Mikro- und Nanoplastik

Mikroplastik in Lebensmitteln und im Wasser – Studie zeigt Alltags-Gefahrenquellen

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Mikro- und Nanoplastik sind allgegenwärtig und schaden der Gesundheit. Doch die Aufnahme kann minimiert werden, indem man ihre hauptsächlichen Quellen meidet.

Kassel – Mikro- und Nanoplastikpartikel (MNP) sind weit verbreitet und Menschen kommen täglich mit ihnen in Kontakt – und das, ohne es zu bemerken. Die Partikel sind in vielen Alltagsgegenständen enthalten, was es wichtig macht, ihre gesundheitlichen Risiken zu verstehen. Wegen ihrer Verbreitung gibt es mittlerweile eine umfangreiche Studienlage zu Mikro- und Nanoplastikpartikeln, ihrem Auftreten und ihren potenziellen gesundheitsschädlichen Auswirkungen. Daraus lassen sich auch wichtige Verhaltensweisen ableiten, die helfen können, die Aufnahme von MNP im Alltag zu reduzieren.

Mikro- und Nanoplastik sind allgegenwärtig – auch in Lebensmitteln

Mikroplastik bezeichnet Polymer-Partikel oder -fasern, die zwischen einem Mikrometer (1 µm = 0,001 mm) und fünf Millimetern groß sind. Nanoplastik hingegen werden winzige Teilchen genannt, die weniger als ein Mikrometer messen. Diese Partikel finden sich im Alltag in Kosmetikprodukten wie Lippenstiften, Peelings und Duschgels sowie in einigen Lebensmitteln, darunter Bier, Honig, Kaugummi, Kochsalz, Mineralwasser und Obst und Gemüse. Eine Studie der Universität Catania aus dem Jahr 2021 zeigte, dass Äpfel besonders stark belastet sind, während der Gehalt in Salat vergleichsweise gering ist.

Ein Mann hält eine Plastik-Wasserflasche in der Hand

In Fisch und Meeresfrüchten ist die Belastung durch Mikro- und Nanoplastik aufgrund des kritischen Zustands der Weltmeere besonders hoch. Eine 2019 von Greenpeace in der Türkei durchgeführte Studie ergab, dass 44 Prozent der untersuchten Fische und 91,2 Prozent der Muscheln Mikro- und Nanoplastik enthielten. Dies könnte darauf hindeuten, dass man Fisch und Meeresfrüchte nicht zu häufig konsumieren sollte.

Gehirne von Demenzkranken weisen einen deutlich erhöhten Anteil von Mikro- und Nanoplastik-Partikel auf

Untersuchungen deuten darauf hin, dass Gehirne von Demenzkranken vergleichsweise viel Mikroplastik aufweisen. Laut dem Magazin Nature Medicine legen jüngste Studien nahe, dass MNP in Plaques in der Halsschlagader vorkommen könnten, die bei einer Carotisstenose auftreten. Das gesundheitsschädliche Potenzial von MNP ist jedoch noch nicht vollständig erforscht und eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung nicht nachgewiesen. Bekannt ist jedoch, dass Patientinnen und Patienten mit Plaques in der Halsschlagader einem höheren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ausgesetzt sind, wie eine Studie des New England Journal of Medicine kürzlich zeigte.

Nature Medicine weist auch darauf hin, dass Studien eine Häufung von Mikro- und Nanoplastik in Gehirnen von Verstorbenen mit Demenz-Diagnose zeigten. Diese Gehirne wiesen einen drei- bis fünffach höheren Anteil an MNP im Vergleich zu solchen ohne Demenz-Diagnose auf. Obwohl die Studie zeigt, dass MNP die Blut-Hirn-Schranke passieren können, bleibt unklar, warum dies besonders bei Demenz-Patientinnen und -Patienten geschieht. Es wird vermutet, dass Demenz die Blut-Hirn-Schranke schwächen könnte, was den Eintritt von MNP ins Gehirn erleichtert. Eine andere Möglichkeit, die von der Genomic Press in Betracht gezogen wird, ist, dass die Partikel im Gehirn eine Mikroinflammation auslösen und den Protein-Abbau hemmen, was die Neurodegeneration bei Demenzkranken verschlimmern könnte.

