Silvesterausschreitungen

Raketenbeschuss, Krawalle und brennende Mülltonnen in Berlin: Neue Details zu den Verdächtigen

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Die Krawalle an Silvester in Berlin versetzen weite Teile Deutschlands in Aufruhr. Die Polizei veröffentlicht Details zu den Verdächtigen - und deren Nationalitäten.

Berlin - Quer fliegende Raketen, brennende Mülltonnen und Elektroscooter - dazu verletzte Einsatzkräfte aufgrund von Angriffen: In der Hauptstadt sowie manch anderen Gegenden Deutschlands kam es an Silvester 2023 zu massiven Ausschreitungen, welche die Öffentlichkeit, Einsatzkräfte, Medien und damit auch die Politik in Aufruhr versetzen.

Nach den Neujahrskrawallen in Berlin hat die Polizei mittlerweile Informationen zu den Tatverdächtigen veröffentlicht, die das Silvesterfest mutmaßlich zu einem Gewaltexzess gemacht haben. Auf Nachfrage erklärten die Behörden, dass im Zusammenhang mit den Ausschreitungen an verschiedenen Standorten der Hauptstadt (u. a. im Stadtteil Neukölln) 145 Menschen vorläufig festgenommen wurden. Jedoch seien diese allesamt wieder entlassen worden.

Ein ausgebrannter Reisebus steht nach Krawallen in der Silvesternacht vor einem beschädigten Wohnhaus im Berliner Bezirk Neukölln.

Silvesterkrawalle in Berlin: 18 verschiedene Staatsbürgerschaften

Bei der Gruppe der Verdächtigen, die den polizeilichen Angaben zufolge aus 18 verschiedenen Staatsbürgerschaften besteht, gab es zunächst irrtümliche Doppelerfassungen, mittlerweile wurde die Personenzahl von 159 herabgesetzt. 45 der Personen haben demnach die Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik, 27 einen afghanischen Pass und 21 mutmaßliche Randalierer stammen aus Syrien. Die genannten seien die größten Einzelgruppen, außerdem seien fünf Prozent der Festgenommenen weiblich und der Rest männlich.

Speziell vonseiten der Union setzte es nach Bekanntwerden der Vorfälle in Berlin Kritik. Laut Bayerns Landeschef habe sich der Standort der politischen Führung des Landes zu einer „Chaos-Stadt“ entwickelt.

Berlin: 355 Verfahren wegen Silvester - Randale heizen Integrationsdebatte an

Aufgrund der Silvesterkrawalle in Berlin seien nun 355 Verfahren eingeleitet worden - u. a. wegen Landfriedensbruch, Brandstiftungsdelikten, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie gefährlicher Körperverletzung. Auch das jeweilige Alter der festgenommenen Personen wird laut Berliner Polizei derzeit noch ausgewertet. 

In der Silvesternacht wurden Einsatz- und Rettungskräfte teilweise massiv angegriffen. Zum Teil musste die Polizei ausrücken, um Feuerwehrleute beim Löschen von Bränden gegen Angriffe zu schützen. Allein in der Hauptstadt wurden 33 Einsatzkräfte verletzt. Mit den Krawallen an Silvester, die neben Berlin auch in anderen Städten Deutschlands notiert wurden, entzündet sich zwangsläufig (wieder) eine Debatte um die Migrationspolitik der vergangenen Jahre (Kommentar). (PF)

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer / dpa

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