VonSophia Lotherschließen
Auch eine Überdosierung an Vitamin D kann der Gesundheit schaden. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fakten zu dem bekannten Vitamin.
Kassel – Ungemütliches Wetter, Homeoffice, Alltagsstress: Die Gründe, zu wenig an der Sonne zu sein, sind vielfältig. Doch neben den vielen Vorteilen, die frische Luft für unser Immunsystem hat, wird ein wichtiger Aspekt schnell vergessen: das Vitamin D. Ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben, denn Vitamin D erfüllt eine Vielzahl an Funktionen im menschlichen Körper.
Wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert, ist die bekannteste Aufgabe des Vitamins seine Beteiligung am Knochenstoffwechsel. Aber auch in anderen Stoffwechselvorgängen und bei der Proteinbildung mischt Vitamin D mit. „Dies ließ in den vergangenen Jahren die Vermutung zu, dass Zusammenhänge zwischen der Vitamin-D-Versorgung und chronischen Krankheiten bestehen und damit gleichzeitig neue Präventionsmöglichkeiten entdeckt werden könnten“, erklärt das RKI. Dennoch fügt es hinzu, dass Studien bisher keine direkten Kausalbeziehungen haben aufdecken können. Auch eine vorbeugende Wirkung auf Infektionen ist nicht verlässlich belegt. Dennoch: Ein Vitamin-D-Mangel zeigt sich in manchen Fällen anhand gravierender Symptome, alles Wichtige finden Sie hier im Überblick.
Mangel an Vitamin D: Bei welchen Warnzeichen Sie hellhörig werden sollten
Zu wenig Vitamin D im Körper schadet der Gesundheit. Wie das MSD Manual erläutert, sind folgende allgemeine Symptome mögliche Anzeichen für eine Unterversorgung:
- Abgeschlagenheit und Schwächegefühl
- Muskelschmerzen
- Schmerzen in den Knochen
- Schwäche in den Knochen; besonders in Wirbelsäule, Becken und Beinen
- Berührungsempfindlichkeit möglich
Abhängig vom Alter des Betroffenen können noch weitere Symptome auf einen Vitamin-D-Mangel hinweisen. So können Säuglinge an Rachitis erkranken und starke Krämpfe entwickeln. Kinder zwischen einem und vier Jahren können unter Knochenverwachsungen leiden, ältere Kinder und Jugendliche entwickeln meist Schmerzen beim Gehen, so das MSD Manual. Bei älteren Menschen können leichte Erschütterungen bei einem starken Vitamin-D-Mangel zu Brüchen und Frakturen führen.
Vitamin-D-Mangel erkennen: Wie er festgestellt wird – und wie viel der Körper braucht
Wie viel Vitamin D braucht der menschliche Körper eigentlich? Laut RKI erfolgt die Bestimmung der Vitamin-D-Menge durch die Messung von 25-Hydroxyvitamin-D (25(OH)D) im Blutserum. Im Blut gelten laut RKI folgende Grenzwerte:
| Bedeutung | Menge in 25(OH)D Nanomol pro Liter |
|---|---|
| Vitamin-D-Mangel | <30 |
| Suboptimale Versorgung | 30 bis <50 |
| Ausreichende Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit | 50 bis <75\t |
| Ausreichende Versorgung in Bezug auf die Knochengesundheit ohne weiteren Zusatznutzen für die Gesundheit | 75 bis <125 |
| Mögliche Überversorgung, die für den Körper negative gesundheitliche Folgen | ≥125 |
| Quelle: RKI |
Wie sich der Tabelle entnehmen lässt, kann auch eine Überversorgung von Vitamin D der Gesundheit schaden. Laut dem Institut ist eine Hyperkalzämie möglich. Davon spricht man, wenn der Kalzium-Spiegel im Blut deutlich zu hoch ist. Das kann laut dem RKI zu Herzrhythmusstörungen oder Nierensteinen führen.
Zu wenig Vitamin D: Für diese Personen ist das Risiko besonders hoch
Wer läuft überhaupt Gefahr, zu wenig Vitamin D im Blut zu haben? Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben die Personen ein besonders hohes Risiko, die sich bei Sonnenschein „kaum oder gar nicht bzw. nur mit gänzlich bedecktem Körper im Freien aufhalten oder Personen mit dunkler Hautfarbe“. Als Spezifizierung schreibt die Gesellschaft, dass zu den Menschen, die nicht ausreichend in die Sonne gehen, vor allem mobilitätseingeschränkte, chronisch Erkrankte und pflegebedürftige ältere Menschen gehören. Im Alter nehme außerdem die Fähigkeit der Haut ab, das Vitamin D eigenständig zu bilden.
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Mangel an Vitamin D? Was dagegen unternommen werden kann
Die DGE betont auf ihrer Webseite, dass nur bei fehlender Eigenproduktion im Körper maximal 20 Mikrogramm Vitamin D täglich zugeführt werden sollen. Bei Säuglingen unter zwölf Monaten liegt der Wert bei 10 Mikrogramm. „Der Schätzwert wird durch Gabe einer Vitamin-D-Tablette zur Rachitisprophylaxe ab der 1. Lebenswoche bis zum Ende des 1. Lebensjahres bei gestillten und nicht gestillten Säuglingen erreicht“, so die DGE.
Hinweis der Redaktion
Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.
Falls Sie vermuten, dass ein Mangel bei Ihnen vorliegen könnte, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt. Die DGE betont hierzu: „Da bei einem Großteil der gesunden deutschen Bevölkerung nicht von einem Vitamin-D-Mangel auszugehen ist, sollte die Bestimmung der Vitamin-D-Versorgung nur bei begründetem Verdacht auf eine Mangelsituation oder bei Risikopersonen erfolgen.“ (Sophia Lother)
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