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Eine seltene Sahara-Wärmeblase lässt Europa im November staunen: Deutschland erlebt fast sommerliche Spitzen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Ein außergewöhnlicher Warmluftschub aus der Sahara erreicht in den kommenden Tagen Europa und sorgt für seltene Novembertemperaturen. Meteorologen sprechen von einer ausgeprägten Höhenwärme, die warme Luftmassen aus Nordafrika weit nach Norden transportiert. Besonders betroffen ist Südfrankreich, wo am Dienstag und Mittwoch lokal bis zu 25 Grad erreicht werden können – Werte, die sonst eher im Juni üblich sind.
In einigen Regionen bedeutet das faktisch einen Sommertag mitten im Spätherbst, ein Wetter-Phänomen, das in dieser Jahreszeit nur äußerst selten auftritt. Die Kombination aus Hochdruckeinfluss, sonnigen Abschnitten und warmer Höhenluft führt dazu, dass sich die Temperaturen deutlich über dem saisonalen Durchschnitt einordnen. Normal wären um diese Zeit in Südfrankreich eher 13 bis 15 Grad. Der Luftstrom aus der Sahara deutet darauf hin, dass sich Europa aktuell in einer der mildesten Novemberphasen der vergangenen Jahre befindet.
Wetter-Prognose: Auch Deutschland profitiert von der Warmphase
Während die außergewöhnlich hohe Wärme ihren Schwerpunkt in Frankreich hat, kann auch Deutschland von dem Warmluftschub profitieren. Je nach Sonnenschein sind am Mittwoch im Südwesten, Westen und Süden Werte um 18 bis 21 Grad möglich. Besonders in windgeschützten Lagen mit längerem Sonnenschein könnten lokale Messstationen kurzzeitig sogar noch etwas höhere Werte zeigen.
Allerdings wird sich die Wärme nicht überall gleichermaßen stark durchsetzen, denn in einigen Regionen halten sich Nebel oder Hochnebel zäh. Dort bleibt es deutlich kühler. Dennoch: Für Mitte November sind solche Höchstwerte bemerkenswert und lassen das Wetter vielerorts eher spätsommerlich wirken. Selbst in den Nächten fällt die Temperatur nicht so stark wie üblich, da die milde Höhenluft die Abkühlung dämpft.
Trockenheit bleibt das Thema – Wettertrend für die Woche
Parallel zur Wärmephase zeigt sich das Wetter in Deutschland auch von seiner trockenen Seite. Die gesamte Woche bis hin zum Wochenende verläuft voraussichtlich landesweit niederschlagsfrei. Das ist für November ebenfalls ungewöhnlich, denn normalerweise gehört dieser Monat zu den feuchtesten des Jahres. Der stabile Hochdruckeinfluss sorgt jedoch dafür, dass Tiefdruckgebiete auf Distanz gehalten werden.
Sonnige Abschnitte wechseln sich mit Nebel und Hochnebel ab, wobei besonders südliche Landesteile zeitweise freundliches Wetter erleben können. Erst gegen Beginn der nächsten Woche könnte sich der Hochdruckblock langsam abschwächen. Dann wäre ein Übergang zu wechselhafterem und etwas kühlerem Wetter denkbar, auch wenn ein abrupter Wintereinbruch vorerst nicht in Sicht ist. Bis dahin dürfen viele Regionen den seltenen November-Sommer genießen.
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