VonJohannes Welteschließen
Nach einem halben Jahr Wintersperre wurde die Großglockner Hochalpenstraße am 1. Mai wieder geöffnet. Doch schon nach einem Tag musste der 2504 Meter hohe Pass wieder aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.
Fusch - Am 11. April hatten die Schneepflüge begonnen, sich von der Osttiroler Seite im Süden und der Salzburger Seite im Norden durch die Schneemassen zu kämpfen. „Auf Grund des relativ milden Winters mit eher geringen Schneemengen, konnten wir gestern mit den Schneefräsen fast das Haus Alpine Naturschau am Oberen Nassfeld auf 2.260 Meter Höhe erreichen“, hieß es am 13. April auf der Facebookseite der Hochalpenstraße.
Wintereinbruch am Großglockner: Österreicher machen nach einem Tag wieder dicht
Dann kam der Winter wieder mit aller Macht zurück: „Seit Beginn der Räumung haben wir fast 1,5 Meter Neuschnee dazu bekommen. Dieser muss natürlich auch wieder weggeräumt werden“, meldete das Social-Media-Team am 25. April.
Trotzdem trafen sich zwei Tage später die Schneepflüge am Hochtor auf 2504 Metern Höhe: „Trotz sehr viel Neuschnee binnen zwei Wochen und großer Lawinengefahr wurde am vergangenen Donnerstag (27. April) der sogenannte „Durchstich“ auf der Großglockner-Hochalpenstraße geschafft“, hieß es. Ein Jahr zuvor waren die Räumdienste zwei Tage vorher dran. Über das Wochenende wurden noch Verkehrssicherungarbeiten durchgeführt, dann konnte der Pass am 1. Mai für die neue Saison eröffnet werden.
Doch kaum eröffnet, wurde es wieder ungemütlich auf Österreichs höchster Straße: „Wir haben sehr starke Winde, es ist sehr kalt und es gibt Schneeverwehungen“, so eine Sprecherin gestern zu unserer Redaktion. Schon Dienstagabend wurde die Hochalpenstraße darum wieder aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Auffahrt zur Edelweiß-Spitze und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist ohnehin noch nicht geräumt.
Großglockner: 70 Jahre alte Technik bewährt sich am Pass
Am Großglockner kommt übrigens bei der Räumung Uralt-Technik zum Einsatz: „Bislang gibt es für die Schneeräumung am Großglockner keine besseren Geräte als die Pflüge, die seit den 1950er Jahren ihren Dienst verrichten“, heißt es dort. „Aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und Ausmaße eignen sie sich für den Einsatz auf Steigungen bis 60 Prozent Geländeneigung ebenso wie für die Räumung von Straßen, Kehren und Parkplätzen.“ Die Pflüge sind so konstruiert, dass sie die Straße nicht beschädigen – und sich gleichzeitig auch auf unregelmäßigem Untergrund selbst freischaufeln können.
Lesen Sie auch die Geschichte vom Großglockner-König: So gelang diesem Mann der Sprung vom Stubenhocker zum Rennradfahrer


