Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Sturmflut und Schnee: Deutschland droht Extrem-Wetter – Orkantief bringt die Winter-Wende

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Erst Sturm, dann Flut, dann Schnee: Deutschland steuert auf ein extremes Wetterwochenende zu. Es bleibt wohl nicht die letzte Unwetterserie. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Die kommenden Tage bringen echtes Ausnahme­wetter nach Deutschland. Schon ab Mittwoch (22. Oktober) wird es verbreitet nass und windig, doch am Donnerstag (23. Oktober) erreicht die Lage ihren ersten Höhepunkt: Ein kräftiges Orkantief zieht über die Nordsee hinweg und sorgt im Nordwesten für schwere Sturmböen, lokal auch für Orkanböen über 120 km/h. Besonders betroffen sind die Nordseeküste, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen.

Bis Donnerstag (30. Oktober) wird es bereits richtig nass in Deutschland. Die Wetterlage hat sich komplett umgestellt.

Aber auch in der Landesmitte und im Süden kann es stürmisch werden – dort drohen vor allem in exponierten Lagen abgerissene Äste und umstürzende Bäume. In der Nacht auf Freitag droht dem Norden dann zusätzlich eine Sturmflut: Der Hamburger Fischmarkt dürfte erneut unter Wasser stehen, und auch an der ostfriesischen Küste sind Überschwemmungen möglich.

Orkan, Regen, Sturmflutgefahr und Schnee – Wetter in Deutschland steuert auf Herbstchaos zu

Auf der Rückseite des Orkantiefs strömen ab Freitag (24. Oktober) deutlich kältere Luftmassen ein. Damit endet die milde Phase abrupt. In höheren Lagen der Mittelgebirge und der Alpen sinkt die Schneefallgrenze auf unter 1000 Meter, lokal kann es schon ab 700 Metern weiß werden. Zwischen Samstag und Sonntag sind in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen erste Schneeflocken möglich – ein Vorgeschmack auf den Winter. Doch die Ruhe nach dem Sturm bleibt aus: Die Wetterlage bleibt festgefahren, weiterhin dominiert ein west- bis nordwestliches Strömungsmuster. Das bedeutet: feuchte Atlantikluft, neue Tiefs, neue Regengebiete.

Kein Ende in Sicht – die Wetter-Modelle sprechen eine deutliche Sprache

Das US-Wettermodell GFS zeigt in seinem jüngsten Lauf eindrucksvoll, wie extrem die Lage werden könnte: Bis zum 5. November werden in Deutschland teils über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gerechnet, im Westen sogar bis zu 180 Liter. Ganze Landstriche könnten unter Dauerregen leiden, mit erhöhter Hochwassergefahr an Flüssen und gesättigten Böden. Und das Schlimmste: Ein Ende ist nicht in Sicht. Richtung Halloween deutet sich bereits der nächste schwere Sturm an – wieder mit Schwerpunkt im Norden.

Wenn sich diese westliche Strömung festsetzt, drohen uns noch Wochen mit Wind, Regen und Sturm. Der Herbst 2025 könnte als einer der nassesten und windigsten seit Jahren in Erinnerung bleiben – und die Menschen in Deutschland müssen sich auf eine echte Wetter-Achterbahn einstellen.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met / www.wetterdata.de

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