VonMichelle Manteyschließen
Immer größere Vulkanausbruch-Gefahr in Italien. Der Minister für Zivilschutz äußert sich zu den aktuellen Forschungsergebnissen.
Rom – Der berühmte Vulkan Vesuv in Italien ist vielen Menschen bereits bekannt. Doch nun bereitet den Experten ein möglicher Ausbruch des Supervulkans Sorgen. Es handelt sich dabei um die sogenannten Phlegräischen Felder (Campi Flegrei). Sie bestehen aus vielen Vulkanen und erstrecken sich über eine 150 Quadratkilometer große Fläche.
Forscher des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) entdeckten bereits in einer Studie, dass die Phlegräischen Felder anfälliger für Risse seien. Dadurch werde ein Ausbruch wahrscheinlicher. Nun erklärt nach Bericht der Heute.at Nello Musumeci, der Minister für Zivilschutz in Italien: „Nach Auffassung der Kommission Großrisiken des Zivilschutzes haben sich Hinweise verstärkt, dass an den Erdbeben und an der Hebung des Bodens auch Magma beteiligt ist.“
Halbe Million Menschen müssten bei Supervulkan-Ausbruch evakuiert werden
Daher steht der Supervulkan nun unter intensiver Beobachtung. Knapp 360.000 Menschen leben zurzeit im Risikogebiet. Nach Bericht der Tagesschau müssten im Fall eines bevorstehenden Ausbruchs circa eine halbe Million Menschen evakuiert werden. Dies würde nach Angaben der italienischen Behörden drei Tage dauern.
Mittels Untersuchungen werden die Gebiete in bestimmte Risikozonen eingeteilt. Besonders Personen in der roten Risikozone müssten sich, laut Musumeci, auf eine Evaluierung einstellen. Wird ein Gebiet mit der Risikostufe Rot eingestuft, so würde dies bedeuten, dass ein Ausbruch in wenigen Tagen erwartet wird. Zurzeit besteht für die Phlegräischen Felder die Warnstufe Gelb. Aktuell wäge Italiens Minister für Zivilschutz noch ab, ob die Gefahrenstufe auf Organe erhöht wird.
Bei einer Erhöhung der Gefahrenstufe soll die Überwachung des Supervulkans verstärkt werden. Zudem werde Bevölkerung über mögliche Evakuierungspläne, sowie Verhaltensweisen informiert. Ob und wann der Supervulkan ausbricht, ist bislang noch unklar. „Wir können nicht sehen, was im Untergrund passiert. Stattdessen müssen wir die Hinweise, die der Vulkan uns gibt, entschlüsseln, also Erdbeben und Bodenhebungen“, sagt der Co-Autor der INGV-Studie Stefano Carlino.
So wahrscheinlich ist der Ausbruch des Supervulkans
Daher gibt es nach Bericht des RedaktionsNetzwerkDeutschland auch Kritik an den aktuellen Meldungen über einen möglichen Ausbruch des Supervulkans. So werfe der Bürgermeister der italienischen Kleinstadt Bacoli dem Zivilschutz vor, Touristen abzuschrecken. Die Stadt Bacoli liegt im Falle eines Ausbruchs im Risikogebiet.
Zudem seien Erdbeben und eine Anhebung des Bodens in dem Gebiet keine Seltenheit. So habe es in der Region immer wieder kleiner Erdbeben gegeben. Zudem sei es zu einer Anhebung des Bodens gekommen. Der Forscher Carlino vermutet daher: „Der Campi Flegrei könnte in eine neue Routine des sanften Auf- und Abschwellens übergehen, wie sie bei ähnlichen Vulkanen auf der ganzen Welt zu beobachten ist, oder einfach zur Ruhe kommen. Wir können noch nicht mit Sicherheit sagen, was passieren wird. Wichtig ist, dass wir auf alle Entwicklungen vorbereitet sind.“ (mima)
Rubriklistenbild: © Lena Klimkeit/picture alliance/dpa