Mit diesen Tipps lässt sich die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik reduzieren

Es ist zwar unrealistisch, die Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik vollständig zu vermeiden, schließlich nimmt der Mensch den größten Teil schon über die Atemluft auf. Aber es ist möglich, andere Hauptquellen reduzieren. Die Genomic Press hebt vier grundlegende Maßnahmen hervor. Eine davon ist der Umstieg von Flaschenwasser, insbesondere aus Plastikflaschen, auf Leitungswasser. Dies könnte die jährliche Aufnahme von Mikro- und Nanoplastik-Partikeln von etwa 90.000 auf 4.000 Partikel senken, wie eine Untersuchung der American Chemical Society aus dem Jahr 2019 nahelegt.

Listerien, Pferdefleisch, Olivenöl: Die zwölf größten Lebensmittelskandale in Deutschland

Symbolbild zum Thema Kontrolle, Qualität, Check, Test usw. von Grillfleisch und Bratwürsten, 6.3.2023
Pferdefleisch und Salmonellen – trotz Kontrollen kommt es regelmäßig zu Lebensmittelskandalen. Diese können erhebliche gesundheitliche, wirtschaftliche und juristische Folgen haben.  © DesignIt/imagebroker/IMAGO
Der BSE-Skandal erschütterte in den 1990er Jahren die europäische Fleischindustrie. Die Übertragung der Rinderkrankheit BSE auf den Menschen (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) führte zu einem massiven Vertrauensverlust. Ursache war die Verwendung von mit BSE-Erregern kontaminiertem Tiermehl in Futtermitteln. Der Skandal führte zu Massenschlachtungen, Einfuhrverboten. Fast-Food-Ketten nahmen sogar Burger mit Rindfleisch zeitweise aus dem Programm.
BSE-Skandal (1990er): Der BSE-Skandal erschütterte in den 1990er Jahren die europäische Fleischindustrie. Die Übertragung des „Rinderwahns“ auf den Menschen (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) führte zu einem massiven Vertrauensverlust. Ursache war die Verwendung von mit BSE-Erregern kontaminiertem Tiermehl in Futtermitteln. © IMAGO/Winfried Rothermel
Hunderte in Röhrchen gefüllte Proben von möglicherweise an BSE erkrankten Rindern warten im Veterinärinstitut Oldenburg auf ihre Untersuchung (Foto vom 09.07.2008).
Bis 2007 starben weltweit etwa 200 Menschen an den Folgen von BSE. Der Skandal führte zu Massenschlachtungen und Einfuhrverboten. Fast-Food-Ketten nahmen sogar Burger mit Rindfleisch zeitweise aus dem Programm. © Heiko Lossie/dpa
Gammelfleischskandal (2005): Dieser Skandal betraf den Verkauf von verdorbenem Fleisch, das teilweise mehrere Jahre abgelaufen war. Es wurde festgestellt, dass mehrere Unternehmen verdorbenes Fleisch wiederaufbereiteten und es als frisch vermarkteten.
Gammelfleischskandal (2005): Dieser Skandal betraf den Verkauf von verdorbenem Fleisch, das teilweise mehrere Jahre abgelaufen war. Es wurde festgestellt, dass mehrere Unternehmen verdorbenes Fleisch wiederaufbereiteten und es als frisch vermarkteten. © IMAGO
Bände des Lebensmittelrechtes liegen am Freitag (16.03.2007) im Amtsgericht in Tettnang auf dem Tisch des Staatsanwaltes. Es wird der Gammelfleisch-Skandal 2005 verhandelt
Die Folgen: Ein Deggendorfer Fleischhändler wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Außerdem wurde die Lebensmittelkontrollen verschärft und ein Verfahren zur Erkennung von Gammelfleisch entwickelt. © Patrick Seeger/dpa
Milchpulverskandal in China (2008): Über 300.000 Säuglinge erkrankten nach dem Verzehr von mit Melamin kontaminiertem Milchpulver. Melamin, das zur Herstellung von Leinem und Klebstoffen verwendet wird, wurde den Milchprodukten hinzugefügt, um den Proteingehalt vorzutäuschen. Dies führte zu schweren Nierenschäden und einigen Todesfällen.
Milchpulverskandal in China (2008): Über 300.000 Säuglinge erkrankten nach dem Verzehr von mit Melamin kontaminiertem Milchpulver. Melamin, das zur Herstellung von Leimen und Klebstoffen verwendet wird, wurde den Milchprodukten hinzugefügt, um den Proteingehalt vorzutäuschen. Dies führte zu schweren Nierenschäden und einigen Todesfällen. © IMAGO
Sprecher des Zivilgerichtes bestätigt während eines Pressetermins den Verkauf des skandalträchtigen Milchherstellers - Sanlu Group - an den Milchkonzern - Sanlu - nach einer Auktion in Shijiazhuang in China, 04.03.2009
Der chinesische Marktführer Sanlu ging in der Folge des Skandals in Insolvenz. Etliche Verantwortliche wurden verurteilt, wobei auch Todesstrafen vollstreckt wurden. Weitere beteiligte Unternehmen und die chinesische Milchwirtschaft mussten erhebliche Umsatzverluste hinnehmen. Der Skandal sorgte für weltweites Aufsehen und erschütterte das Vertrauen in Lebensmittel aus China nachhaltig. © Xinhua/IMAGO
