Schneefallgrenze bei etwa 600 Metern

Winter-Wetter kehrt nach Österreich zurück – Kaltfront sorgt für Schnee-Comeback

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Der Schnee kommt zurück nach Österreich (Archivbild).

In diesem Winter fiel weniger Schnee als üblich, der März war überdurchschnittlich warm. Doch nun erlebt Österreich ein Winter-Comeback mit Schneefall bis in die Täler.

Tirol - In weiten Teilen Österreichs fiel deutlich weniger Schnee als in den Jahren zuvor. Der März 2023 war zudem einer der wärmsten März-Monate der Messgeschichte. In den Skigebieten der Alpen stellte sich die Frage: Reicht der Schnee bis zum Ende der Saison? Doch nun erlebt das Winter-Wetter in Österreich ein Comeback, denn eine Kaltfront bringt den Schnee zurück.

Kaltfront in Österreich bringt den Winter zurück

Am Sonntag (2. April) traf eine Kaltfront auf Österreich. Tagsüber lag die Schneefallgrenze zwischen 1.000 und 1.500 Metern Höhe, am Abend von Norden beginnend nur noch bei etwa 700 Metern. Zu Beginn der Woche wird es laut wetter.at deutlich kälter und die Schneefallgrenze purzelt weiter: Sie liegt dann zwischen 600 und 900 Meter Meereshöhe. Etwas Schnee fällt am Montag deshalb nicht nur in vielen Skigebieten, sondern auch in den Tälern. Trotzdem wird es tagsüber warm, die Höchsttemperaturen liegen bei fünf bis zehn Grad. Nur unterhalb der Schneefallgrenze könne es Schneeregen oder Regen geben, heißt es von Geosphere Austria

Am Dienstag (4. April) bringt die Kaltfront von Norden laut Prognose weiterhin kalte Luftmassen. An der Nordseite der Alpen von Salzburg bis zum Mittelgebirge ist auch leichter Schneefall möglich. Vor allem im Süden lässt sich stattdessen die Sonne länger blicken. Die Höchsttemperaturen schwanken deutlicher und liegen österreichweit zwischen zwei und elf Grad. Der Einfluss des Tiefdruckgebiets und die kalte Strömung aus dem Norden sorgen auch am Mittwoch laut wetter.at weiterhin für leichten Schneefall. Mitte der Woche wird es etwas kühler, die Höchsttemperaturen liegen tagsüber bei einem bis neun Grad laut wetter.at und bei drei bis neun Grad laut Geosphere-Vorhersage.

Skiwinter in den Alpen scheint gerettet, doch wie geht es weiter?

Der diesjährige Skiwinter in den Alpen scheint gerettet, doch ein Blick auf den langfristigen Trend zeigt, dass sich der menschengemachte Klimawandel in Österreich deutlich bemerkbar macht. Die Gletscher des Landes sind seit Beginn der Messungen vor 132 Jahren noch nie so stark geschmolzen wie im vergangenen Jahr, warnte der Österreichische Alpenverein (ÖAV) in seinem jährlichen Gletscherbericht.

Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde

Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben.
Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben. © dpa/NASA/AP
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer.
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer. © Felipe Dana/dpa
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen.
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen. © Urs Flueeler/dpa
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen.
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen. © Oscar Vilca/INAIGEM/afp
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden.
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden. © Urs Flueeler/dpa
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination.
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination. © Johannes Eisele/afp
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser.
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser. © Jonathan Nackstrand/afp
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt.
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt. © Fabrice Coffrini/afp
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien.
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien. © Peter Parks/afp
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten.
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten. © imago/Xinhua
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.  © NASA Earth Observatory/Jesse Allen und Robert Simmon/United States Geological Survey/dpa
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen.
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen. © Kay Nietfeld/dpa

Dieser Trend wird sich offenbar fortsetzen: Laut einer im Januar in der Zeitschrift Science veröffentlichten Studie werden die Hälfte der 215.000 Gletscher der Erde sowie ein Viertel ihrer Masse bis zum Ende des Jahrhunderts geschmolzen sein - selbst dann, wenn die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann. Wissenschaftler halten das 1,5-Grad-Ziel inzwischen aber wahrscheinlich für unerreichbar. Unter Österreichs höchsten und damit schneesichersten Skigebieten befinden sich zahlreiche Gletscher, etwa der Pitztaler, Hintertuxer oder Stubaier Gletscher.

Zwar unterliegt das Wetter natürlichen Schwankungen. Langfristig werden aber auch der Schnee und die maximalen Schneehöhen abnehmen, besonders in tiefen und mittleren Lagen, unterhalb von etwa 1500 Meter Seehöhe, so Marc Olefs von GeoSphere. „Es liegt im langfristigen Interesse des Schneesports, wissenschaftsbasierte Ziele für Klimaschutz und Anpassung in allen Sektoren umzusetzen, in der gemeinsamen Verantwortung für kommende Sportgenerationen“, so Ralf Roth, Initiator des D-A-CH-Netzwerks „Klima.Schnee.Sport“.

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