100 Bergretter im Einsatz

Südtirol-Lawine trifft Skipiste: Große Suchaktion – Augenzeugen äußern Verdacht

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Eine Lawine hat im Norden Italiens eine Skipiste getroffen. Eine große Suchaktion folgte. Später löste sich ein zweites Schneebrett und verschüttete vier Retter.

Update vom 12. März, 7.10 Uhr: Ein Skifahrer löste vermutliche die Lawine in Schnals und damit einen Großeinsatz der Bergrettung aus. Augenzeugen beobachteten, wie ein Variantenfahrer mit dem Lift hinaufgefahren war und dann über den Grat bis zur Grawand-Spitze aufgestiegen sein soll. Bei der Abfahrt mit den Skiern von der Grawand soll er die Lawine ausgelöst haben, das berichtet der italienische Sender Rai. Nach dem Skifahrer werden nun gesucht.

Im Skigebiet herrschte am Montag große Lawinengefahr. Bereits am Vormittag hatten gezielte Sprengungen stattgefunden. Eine Lawine löste sich dabei allerdings nicht.

Lawine trifft Skipiste in Südtirol: 100 Einsatzkräfte suchen nach möglichen Opfern

Am Montagnachmittag gegen 16 Uhr war dann plötzlich eine Lawine auf die Piste der Talabfahrt abgegangen. 100 Einsatzkräfte der Bergrettung suchten nach Verschütteten. Auch Hubschrauber unterstützen die Suchaktion. Brachten die Teams zum Lawinenkegel, der etwa 40 Meter breit war. Bis zum Abend suchten Retter in den Schneemassen nach möglichen Lawinen-Opfern. Dann löste sich ein Schneebrett etwa 100 Meter tiefer und begrub vier Männer unter sich (siehe Update vom 11. März, 21.36 Uhr). Sie konnten von ihren Kollegen befreit werden.

Eine kleine Lawine in den italienischen Alpen. (Symbolbild)

Update vom 11. März, 21.36 Uhr: Die Lawine, die in Südtirol eine Ski-Abfahrt getroffen hat, hat offenbar keine Skifahrer verschüttet. Allerdings löste sich am Abend gegen 19 Uhr eine zweite Lawine - kurz nach Ende der Suchaktion. An dieser waren 100 Personen mit Suchhunden und drei Hubschraubern beteiligt. Die zweite Lawine hat nach Angaben von Rai News vier talwärts fahrende Retter verschüttet. Sie konnten aber kurz darauf von den anwesenden Kollegen befreit werden.

Südtirol-Lawine trifft Skipiste: Schwere Vorwürfe gegen Ski-Gruppe

Erstmeldung vom 11. März: Bozen – Italien wird aktuell von extremen Wetterbedingungen getroffen. Regen- und Schneemassen haben für Geröllablösungen und Lawinen gesorgt. Jetzt hat sich das nächste Schneebrett gelöst und offenbar die Talabfahrt eines Skigebiets getroffen.

Um kurz nach 15 Uhr löste sich am Montagnachmittag eine Lawine in Südtirol. Das größere Schneebrett ging laut Berichten von Rai News und der Nachrichtenagentur Ansa oberhalb der Talabfahrt im Skigebiet Schnals ab. Es habe auf Höhe des Eissees neben dem Grawand-Lift die Skipiste getroffen, heißt es weiter. Von Kurzras aus wurde Alarm geschlagen.

Lawinen-Abgang in Nord-Italien: Offenbar Skipiste getroffen

Direkt nach der Meldung machten sich Rettungs- und Such-Trupps auf den Weg zu der Stelle. Im Einsatz sind dem Bericht nach die beiden Notarzthubschrauber Pelikan 1 und 2 sowie der Helikopter der Finanzpolizei in Schnalstal. Alle drei flogen Suchtrupps zur Lawine. Im Einsatz sind nach Angaben des Berg-Rettungs-Dienstes Schnals sämtliche Bergrettungsdienste der Umgebung sowie mehrere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr.

Ob das Schneebrett Personen getroffen hat, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Nach ersten Informationen soll aber niemand zu Schaden gekommen sein. Rai berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass einige Skifahrer mit dem Grawand-Lift auf den Berg gefahren seien und anschließend über den Grat bis zur Grawand-Spitze aufgestiegen seien. Bei ihrer Abfahrt mit den Skiern sollen sie die Lawine ausgelöst haben.

Auch in Sulden gingen dem Bericht nach am Montag zwei Lawinen ab. Verletzt wurde dabei niemand. Gegen einen Skifahrer laufen Ermittlungen, weil er eine der Lawinen ausgelöst haben könnte.

Norditalien versinkt aktuell schier im Schnee. Seit Tagen schneit es in den italienischen Alpen fast schon ununterbrochen. Mehrere Lawinen sind bereits abgegangen. Unter anderem traf ein Schneebrett bei Meran eine Straßengalerie. Auch das Aostatal ist von hoher Lawinengefahr betroffen. Hier verschütteten Lawinen teils Zufahrtsstraßen und isolierten Tausende Menschen zeitweise von der Außenwelt. (rist)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Panthermedia

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