VonElias Bartlschließen
Zum bundesweiten Warntag 2022 am 8. Dezember sollen Warn-Nachrichten an zig Millionen Mobiltelefone verschickt werden. Um was genau geht‘s dabei?
Berlin – Es ist ein Test. Nicht nur ein kleiner, sondern vielmehr ein richtig großer: Am 8. Dezember 2022 ist in Deutschland ein bundesweiter Warntag geplant. Was versteckt sich hinter diesem Warntag genau? Er soll mögliche Schwachpunkte des Systems aufzeigen soll. Darauf haben der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hingewiesen. „Neue Systeme müssen wir testen, um sie später präzise einsetzen zu können“, so Faeser.
Was genau passiert am Warntag 2022 in Deutschland? Warum bekommt am 8. Dezember zum Warntag jeder eine SMS auf sein Handy?
Warntag 2022 wegen Cell Broadcast-System: Großer Testlauf für neues Warnsystem am 8. Dezember 2022
An jenem 8. Dezember soll beim Warntag 2022 erstmals eine Testwarnmeldung der höchsten Warnstufe bundesweit an Handys versandt werden. „Das ist der erste Test für die Warnung per Cell Broadcast“, heißt es. BKK-Chef Tiesler sagt zur Bedeutung des Warntag 2022 am 8. Dezember: „Während die Menschen die Testphase nutzen können, um sich mit dem neuen Warnkanal vertraut zu machen, werden wir mit dem Feedback und den Live-Rückschlüssen daraus die beteiligten Schnittstellen weiter bestmöglich aufeinander abstimmen.“
Während die Menschen die Testphase nutzen können, um sich mit dem neuen Warnkanal vertraut zu machen, werden wir mit dem Feedback und den Live-Rückschlüssen daraus die beteiligten Schnittstellen weiter bestmöglich aufeinander abstimmen.
Mit den Schlussfolgerungen, die aus dem Warntag 2022 gezogen werden können, sei es möglich, technische Anpassungen so vorzunehmen, damit Cell Broadcast für den angestrebten Normalbetrieb Ende Februar 2023 optimal genutzt und in den Warnmix integriert werde. Unter Warnmix verstehen die Bevölkerungsschützer, die den Warntag 2022 am 8. Dezember auf die Agenda in Deutschland gesetzt haben, den Betrieb verschiedener Kanäle zur Warnung der Bevölkerung – etwa vor Hochwasser, Extremwetter oder Großbränden. Zu den bekannten Warnkanälen gehören die Warn-App Nina, digitale Anzeigetafeln, Sirenen sowie auch das Radio und das Fernsehen.
Mehrere Millionen Geräte sollen am Warntag 2022 am 8. Dezember gleichzeitig klingeln
Am 8. Dezember sollen anlässlich des Warntags 2022 um 11:00 Uhr die Menschen in Deutschland über die Warnmittel informiert werden. Beim Cell-Broadcast-System erhalten alle Handynutzer, die sich zu einer bestimmten Zeit im Bereich einer Funkzelle aufhalten, eine Mitteilung, die wie eine SMS aussieht. Anders als bei den Warn-Apps Nina und Katwarn werden damit am 8. Dezember 2022 beim Warntag auch Menschen erreicht, die kein Smartphone verwenden.
Am Warntag 2020 einiges schiefgelaufen: Dieses Jahr soll alles funktionieren – und das Cell Broadcast-System verbessern
Beim ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 war einiges schiefgelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps Nina und Katwarn erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen. Logisch, dass dies beim Warntag 2022 am 8. Dezember besser laufen soll. Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm 2020 damals als „fehlgeschlagen“ bezeichnet. Ein ursprünglich für September 2021 geplanter Warntag war danach abgesagt worden. Zur Begründung hieß es damals, das BBK baue erst noch eine „umfassende Testlandschaft auf“. Jetzt aber folgt der Warntag 2022 am 8. Dezember.
Das neue Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast: Telefonanbieter sind vorbereitet
Das neue Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast nimmt allmählich Formen an. Die Deutsche Telekom teilte jüngst mit, dass sie für den Testbetrieb bereit sei und bezieht sich damit den für den 8. Dezember geplanten bundesweiten Warntag. Dann sollen erstmals diese Warnnachrichten an zig Millionen Mobiltelefone verschickt werden. Nach den Erfahrungen aus diesem Test soll der Regelbetrieb im kommenden Jahr starten. Von Vodafone und Telefónica (O2) hieß es auf Anfrage ebenfalls, dass beide startklar für den Test am Warntag 2022 seien.
Bei dem System werden Nachrichten wie Rundfunksignale an alle kompatiblen Geräte geschickt, die in einer Zelle eingebucht sind - daher der Name „Cell Broadcast“. Im Gegensatz zu anderen Warnsystemen wie Nina oder Katwarn muss man beim Cell Broadcast keine App haben, um alarmiert zu werden. Anlass für die Einführung von Cell Broadcast in Deutschland waren die heftigen Unwetter in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz im Juli 2021, bei denen es zahlreiche Tote gab. In anderen EU-Staaten ist Cell Broadcast bereits im Einsatz. (Mit Material der dpa)
