VonJan Knötzschschließen
Der Ukraine-Krieg hat Folgen für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Drei verschiedene Forschungsinstitute prognostizieren immense Auswirkungen.
Nürnberg – Der Ukraine-Krieg, den der russische Präsident Wladimir Putin mit seinem Angriff am 24. Februar 2022 ausgelöst hat, bremst die Wirtschaft in Deutschland und kostet zudem Jobs. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die am Dienstag, 9. August 2022, veröffentlicht worden ist. Demnach könnte der Ukraine-Krieg, in dem auch immer wieder neue Spekulationen um die Gesundheit von Wladimir Putin aufkommen, die deutsche Wirtschaft bis 2030 mehr als 260 Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten. Zudem, so die Studie, hat der Ukraine-Krieg Auswirkung auf den Arbeitsmarkt.
Auswirkungen des Ukraine-Kriegs: Für das Jahr 2030 positiver Effekt erwartet – allerdings nur unter einer Voraussetzung
Im kommenden Jahr könnten laut der Studie wegen des Ukraine-Konflikts, der die Gaskrise in Deutschland ausgelöst hat, in der auf die Verbraucher nun die Gasumlage zukommt, rund 240 000 Menschen weniger erwerbstätig sein als ohne den Ukraine-Krieg. Im Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2028 wären es 150 000 Menschen. An der Untersuchung waren neben dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsbildung (IAB) zudem auch das Bundesinstitut für Berufsbildung und die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung beteiligt. Für ihre Prognose gingen die Forscher davon aus, dass die Sanktionen gegen Russland bis 2030 bestehen bleiben, selbst wenn der Krieg bis dahin beendet sei. „Wegen der Kriegswirkungen fällt der Nach-Corona-Aufschwung aus“, erklärte Enzo Weber vom IAB, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Die Forscher nennen in ihrer Studie als wichtigsten Bremsfaktor die gestiegenen Preise für fossile Rohstoffe. Diese belasteten die Exportwirtschaft und die Konsummöglichkeiten der privaten Haushalte. Die stärksten Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt prognostiziert die Studie im Gastgewerbe, im Sozialwesen und in der Nahrungsmittelherstellung. Sie nehmen laut der Resultate der Studie allerdings in den kommenden Jahren ab. Für das Jahr 2030 sieht die Studie über die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sogar einen positiven Effekt von 60 000 Erwerbstätigen. Allerdings gilt dies nur für die Annahme, dass die Energiepreise nicht noch höher steigen.
Sollte dies passieren, werde Deutschland in die Rezession rutschen. In einem Szenario mit doppelt so stark steigenden Energiepreisen sehen die Forscher in ihrer Studie die stärksten Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt im Jahr 2024 mit 660 000 Erwerbstätigen weniger als ohne Krieg.