Dioxin-Skandal (2011): Es wurde entdeckt, dass Futtermittel mit Dioxin kontaminiert waren. Dioxin ist eine giftige Substanz, die beim Verbrennen von Abfällen entsteht. Die Kontamination hatte Auswirkungen auf Geflügel- und Schweinefleischprodukte sowie Eier.
Dioxin-Skandal (2011): Es wurde entdeckt, dass Futtermittel mit Dioxin kontaminiert waren. Dioxin ist eine giftige Substanz, die beim Verbrennen von Abfällen entsteht. Die Kontamination hatte Auswirkungen auf Geflügel- und Schweinefleischprodukte sowie Eier. © IMAGO/R. Rebmann
Huhn auf einer Wiese
Als Folge des Dioxin-Skandals wurden mehr als 1000 Schweine- und Putenmäster sowie Legehennenbetriebe in ganz Deutschland vorübergehend gesperrt. 8000 Hennen mussten notgeschlachtet werden und zehntausende Eier wurden weggeschmissen. © Gilidhor/Imago
Schriftzug EHEC unter einer Lupe, 4.6.2011
EHEC-Skandal (2011): In diesem Jahr kam es in Deutschland zu einem gehäuften Auftreten von Krankheitsfällen im Zusammenhang mit einer Infektion durch EHEC. Beim Menschen können EHEC-Bakterien Durchfall und auch schwere Komplikationen wie ein akutes Nierenversagen hervorrufen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden diesem EHEC-Ausbruch fast 4000 Erkrankungsfälle zugeordnet; 53 Personen verstarben in Folge der EHEC-Infektion. Damit handelte es sich um den bisher größten Krankheitsausbruch durch EHEC-Infektionen in Deutschland. Es wurde lange gerätselt, wie es zu dem Ausbruch kam. © imagebroker/IMAGO
Sprossen mit Biogefährdungszeichen, Symbolbild EHEC-Erreger in Sprossen, 5.6.2011
Inzwischen ist sicher, dass Sprossen von importierten Bockshorn-Kleesamen aus Ägypten für den EHEC-Ausbruch verantwortlich waren. Wo und wie die Samen mit dem Ausbruchserreger in Kontakt kamen, ist bis heute ein Rätsel – ebenso, wo der Erreger seinen Ursprung hatte  © imagebroker/IMAGO
Pferdefleischskandal (2013): In diesem Fall wurden in Fertiggerichten und Tiefkühlprodukten, die als Rindfleisch deklariert waren, große Mengen Pferdefleisch gefunden. Während Pferdefleisch an sich nicht schlecht ist für den Menschen, führte die Täuschung der Verbraucher aber dennoch zu einer Vertrauenskrise in die Fleischindustrie und zu verstärkten Kontrollen.
Pferdefleischskandal (2013): In diesem Fall wurden in Fertiggerichten und Tiefkühlprodukten, die als Rindfleisch deklariert waren, große Mengen Pferdefleisch gefunden. Während Pferdefleisch an sich nicht schlecht ist für den Menschen, führte die Täuschung der Verbraucher aber dennoch zu einer Vertrauenskrise in die Fleischindustrie und zu verstärkten Kontrollen. © Frank Sorge/IMAGO
Etiketten mit Sonderangeboten sind auf Kisten mit Frischfleisch in einem Asda-Supermarkt in der britischen Hauptstadt London zu sehen, 15. Februar 2013. Asda hat seine frische Rindfleisch-Bolognese-Soße zurückgezogen, nachdem Tests auf Pferde-DNA positiv ausgefallen waren.
Die EU-Kommission kündigte im Nachgang des Pferdefleischskandals an, die Deklarationspflicht für Fleisch verschärfen zu wollen. Wenige Monate später sprach sie sich doch gegen eine detaillierte Herkunftsbezeichnung aus, da die Preise für Fleisch dadurch drastisch steigen würden.  © Xinhua/IMAGO
Warnschild mit der Aufschrift Salmonellen, 2.4.2022
Bayern-Ei-Skandal (2014): Dieser Skandal war ein Lebensmittelskandal, bei dem Salmonellen in Eiern der Firma Bayern-Ei nachgewiesen werden konnten. Hunderte Menschen erkrankten als Folge an Salmonellose. Eine typische Salmonelleninfektion äußert sich durch Übelkeit, eventuell Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber und Durchfall.  © Bihlmayerfotografie/IMAGO
„Bayern-Ei“ steht auf einem Schild auf einem Gang am Landgericht. Sechs Jahre nach dem Salmonellen-Skandal um die niederbayerische Firma Bayern-Ei ist der frühere Geschäftsführer zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden, 17.3.2020
Die Firma Bayern-Ei wurde nach dem Skandal verklagt. Aber auch die Behörden sollen geschlampt haben. Die SPD-Fraktion des bayerischen Landtags warf dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vor, die Kontrollen zu locker gehalten zu haben und den Skandal vertuschen zu wollen. © Armin Weigel/dpa
Herstellung von Olivenöl in Kroatien, Bratski Dolac, 07.11.2015
Olivenöl-Fälschungsskandal in Italien (2016): Italienische Behörden entdeckten, dass einige Unternehmen minderwertiges Öl mit Farbstoffen und anderen Chemikalien verändert hatten, um es als natives Olivenöl zu verkaufen. © pixsell/IMAGO
