VonMarcus Giebelschließen
In Rimini wird bis tief in die Nacht gefeiert. Neuerdings an den Strandbars. Das schmeckt längst nicht allen im italienischen Urlaubsort.
Rimini – Ein gelungener Party-Urlaub braucht viele Zutaten. Darunter gelegentliche Spirituosen, aber vor allem Sommer, Sonne, Strand und Meer. Und das nicht nur auf den für ihre Locations bekannten Inseln wie Mallorca und Ibiza, sondern auch in Rimini. Denn auch in der Stadt an der italienischen Adriaküste stehen die heißesten Nächte des Jahres ganz im Zeichen des Partyvolks – nicht zuletzt den jungen Urlaubern aus Deutschland und Österreich.
Die feiern sich und das Leben jedoch ziemlich lange am Strand, wo sie sich aber auch bestens unterhalten fühlen. Und das regelmäßig. Deutlich zu lange. Finden zumindest einige Entscheidungsträger, die dem nächtlichen Treiben an den Strandbars bei lauter Musik ein Ende setzen wollen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet.
Streit um Strand-Partys in Rimini: Bürgermeister verweist auf Vorschriften
„Der Strand kann nicht zu einer Freiluftdisco werden, die Vorschriften verbieten das“, wird Bürgermeister Jamil Sadegholvaad zitiert. „Sicherlich ist diese Art von Angebot für einige Strandbars gewinnbringend, aber es muss Regeln geben“, findet der Politiker, der zuletzt Schlagzeilen schrieb, als er per öffentlichem Brief Gesundheitsminister Karl Lauterbach nach Rimini einlud – auf Deutsch. Es war eine Reaktion auf Tweets des SPD-Politikers, der Italien aufgrund der zunehmenden Hitze in Südeuropa nicht als Urlaubsland der Zukunft sieht.
Dem Bericht zufolge verlangt die Gemeinde wegen der ausufernden Strand-Partys, dass die Lokale am Meer spätestens um 21 Uhr schließen. Das wäre wohl ganz im Sinne von Gianni Indino. „In einigen Stadtteilen von Rimini tanzen Tausende Menschen nachmittags und bis spät in die Nacht, vor allem an Wochenenden, und das ist nur die Spitze des Eisbergs“, kritisiert der Vorsitzende des Verbands der Discobetreiber. Diese fürchten aufgrund der jüngsten Entwicklungen Umsatzverluste.
Video Nach Italien-Tweet - Bürgermeister lädt Lauterbach nach Rimini ein
Partys am Strand vom Rimini bis in die Nacht: „Situation ist unerträglich geworden“
„Vom Hafen abwärts ist der Strand zu einer großen Open-Air-Disco geworden“, schimpft Indino: „Die Situation der nachts geöffneten Strandbars ist unerträglich geworden.“ Ihm zufolge würden gar nicht einmal viele Touristen, sondern vor allem Einheimische in den Strandbars die Nacht zum Tag machen und damit den Discos eine lange Nase drehen. Deshalb betont Indino: „Die Regeln müssen eingehalten werden.“
Ob ein hartes Durchgreifen samt Deadline für die Strandbars aber wirklich den zahlreichen bekannten Discos in die Karten spielen würde? Die Locations in der Partyhochburg, die erst vor wenigen Wochen Opfer einer Flutkatastrophe war, sollen vielen Jugendlichen mittlerweile zu teuer sein. Auch deshalb wurde der Strand mehr und mehr zum abendlichen Sehnsuchtsort für Feierbiester. (mg)
