Strenges Anti-Tabak-Gesetz

Rauchverbot am Strand: Mallorca greift im Sommer durch

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Zigaretten müssen vielerorts draußen bleiben: An 15 Stränden auf Mallorca greift in diesem Sommer ein Rauchverbot.
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An vielen Stränden auf Mallorca müssen Raucher ihre Zigaretten in diesem Jahr auslassen. Auch andere Inseln der Balearen ziehen mit. In Spanien gilt ein strenges Anti-Tabak-Gesetz.

Palma – Sonne, Strand und Meer – für viele Mallorca-Jünger ist das die heilige Dreifaltigkeit. Jahrelang gab es dieses Zusammenspiel aber nicht ohne Zigarettenqualm und Nikotingeruch. Denn geraucht wurde, wo immer ein Glimmstängel zur Hand war. Doch längst bemüht sich die liebste Urlaubsinsel der Deutschen um mehr Sauberkeit und bessere Luft für Einwohner und Besucher – wovon letztlich die Umwelt profitiert.

Wie die Mallorca-Zeitung berichtet, werden in diesem Sommer 15 Strände zu rauchfreien Zonen erklärt. Zu dem Kreis zählt auch „der berühmt idyllische Sandstrand auf der Halbinsel Formentor im Norden“, hieß es. Die Liste umfasst mit dem schon genannten Platja de Formentor drei weitere Strände in der nördlichen Gemeinde Pollenca: Platja d‘Albercutx, Cala Barques und Cala Molins.

Urlaub auf Mallorca: Wo Rauchen im Sommer 2023 überall verboten ist

In der westlichen Gemeinde Calvia werden der Platja des Carregador, der Platja de Santa Ponca und der Platja de la Romana – auch als Platja dels Morts bekannt – zu rauchfreien Stränden. In Palma ziehen die Cala Estancia und Molinar mit.

An diesen 15 Stränden ist das Rauchen auf Mallorca künftig verboten:

  • Platja de Formentor
  • Platja d‘Albercutx
  • Cala Barques
  • Cala Molins
  • Cala Deià
  • Caló des Moro
  • Cala Sa Nau
  • Cala Anguila
  • Sa Platgeta in Colonia de Sant Pere
  • Platja de Sant Joan
  • Platja des Carregador
  • Platja de Santa Ponça
  • Platja de la Romana oder dels Morts
  • Cala Estància
  • Molinar

Rauchverbot an Mallorcas Stränden: Seit 2019 verfolgt Balearen-Regierung das Projekt

Bereits im Jahr 2019 hatte das balearische Gesundheits- und Umweltministerium das Projekt „Rauchfreie Strände“ angeschoben. Damals wurden Zigaretten und Co. von sechs Stränden verbannt. „Wir wollen, dass den Menschen die Notwendigkeit bewusst wird, schädliche Gewohnheiten aufzugeben und einen gesunden Lebensstil zu führen“, erklärte Patricia Gomez, Gesundheitsministerin der Balearen, zum Startschuss laut Augsburger Allgemeine.

Ende des Jahres 2021 sorgte dann Spaniens Regierung mit einem Abfallgesetz dafür, dass sich der Konsum von Tabak an Ständen leichter regeln lässt. In dem Zusammenhang wurden Restaurants auch dazu verpflichtet, Leitungswasser gratis anzubieten, um den Gebrauch von Plastiktrinkflaschen einzudämmen.

Dem Gesetz, das rauchfreie Stände erleichtert, ging eine von 283.000 Bürgern unterschriebene Petition voraus. Während der Corona-Pandemie hatte auch die Sorge vor einer Verbreitung des Virus dafür gesorgt, dass an vielen Stränden nicht geraucht werden durfte. Das dürfte diesmal kaum eine Rolle gespielt haben.

Spanien und das Anti-Tabak-Gesetz: Verstöße gegen bis zu 10.000 Euro kosten

Dennoch ist die Zahl der mitziehenden Strände so hoch wie nie. Allein auf Mallorca sind dem Bericht zufolge neun Strände neu dabei. Auf Ibiza mischen fünf Strände erstmals mit. Insgesamt werden 28 Strände auf den Balearen zu rauchfreien Zonen erklärt. Die Hinweise werden über Schilder, QR-Codes und erstmals auch einer Fahne für alle Strandgänger sichtbar sein.

Wohl auch durch den Einsatz der Regierung der Balearen gelten in Spanien für Raucher mittlerweile die strengsten Gesetze in Europa. Wie das Wochenblatt der Kanarischen Inseln zu Beginn des Jahres schrieb, sieht das Anti-Tabak-Gesetz vor, dass am Arbeitsplatz, in Restaurants und in Bars nicht mehr geraucht werden darf. Auf Kinderspielplätzen und auf dem Gelände von Gesundheitszentren wie Krankenhäusern ist es selbst im Freien verboten. Allerdings gibt es in Hotels speziell ausgewiesene Raucherzimmer, auch in Sportstadien, in Stierkampfarenen und auf Terrassen darf weiter gequalmt werden.

Wer dennoch an Stränden auf Mallorca raucht, muss mit Strafen rechnen. Die Bußgelder sollen bei leichten Vergehen von 30 bis 600 Euro reichen, berichtet das Wochenblatt. Schwere Verstöße können mit bis zu 10.000 Euro geahndet werden. (mg)

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