„Ängste abbauen“

„Wir brauchen ein neues Verständnis von Schule“: Rektor erklärt, was Deutschland versäumt

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Eltern haben Angst, dass KI die Karriere ihrer Kinder gefährdet. Ein Schulleiter verrät, was wir dagegen tun können, und fordert „ein neues Verständnis von Schule“.

Knapp ein Drittel aller Eltern (29 Prozent) hat Sorge, dass ihr Kind in einer von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägten Berufswelt schlechtere Jobchancen hat. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Körber-Stiftung. Eltern haben Angst davor, dass ihre Kinder durch KI leichter schummeln können (70 Prozent) und weniger selbst lernen (60 Prozent).

Diese Ängste sind nur bedingt gerechtfertigt, denn KI ist nicht nur in vielen Berufen, sondern auch im Alltag eine Erleichterung. Kindern dieses Bild von KI zu vermitteln, ist wichtig, findet Gert Mengel. Er ist Schulleiter eines Gymnasiums in Rostock und Schulinspektor mit dem Schwerpunkt Digitalität.

„Um mit Kindern über Künstliche Intelligenz (KI) ins Gespräch zu kommen, ist es sinnvoll, auf alltägliche Erfahrungen zurückzugreifen“, sagt Mengel BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA. Viele Dinge, die wir täglich nutzten, seien bereits KI-gestützt. Zum Beispiel Mäh- oder Staubsaugerroboter, Google, Handy-Sprachassistenten oder Navigationssysteme. „Diese Beispiele zeigen, wie KI unseren Alltag erleichtert und unterstützt. Solche Gespräche helfen, Ängste vor KI abzubauen.“

Wie sollten Eltern und Schulen Kindern den richtigen Umgang mit KI vermitteln?

Künstliche Intelligenz im Job: Pädagoge fordert „neues Verständnis von Schule“

Damit Kinder irgendwann beruflich erfolgreich werden, sei es ist wichtig, dass sie über ausreichend Wissen verfügen, um Künstliche Intelligenz (KI) sinnvoll zu nutzen. „KI-produzierte Texte, die ohne tiefere Kenntnisse und nachhaltige Überlegungen erstellt werden, bleiben oft minderwertig“, sagt Mengel BuzzFeed News Deutschland. Für gute KI-Ergebnisse brauche es präzise und gut durchdachte Fragen. Kinder sollten lernen, wissenschaftlich zu denken und KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

Schulen sollten nicht nur technologische Kompetenzen (wie etwa das Programmieren) vermitteln, findet Megel. Viel mehr komme es im Umgang mit KI auf „vier Zukunftskompetenzen“ an:

  • Kreativität
  • Kooperation
  • Kommunikation
  • Kritisches Denken

Diese Kompetenzen seien seit vielen Jahren als zentral anerkannt. „Aber die Umsetzung in Schulen bleibt oft hinter alten Mustern zurück“, kritisiert der Pädagoge. „Es braucht ein neues Verständnis von Schule, das Wissen ernst nimmt, aber den Prozess des Gestaltens und die Entwicklung einer kritischen Haltung in den Vordergrund stellt.“ Hier könne „KI als Beschleuniger wirken“, weil sie es ermögliche, individueller und differenzierter zu fördern und gleichzeitig die Zusammenarbeit in Gruppen zu stärken.

Dies ist ein Artikel von BuzzFeed News Deutschland. Wir sind ein Teil des IPPEN.MEDIA-Netzwerkes. Hier gibt es alle Beiträge von BuzzFeed News Deutschland.

Was Kinder über KI lernen, ist entscheidend für die „neue Arbeitswelt“

Besonders wichtig sei es, die gesamte Schulgemeinschaft, inklusive Eltern und Lehrer, einzubinden. „Gemeinsame Lernprozesse und Dialoge, wie beispielsweise Elternabende oder Schulprojekte, sind notwendig, um das Thema KI zu vertiefen und ein umfassendes Verständnis zu fördern“, sagt Mengel.

Außerdem sei es notwendig, „alternative Prüfungsformate zu entwickeln, die über die reine Wissensabfrage hinausgehen und kritisches Beurteilen, Hinterfragen sowie kreatives und prozessorientiertes Gestalten in den Vordergrund stellen“, sagt der Schulleiter. „Das repräsentiert dann auch eine neue Arbeitswelt, die genau diese Kompetenzen braucht.“

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago/Screenshot/OECD

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