Milder Winter

„Gut drei Wochen zu früh dran“: Februar mit Temperatur-Rekord – Experte mit eindeutiger März-Prognose

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Zum Frühlingsanfang ist klar: Der Februar 2024 war der wärmste seit Messungsbeginn. Geht es im anstehenden März ähnlich weiter?

Kassel – Schon im Sommer des vergangenen Jahres hatten erste Prognosen dem diesjährigen Winter erstaunlich milde Temperaturen vorhergesagt. Kurz vor dem meteorologischen Frühlingsanfang am Freitag (1. März 2024) ist sicher: Der Februar 2024 wird als der wärmste Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 in Erinnerung bleiben. Damit löst er den Februar 1990 ab, der bislang den Temperatur-Rekord hielt. Damals betrug die Temperatur im Monatsmittel 5,7 Grad.

Abzusehen war das aber nicht nur an frühen Prognosen der Wetterdienste, sondern auch bereits zur Monatsmitte, als die Temperaturen in Deutschland wie etwa rund um den Rhein auf bis zu 18 Grad kletterten. Darüber hinaus hatten etwa ein Fünftel der Wetterstationen hierzulande bis zum 24. Februar 2024 keinen einzigen Tag mit Frost gemeldet, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete. Insgesamt dürfte auch der Winter 2023/2024 der drittwärmste seit Messungsbeginn werden.

Februar ist der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 143 Jahren

Bei 7,0 Grad liegt die Temperatur bundesweit im Februar-Mittel, und damit nicht nur 3,8 Grad höher als im Februar-Mittel des Vorjahres (3,2 Grad). Auch gegenüber dem März mit 4,6 Grad im Durchschnitt hat der Februar 2024 mit seinen milden Temperaturen bislang einen deutlichen Vorsprung vorgelegt.

„Die Natur ist förmlich am Explodieren. Die ersten Pollen sind schon seit Wochen unterwegs. In einigen Regionen blüht sogar schon der Bärlauch. Die Natur ist derzeit gut 3 Wochen zu früh dran“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber dem Wetterportal wetter.net.

Wetteraussichten für März: „In Sachen Winterwetter kommt da nicht mehr viel“

Was aber lässt sich für den anstehenden März erwarten? Klettern die Temperaturen weiterhin so stark wie im Vormonat, könnte das einen überdurchschnittlich warmen Frühlingsbeginn bedeuten. Oder lässt der März 2024 Deutschland entgegen dem Klimawandel und den bisherigen Prognosen sogar noch einmal frieren?

Diplom-Meteorologe Jung erklärt, im Vergleich mit dem Februar-Ende dürfte sich zu Beginn des März nicht viel ändern. Eine eventuelle Rückkehr des Winters kann der Meteorologe jedoch ausschließen. „Insgesamt gilt, in Sachen Winterwetter kommt da nicht mehr allzu viel“, hält Jung die Aussichten zum meteorologischen Frühlingsbeginn in Deutschland fest.

Und auch laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) werden „wenig winterliche Aussichten für die restlichen Tage des meteorologischen Winters“ erwartet. Nachdem am Sonntag (25. Februar) in vielen Landesteilen, wie etwa im sächsischen Oschatz mit 13,5 Grad oder in Lahr in Baden-Württemberg mit 12,8 Grad problemlos die 10-Grad-Marke geknackt wurde, hält das frühlingshafte Wetter auch zum Wochenbeginn an.

„Vom Spätwinter fehlt da jede Spur“: Das sind die Wetteraussichten zum Wochenbeginn

Während der Montag nach einer teils frostigen Nacht wie in Lübeck-Blankensee (-2,9 Grad) oder in Sohland an der Spree (-3,8 Grad) vereinzelt noch mit winterlichen Temperaturen begann, klettern sie am Vormittag und im weiteren Tagesverlauf auf 6 bis 12 Grad. In Kassel etwa liegen die Temperaturen am Mittag bei 9 Grad, dazu könnte es leichten Regen geben, der in Richtung Nachmittag aber abnimmt. Abends dürften die Temperaturen in Kassel auf 5 Grad fallen, in der Nacht auf 2 Grad.

