen Sandverlust einschränken
Inselbehörden versuchen dem Strandverlust entgegenzuwirken. Die MZ berichtet, dass in Can Picafort das zuständige Rathaus von Santa Margalida einen Pilotversuch gestartet hat, das die Erosion stoppen soll. In einem Strandabschnitt des Ferienorts wurden sogenannte Sandfangzäune aufgestellt, die bei Stürmen das Abtragen von noch mehr Sand in das Meer bei Stürmen verhindern sollen. Verläuft der Test erfolgreich, sollen die Schilfbarrieren auch an anderen Stränden aufgestellt werden.
Aus Sorge vor weiterem Sandverlust wurden jetzt in Can Picafort in an einem Strandabschnitt Barrieren aus Schilfrohr aufgestellt. Die Zäune sollen verhindern, dass der Wind bei Sturm zusätzlichen Sand abträgt.#Mallorca #CanPicafort #Umwelt https://t.co/UCcgzF9tzK pic.twitter.com/wEMckb07mn
— Das Inselradio Mallorca (@dasinselradio) January 6, 2023
Auch in dem weiter südlich gelegenen Urlaubsort Cala Millor und in S‘illot werden Maßnahmen ergriffen, um den Verlust der Strände zu verhindern. Laut T-Online werden hier Seegraswiesen angelegt, die durch ihre Verwurzelung im Boden die Stabilität des Strandes verbessen sowie Sand- und Erdrutsche verhindern sollen.
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Sowohl in Can Picafort als auch in Cala Millor gibt es fast kein Dünensystem mehr, der Strand ist weitgehend von Hotels und Wohngebäuden gesäumt.
Das zu viele Touristen auf die Balearen kommen, findet die Klimakommission der Inselgruppe. Sie will die Anzahl der Touristen in Zukunft reduzieren.
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