Alles doch ganz anders?

Studie der Arbeitsagentur hebelt größtes Gen-Z-Vorurteil aus

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Ein bekanntes Vorurteil ist, dass die jüngere Generation nicht arbeiten will. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass das Gegenteil der Fall ist.

München – Gen Z ist arbeitsfaul. Das ist ein gängiges Vorurteil, mit dem Menschen der jüngeren Generation oft konfrontiert werden. Eine aktuelle Studie der Bundesagentur für Arbeit zeigt nun, dass dem nicht so ist. Die 20- bis 24-Jährigen arbeiten demnach so viel wie lange nicht mehr.

Alles andere als faul: Studie zeigt, dass Erwerbsbeteiligung der Gen Z sogar überdurchschnittlich ist

Die Erwerbsbeteiligung der sogenannten Generation Z (Jahrgang 1996 bis 2010) ist seit 2015 laut dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit um 6 Prozentpunkte auf 76 Prozent gestiegen. Hauptgrund für den Anstieg sind vor allem Studenten, die einen Nebenjob ausüben.

In den Generationen von 25 bis 64 Jahren stieg die Erwerbsbeteiligung im gleichen Zeitraum hingegen nur um 3 Prozentpunkte auf 87 Prozent. Von 1995 bis 2015 ist die Zahl der Erwerbsbeteiligten laut der Studie konstant gesunken. Die Erwerbsbeteiligung der Generation Z wächst demnach überdurchschnittlich stark.

Gen Z ist arbeitsfaul? Eine Studie zeigt, dass das Gegenteil der Fall ist. (Symbolbild)

Die Daten der Studie ergeben sich aus der Auswertung des Mikrozensus und der Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Studie beschränkte sich dabei nur auf Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft, da der Anteil junger Menschen durch Fluchtmigration 2015 stark angestiegen ist und die Ergebnisse verzerren würde, schreiben die Autoren der Studie.

Studie räumt auch mit Gen-Z-Vorurteilen zu Jobwechsel und Arbeitszeiten auf

Zwar stiegen die Zahlen der Gen Z laut der Studie sowohl bei der Vollzeit- als auch Teilzeitbeschäftigung. Die Teilzeitbeschäftigung stieg dabei aber deutlich stärker an. Die Erwerbsquote erhöhte sich unter Studenten im Alter von 20 bis 24 Jahren zwischen 2015 und 2023 um 19 Prozentpunkte auf 56 Prozent, bei Nicht-Studierenden um knapp 2 Prozentpunkte auf fast 86 Prozent. Die Teilzeitquote steigt laut Studie in der Gesamtbevölkerung ebenfalls seit Jahren an, was an der höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen liegt.

„Dieser Befund widerspricht gängigen Klischees zur Gen Z im Arbeitsmarkt, passt aber zu weiteren generationsspezifischen Ergebnissen“, schreiben die Autoren der Studie. Außerdem würde die Gen Z nicht häufiger die Berufe wechseln als frühere Generationen. Auch die Entwicklung der gewünschten Arbeitszeiten sei generationenübergreifend größtenteils gleichgeblieben. (tph)

Rubriklistenbild: © YAY Images/IMAGO

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