In Österreich und der Schweiz

Wetter-Wende nach Schnee-Chaos: Ski-Gebieten droht jetzt das Tau-Fiasko

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Der starke Schneefall in den ersten Dezembertagen verwandelte die Alpenländer in weiße Winterlandschaften. Nun gefährdet ein Wetterumschwung die Schneedecke.

Wien – Pünktlich zum ersten Adventsonntag waren weite Teile Österreichs und der Schweiz mit Schnee bedeckt. Sogar in der österreichischen Hauptstadt Wien fielen am ersten Dezemberwochenende ergiebige Mengen Neuschnee. Die Schneemassen waren auch für Skigebiete ein Segen. Doch die Freude über Naturschnee und weiße Landschaften könnte verfrüht sein. Beginnend mit dem zweiten Advent-Wochenende kündigt sich deutlich milderes Wetter an.

Nach den ergiebigen Schneefällen droht in Österreich und der Schweiz jetzt Tauwetter. (Symbolbild)

Skigebiete gefährdet: Mildes Tauwetter macht Schnee in Österreich und der Schweiz den Garaus

Vor allem in den Bergen der Schweiz werde es schon mit Donnerstag (7. Dezember) und Freitag (8. Dezember) milder, verrät der Meteorologe Klaus Marquardt dem Blick. Die Nullgradgrenze steige auf rund 2000 Meter. Somit dürfte der Schnee in tiefergelegenen Skigebieten rasch verschwinden. Im Flachland verhindere zurzeit nur Hochnebel das Dahinschmelzen der Schneemassen. Für die Woche vom 11. Dezember kündigt der Meteorologe aber „zweistellige Pluswerte“ an.

Wetterprognose Deutsche Schweiz Temperaturen
Freitag, 8. Dezember 2023-1 bis 4 Grad
Samstag, 9. Dezember 2023 3 bis 7 Grad
Sonntag, 10. Dezember 2023 5 bis 10 Grad
Montag, 11. Dezember 2023 6 bis 12 Grad
Dienstag, 12. Dezember 2023 8 bis 11 Grad
(Quelle: Schweizer Bundesamt für Meteorologie)

Zwar könne regional noch Schnee liegen bleiben. In tiefen Lagen dürfte der Schnee laut dem Meteorologen aber „bald verschwunden sein“. Grund für den Wetterumschwung sieht der Meteorologe in einer Atlantikströmung: „In letzter Zeit herrschte immer wieder eine nordwestliche Strömung, die aber zunehmend auf Westen dreht. Die milde Atlantikluft verdrängt dann die kalte Luft“, so Marquardt zu der Schweizer Zeitung. Zwar kämen dadurch auch feuchte Luftmassen in die Schweiz, die Schneefallgrenze steige allerdings am Montag auf über 2.000 Meter an.

Bald Ende für schneereichen und kalten Dezember in Österreich

„In den tiefen Lagen Österreichs gab es in einem Dezember schon länger nicht so viel Schnee wie derzeit“, sagt Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria, dem österreichischen Wetterdienst. Kleinere Skigebiete, wie etwa in Niederösterreich, konnten bereits ungewohnt früh in die Wintersaison starten, berichtete der ORF. In Österreich bleibt das Wetter am Freitag und Samstag in vielen Regionen vorerst noch relativ kühl.

Wetterprognose Österreich Temperaturen
Freitag, 8. Dezember 2023-3 bis 1 Grad
Samstag, 9. Dezember 2023 -2 bis 8 Grad
Sonntag, 10. Dezember 2023 2 bis 10 Grad
Montag, 11. Dezember 2023 3 bis 11 Grad
(Quelle: GeoSphere Austria)

Doch am Wochenende steigen auch in Österreich, beginnend im Westen – vor allem in Vorarlberg und Tirol – die Temperaturen. Von Salzburg ostwärts kann es nochmal zu Schneefall und Schneeregen kommen. Am Montag ist dann aber laut GeoSphere verbreitet mit Tauwetter zu rechnen. Die Schneefallgrenze steigt dann auch in Österreich auf 1.500 bis 2.000 Meter.

Schnee dürfte in höheren Lagen erhalten bleiben

Was bedeuten die aktuellen Entwicklungen aber im Hinblick auf die kommenden Wochen? Die Saison für Skigebiete in höheren Lagen sieht Marquardt derzeit nicht gefährdet. Dort liege derzeit mehr Schnee als üblich, der auch nicht so rasch verschwinde. Für klassische Dorflifte werde es allerdings eng.

Die großen Schneemengen hatten besonders auch in Städten die Hoffnungen auf weiße Weihnachten geweckt. Immerhin dürften sie in Wien so gut wie lange nicht sein, verrät ein Wetterexperte der Presse. Für seriöse Prognosen sei es aber derzeit noch zu früh, wie der Südtiroler Landesmeteorologe Dieter Peterlin auf X bekannt gab: „Das Einzige, was man jetzt schon über weiße Weihnachten weiß, ist, dass man nichts weiß. In den nächsten 20 Tagen kann noch viel passieren.“

Rubriklistenbild: © Bildagentur Muehlanger/Imago

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