Olivenöl-Fälschungsskandal in Italien (2016): Italienische Behörden entdeckten, dass einige Unternehmen minderwertiges Öl mit Farbstoffen und anderen Chemikalien verändert hatten, um es als extra natives Olivenöl zu verkaufen. Dieser Skandal wirkte sich extrem negativ auf die Glaubwürdigkeit der gesamten italienischen Olivenölindustrie aus.
Die italienische Finanzpolizei beschlagnahmte bei mehreren Razzien insgesamt 2000 Tonnen gefälschtes Olivenöl. Das Öl wurde im Wert von etwa 13 Millionen Euro fälschlicherweise als original italienisches Produkt verkauft. Dieser Skandal wirkte sich extrem negativ auf die Glaubwürdigkeit der gesamten italienischen Olivenölindustrie aus. © IMAGO
Antibiotikum-Rückstände in brasilianischem Fleisch (2017): Brasilien, einer der größten Fleischexporteure der Welt, geriet in einen Skandal, als bekannt wurde, dass Unternehmen verdorbenes Fleisch mit chemischen Zusätzen maskierten und die Grenzwerte für Antibiotika-Rückstände weit überschritten wurden.
Antibiotikum-Rückstände in brasilianischem Fleisch (2017): Brasilien, einer der größten Fleischexporteure der Welt, geriet in einen Skandal, als bekannt wurde, dass Unternehmen verdorbenes Fleisch mit chemischen Zusätzen maskierten und die Grenzwerte für Antibiotika-Rückstände weit überschritten wurden. © IMAGO
Ein Arbeiter liefert am 20.03.2017 in Brasilia (Brasilien) eine Rinderhälfte an eine Metzgerei aus. Wegen eines Gammelfleischskandals in Brasilien hat die Europäische Union einen Importstopp für Ware aus den betroffenen Unternehmen verhängt
In den Skandal waren 21 brasilianische Fleisch- und Wurstfirmen verwickelt. Die Europäische Union verhängte einen Importstopp für die Ware aus den betroffenen Unternehmen. © Eraldo Peres/AP/dpa
Fipronil-Skandal (2017): In diesem Fall wurden Eier mit dem Insektizid Fipronil belastet. Das Insektizid war in einer Reinigungslösung für Geflügelställe verwendet worden. Der Skandal führte zu einem großen Rückruf von Eiern und zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden für die betroffenen Betriebe.
Fipronil-Skandal (2017): In diesem Fall wurden Eier mit dem Insektizid Fipronil belastet. Das Insektizid war in einer Reinigungslösung für Geflügelställe verwendet worden. © IMAGO
Haufen von Eierschachteln, Berlin, 25.07.2017
Zahlreiche Unternehmen – von Rewe und Penny bis Lidl und Aldi – hatten vorsorglich Eier aus dem Sortiment genommen. Neu gelieferte Eier wurden auf Fipronil getestet. Der Skandal führte außerdem zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden für die betroffenen Betriebe. © Pond5 Images/IMAGO
Listerien-Skandal bei Wurstwaren (2018): Es wurden Produkte verschiedener Wursthersteller, darunter der inzwischen geschlossene Betrieb Wilke, mit Listerien kontaminiert. Listerien sind Bakterien, die zu schweren Krankheiten führen können, insbesondere bei älteren Menschen, Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. In Deutschland sind drei Menschen nach dem Verzehr gestorben und mehrere Dutzend erkrankt.
Listerien-Skandal bei Wurstwaren (2018): Produkte verschiedener Wursthersteller, darunter der inzwischen geschlossene Betrieb Wilke, waren mit Listerien kontaminiert. © Olaf Döring/IMAGO
Elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien (Listeria monocytogenes) auf der Oberfläche einer dendritischen Zelle. Gelb markierte Bakterien haben sich angeheftet, rot markierte dringen gerade ein.
Das Bakterium Listerien kann bei gesunden Menschen grippeähnliche Symptome hervorrufen, jedoch kann es auch zu einer tödlichen Gefahr werden, insbesondere für Menschen mit schwachem Immunsystem, Schwangere und Kleinkinder. In Deutschland sind drei Menschen nach dem Verzehr gestorben und mehrere Dutzend erkrankt. © Manfred Rohde/Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung/dpa
Haferflocken in menschlicher männlicher Hand, 11.12.2024
Glyphosat-Rückstände in Getreideprodukten (2019): Glyphosat, ein weit verbreitetes Herbizid, wurde in verschiedenen Getreideprodukten, einschließlich Haferflocken und Müslis, gefunden.  © LUNAMARINA/imagebroker/IMAGO
Glyphosat-Rückstände in Getreideprodukten (2019): Glyphosat, ein weit verbreitetes Herbizid, wurde in verschiedenen Getreideprodukten, einschließlich Haferflocken und Müslis, gefunden. Dies führte zu Besorgnis über potenzielle gesundheitliche Auswirkungen und zu einer Debatte über die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft.
Der Skandal führte zu Besorgnis über potenzielle gesundheitliche Auswirkungen und zu einer Debatte über die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft. © FrankHoermann/Sven Simon/IMAGO