In Berlin steigen die Temperaturen nach 5 Grad am Morgen im Tagesverlauf auf bis zu 11 Grad, der Himmel zeigt sich dazu vorwiegend bedeckt. Nach einem vorwiegend bewölkten Wochenende kommen die Temperaturen in Frankfurt bei leichtem Regen am Vormittag bis zum Nachmittag nicht über 9 Grad hinaus. In München werden Temperaturen von bis zu 11 Grad erwartet, dazu könnte es nach langanhaltend bedecktem Himmel am Abend zu leichten Niederschlägen kommen. 

Im Südosten des Landes gibt es dem DWD zufolge leichte Föhn-Ausläufer von den Alpen her. Im Osten Deutschlands kann es nach lokaler Nebelauflösung im weiteren Tagesverlauf auch durchaus sonnige Abschnitte geben. Ansonsten ist es stark bewölkt bis bedeckt, im Westen und Südwesten dürfte vom Münsterland bis nach Franken mit zeitweiligen Regenfällen zu rechnen sein. Die Höchsttemperaturen liegen bundesweit bei 6 bis 13 Grad. Daneben dürfte sich dem DWD zufolge schwacher bis mäßiger Wind aus Ost, in der Nordhälfte aus Nordost erwarten lassen. Am morgigen Dienstag lässt sich deutschlandweit mit Temperaturen von 5 bis maximal 10 Grad rechnen. „Vom Spätwinter fehlt da jede Spur“, hält auch Meteorologe Jung von wetter.net fest.

Zum meteorologischen Frühlingsanfang – so wird das Wetter in dieser Woche

Und wie geht es in den kommenden Tagen weiter? Am Dienstag dürften die Temperaturen Meteorologe Jung zufolge in Deutschland bei 5 bis 10 Grad liegen, dazu lassen sich ihm zufolge kaum noch Regen oder Regenschauer erwarten. Dagegen könnte es vielerorts meist bedeckt bleiben, aber weitgehend trocken.

Erste Schneeglöckchen.

Am Mittwoch steigen die Temperaturen leicht auf 7 bis 12 Grad an. Dabei bleibt es meist trocken, stellenweise kann es durchaus auch sonnige Abschnitte geben. Am Donnerstag dürften sich deutschlandweit 10 bis 15 Grad erwarten lassen, dazu dürfte es nur vereinzelt Schauer und Wolkenfelder geben. Dabei ist stellenweise auch mit Sonnenschein zu rechnen. In Richtung Wochenende dürfte es ebenfalls gemäßigt weitergehen: Am Freitag wird mit Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad zu rechnen sein.

Wenig Ausreißer in Richtung 20-Grad-Marke. Aber auch wenig Niederschlag

„Es geht Richtung Frühling“, führt Diplom-Meteorologe Jung mit einem Blick auf eine beispielhafte Ensembleprognose für Frankfurt am Main bis zum 13. März fest. Zwischen 10 und 12 Grad beträgt die Mitteltemperatur für Frankfurt demnach bis zu diesem Tag. Und beim Niederschlag? „Ab und zu mal ein bisschen was an Regen, die großen Regenmengen sind aber vorbei“, führt wetter.net-Meteorologe Jung aus.

Auch für Berlin prognostiziert Jung in den nächsten 10 bis 14 Tagen lediglich geringe Niederschlagsmengen. Die Temperaturen dürften dem Meteorologen zufolge in der Hauptstadt bis Mitte März bei durchschnittlich 10 bis 13 Grad liegen. „Es dümpelt so vor sich hin“, erklärt Jung. Zwar dürften erste Ausreißer in Richtung Monatsmitte schon Richtung 20-Grad-Marke steigen, das Temperaturmittel für den diesjährigen März dürfte in Berlin wohl aber auch ähnlich den Temperaturen in Frankfurt bei gemäßigten bis milden Temperaturen zwischen 10 Grad und 12 bis 13 Grad liegen. (Fabian Hartmann)

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