VonMoritz Bletzingerschließen
Das Marburg-Virus ist einer der potenziell tödlichsten Erreger. Ein Ausbruch wurde nun in Ruanda gemeldet.
Kigali – „Wir zählen 20 infizierte Menschen und sechs, die bereits am Virus gestorben sind“, berichtet Ruandas Gesundheitsminister Sabin Nsanzima in einer Mitteilung auf X (Twitter). In dem afrikanischen Land ist das gefährliche Marburg-Virus ausgebrochen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist informiert.
Ruanda meldet Ausbruch von Marburg-Virus: Gesundheitsministerium mahnt nach Todesfällen zu Wachsamkeit
„Das Gesundheitsministerium überwacht die Situation aufmerksam und wird regelmäßig weitere Informationen bereitstellen. Die Bevölkerung sollte ihre üblichen Aktivitäten beibehalten, dabei aber ein hohes Maß an Wachsamkeit und Hygiene halten“, schreibt das Gesundheitsministerium. Die Behörden versuchen momentan, die Infektionskette in Ruanda nachzuverfolgen. In Zentralafrika war zuvor bereits das Mpox-Virus ausgebrochen, die WHO hatte eine internationale Notlage ausgerufen.
.@RwandaHealth has reported cases of #Marburg. @WHO is scaling up its support and will work with the government of #Rwanda to stop the spread of the virus and protect people at risk.https://t.co/F5PS91cdOa pic.twitter.com/nEC06viE6n
— Tedros Adhanom Ghebreyesus (@DrTedros) September 28, 2024
Das Marburg-Virus gehört wie Ebola zur Familie der Filoviren und wurde laut dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin bislang im östlichen, zentralen und südlichen Teil des afrikanischen Kontinents beobachtet. Erstmals im Jahr 2021.
Symptome von Marburg-Virus können schwer ausfallen – durchschnittliche Sterberate laut WHO bei 50 Prozent
Infizierte Personen können ein hämorrhagisches Fieber entwickeln. Laut WHO verläuft das je nach Virusstamm und Qualität der Krankenversorgung in 24 bis 88 Prozent tödlich. Die durchschnittliche Sterberate bei Infektionen mit dem Marburg-Virus liegt laut WHO bei rund 50 Prozent.
Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen zeigen sich bei einer Infektion Symptome wie hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und Muskelschmerzen. Zudem können Erbrechen, Brustschmerzen, Bauchschmerzen und schwere wässrige Durchfälle auftreten. Diese Symptome können im Verlauf der Marburg-Erkrankung zunehmend schwerer werden und unter anderem in starke Blutungen und multiples Organversagen auswachsen.
Spezifische Behandlung oder Impfung gegen Marburg-Virus gibt es bislang nicht
Eine spezifische Behandlung oder einen Impfstoff gegen das Marburg-Virus gibt es bislang nicht. „Eine frühzeitige unterstützende Behandlung gegen Rehydrierung und symptomatischer Behandlung verbessert die Überlebenschancen“, erklärt die WHO.
Als natürliche Wirte und Überträger gelten Nilflughunde (Rousettus aegyptiacus). Unter Menschen kann sich das Marburg-Virus bei engem Kontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut verbreiten. Das gefährliche West-Nil-Virus wurde Anfang September derweil erstmals in Deutschland festgestellt. (moe)
Rubriklistenbild: © Fred Murphy/picture alliance/dpa/CDC

