Wärmewelle in den Highlands

Hitzewetter in Schottland: Meteorologe sieht „Signal“ – auch für Deutschland

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Schottland erlebt Temperaturen wie am Mittelmeer – und das im April. Was steckt dahinter? Ein Meteorologe schlägt bei dem aktuellen Wetter Alarm.

Frankfurt/Edinburgh – Schottland verzeichnet aktuell Temperaturen von bis zu 23 Grad Celsius – ein Niveau, das eher zu Mallorca als zu den Highlands passt. „Diese Werte sind rund 10 Grad über dem langjährigen Mittel“, erklärt Diplom-Meteorologe und Sachbuchautor Dominik Jung von wetter.net. Derweil sind die Menschen in Südeuropa derzeit vielerorts mit Unwettern und Kälte konfrontiert.

„Solche Abweichungen treten nicht zufällig aus“: Experte sieht in schottischem Hitzewetter ein klares Signal

Der Wetterexperte erklärt: „Das ist kein Zufall, sondern ein klares Signal“. Er sieht darin ein klares Zeichen veränderter Großwetterlagen: „Solche Abweichungen treten nicht zufällig auf – das ist ein Effekt der Erwärmung in der Atmosphäre, gespeist durch stabile Hochdrucksysteme.“ Jung verweist dabei auf ähnliche Entwicklungen im gesamten Nordwesten Europas.

Wetter in Europa: Warum es in Schottland derzeit so warm ist

Die derzeitige Wärmewelle ist auf ein blockierendes Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln zurückzuführen, das warme Luftmassen aus südlicheren Regionen nach Norden lenkt. Unterstützt durch die generelle Erwärmung des Klimas verstärken sich dabei regionale Ausschläge. In Deutschland droht hingegen noch Frost.

Den Schotten wird's aktuell richtig warm. Die Höchstwerte nähern sich mitten im April der 25-Grad-Marke.

Solche Wetterlagen sorgen nicht nur für hohe Temperaturen, sondern auch für ausbleibende Niederschläge – was langfristig die Wasserversorgung belasten kann, erklärt Jung. Für die Landwirtschaft bedeutet das: mehr Stress durch zu frühe Vegetationsstarts und steigende Risiken durch Spätfrostschäden.

Experte sieht im schottischen Hitzewetter einen Beweis für den Klimawandel

Dass Schottland derartige Frühlingstemperaturen erlebt, gilt als ein weiterer Beweis dafür, dass der Klimawandel auch Regionen trifft, die bisher als kühl und stabil galten. Noch vor wenigen Jahren wären solche Werte im April kaum vorstellbar gewesen. Experten warnen nun vor einer „neuen Normalität“, in der Extremwetter nicht nur häufiger, sondern auch weniger vorhersagbar wird. Die große Herausforderung: Politik und Gesellschaft müssen sich auf völlig neue Wettermuster einstellen – und das schneller als bisher gedacht.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/PA Wire | Andrew Milligan

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