Burnout-Prävention

Stress in der Arbeit: Die Hälfte der Deutschen ist überlastet – Gründe, Symptome und Tipps

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Die Hälfte der Deutschen fühlt sich überlastet, zeigt eine aktuelle Umfrage.
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Erst Schlafstörungen und Muskelschmerzen, dann Haarausfall und Burnout. Wie sehr Ihr Körper unter Stress leidet – und wie Sie diesen abbauen.

Hamburg – Die Hälfte der Deutschen fühlt sich derzeit erschöpft, zeigt eine aktuelle Umfrage unter 5000 Beschäftigen in Deutschland. Und auch die Stressstudie 2021 der Technischen Krankenkasse (TK) zeigt: Jede vierte Person ist häufig gestresst. Hauptursache ist der Beruf. Doch warum leiden so viele Menschen in Deutschland unter Stress bei der Arbeit? Was sind die Symptome? Und wie kann man Stress reduzieren oder abbauen?

Stress bei der Arbeit? Schlafstörungen, Haarausfall und ein dicker Bauch sind die Symptome

Vorübergehender Stress gehört zum Leben und hat auch seine guten Seiten. Schließlich bringt der Stress uns bei der Arbeit aber nicht nur dort zu Höchstleistungen. Chronischer Stress ist hingegen gefährlich, sagen Experten. Denn Stress verursacht, dass die Stresshormone Cortisol und Adrenalin im Blut zunehmen. Auch der Blutdruck steigt. Bei Dauerstress kann dies im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen. Dieser will natürlich unbedingt vermieden werden. Deswegen sollte man bei Stress in der Arbeit schon bei leichteren Symptomen wachsam sein und versuchen, sein Verhalten zu ändern und Stress abzubauen. Auch Haarausfall, Schlafstörungen oder eine Gewichtszunahme deuten auf Stress hin.

Körperliche Symptome bei Stress: Schlafstörungen, Haarausfall, Bluthochdruck

Oft merken wir gar nicht, wie sehr der Körper wegen Stress unter Strom steht. Folgende Symptome können bei Stress auftreten:

  • Muskelverspannungen im Nacken
  • Schlafstörungen (Probleme beim Ein- oder Durchschlafen)
  • Zittern der Hände
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Haarausfall
  • Sexuelle Unlust

Bei chronischen Stress können außerdem folgende Symptome auftreten:

  • Bluthochdruck
  • Herzklopfen
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Übergewicht
  • Schwindel
  • Asthma
  • Erschöpfung

Psychische Symptome bei Stress: Nervosität, Burnout, Depression

Was viele nicht wissen: Stress äußerst sich nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Also nicht nur im Körper, sondern auch in unserem Kopf. Bei leichtem Stress werden wir etwa nervöser, sind empfindlicher und haben Konzentrationsschwierigkeiten. Auch, dass wir öfter etwas vergessen, kann ein psychisches Symptom bei Stress sein. Bei lang anhaltendem Stress können pessimistische Gedanken und Negativität aufkommen – im schlimmsten Fall enden diese in Depressionen oder einem Burnout.

Um dies zu verhindern, muss man natürlich wissen: Was verursacht eigentlich Stress bei uns? Denn nur, wer die Auslöser kennt, kann früh genug reagieren.

Menschen zwischen 30 und 40 Jahren haben den meisten Stress in der Arbeit – das sind die Gründe

Im Auftrag des Beratungsunternehmens Auctority hat das Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum von 14. bis 18. Juli eine repräsentative Stichprobe von 5.000 Beschäftigten in Deutschland ab 18 Jahren befragt, wenn es um die Erschöpfung bei der Arbeit geht. Das alarmierende Ergebnis: Eine Mehrheit von 49,5 Prozent der deutschen Bevölkerung bezeichnet sich derzeit als erschöpft. Die Arbeit ist der Hauptfaktor. 

Als Ursachen für die Erschöpfung am Arbeitsplatz sehen eine Mehrheit der Befragten in der Studie den Leistungsdruck (56,3 Prozent), gefolgt vom Zeitdruck bei der Arbeit (43,1 Prozent) und der Menge der Arbeit (41,2 Prozent). Aber auch andere Faktoren spielen eine gewichtige Rolle. 30,6 Prozent der Befragten geben Probleme mit Vorgesetzten als Ursache der Erschöpfung an.

Am stärksten erschöpft und müde zeigt sich die Altersgruppe zwischen 30 und 40 mit 73 Prozent.

Stress in der Arbeit: So bauen Sie Stress ab beziehungsweise reduzieren ihn

Stress reduzieren – das gelingt nicht in jedem Job einfach. Wer immer wieder über lange Zeiten Überstunden machen muss, und wenn dies bereits negative körperliche Auswirkungen auf die Gesundheit hat, sollte mit dem Chef oder der Personalabteilung (HR) sprechen. Geld und die Arbeit sind wichtig – aber die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen.

Davor sollten Sie sich aber erstmal klar machen, was genau Sie stresst. Denn erst, wenn man den Grund kennt, kann man über die Lösungswege nachdenken. Delegieren Sie zu wenig? Fehlt eine zusätzliche Stelle? Oder liegt es am eigenen Perfektionismus?

Wenn man der Arbeit einen zu hohen Stellenwert im Leben einräumt, und sein Ego und Selbstbewusstsein vom Erfolg abhängen, lohnt es sich, seine Prioritäten zu hinterfragen – und etwas zu ändern.

Wenn der Stress im Job nur eine momentane Phase ist, helfen schon kleinere Maßnahmen, um Stress zu reduzieren.

Stress abbauen: Diese praktischen Tipps helfen schnell und zuverlässig

Experten raten als Burnout-Prävention, einen Tag in der Woche gar nichts tun zu müssen. Also am Sonntag nicht zu putzen, zu kochen oder den Rasen zu mähen – wenn man darauf keine Lust hat. Dadurch kommt man wenigstens an einem Tag in der Woche vollkommen zu Ruhe.

Was auch hilft, aber vor allem im Home Office schwerfällt: Pausen machen. Also das Mittagessen kochen und in Ruhe essen, und danach nochmal um den Block gehen. Und dazu den Laptop zuklappen und das Handy ausmachen – und nicht an die Arbeit denken.

Stress im Büro: Krankasse empfiehlt Atemübungen – Zeit für Freunde, Sport oder Yoga schaffen

Akuter Stress im Büro? Mit Atemübungen können Sie sich in stressigen Situationen eine Erholungspause verschaffen. Sie beruhigen, entkrampfen und helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Techniker Krankenkasse empfiehlt folgende Übung: Lüften Sie den Raum und setzen Sie sich bequem und entspannt hin. Wenden Sie Ihre Aufmerksamkeit Ihrem Atem zum. Atmen Sie durch die Nase ein und langsam und konzentriert wieder aus. Beim Ausatmen sprechen Sie in Gedanken langsam ein zweisilbiges Wort, zum Beispiel „Ruhe“. Wiederholen Sie das, so oft Sie wollen. Diese Übung beruhigt den Atem und entspannt.

Was noch hilft: Schaffen Sie Zeit für Dinge, die Ihnen Spaß machen: Ausschlafen, Freunde treffen, Sport, Kino, Yoga, Meditation, Kochen, in die Natur fahren – am besten alles. Und ohne Handy. Das zeigt Ihnen, dass es noch etwas anderes im Leben gibt, als die Arbeit.

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