Eine weitere wirksame Methode zur Reduzierung der MNP-Aufnahme besteht darin, das Erhitzen von Lebensmitteln mit Plastikanteilen zu vermeiden. Teebeutel enthalten oft Kunststoff, und eine US-Studie aus dem Jahr 2019 deutet darauf hin, dass sie beim Erhitzen viele MNP freisetzen. Auch die Lagerung von Lebensmitteln kann zur Belastung mit MNP beitragen. Eine Studie zu Mikroplastik in Lebensmittelkonserven zeigte, dass der tägliche Konsum von Dosensuppe über fünf Tage den Bisphenol-A-Spiegel im Urin der Probandinnen und Probanden um mehr als 1000 Prozent erhöhte, weshalb besser auf Dosensuppen verzichtet werden sollte.

Eine andere Studie wies auf ein um das Dreißigfache erhöhtes Vorkommen von Mikro- und Nanoplastik in stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Chicken-Nuggets hin, weshalb es ratsam ist, diese zu meiden. Die Genomic Press empfiehlt generell, Glas- oder Edelstahlbehälter anstelle von Plastikgefäßen zu verwenden und das Erhitzen von Lebensmitteln in Plastikbehältern, insbesondere in der Mikrowelle, zu vermeiden. Auch die langfristige Lagerung von Lebensmitteln in Plastik, sei es im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur, führt zu einer erheblichen Freisetzung von Plastik.

„Kunststoffe sind heutzutage überall“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Die globale Produktion wächst und immer mehr Mikroplastik gelangt als Abfallprodukt in die Umwelt. Die gute Nachricht: „Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist es unwahrscheinlich, dass von Mikroplastik in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken für die Menschen ausgehen.“ Trotzdem wird eine Vielzahl von Erkrankungen und Störungen mit Mikroplastik in Verbindung gebracht. Der BUND nennt: Brustkrebs, Unfruchtbarkeit, verfrühte Pubertät, Fettleibigkeit, Allergien und Diabetes. Laut einer WWF-Studie nehmen Menschen weltweit durchschnittlich bis zu fünf Gramm Mikroplastik pro Woche über Nahrung, Luft und Wasser auf. Die Menge möglichst stark zu reduzieren, schadet mit Sicherheit nicht. (fh)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Gstettenbauer

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