VonNadja Orthschließen
Der renommierte Skiort Sölden strebt ein geregelteres Nachtleben in der Wintersaison an. Hierbei soll auch die Polizei aktiv gegen Verstöße vorgehen.
Sölden - Die österreichische Gemeinde Sölden in Tirol hat offenbar genug von feierwütigen Skiurlaubern. Kurz vor dem Start in die neue Winter- und Skisaison kündigte der Vizebürgermeister Maximilian Riml neue Maßnahmen für das Nachtleben in der Ortschaft an. Es sollen unter anderem Alkoholverbote auf bestimmten öffentlichen Plätzen durchgesetzt sowie spezielle Raucherbereiche eingerichtet werden.
Dabei gehört für viele Touristen zum Skifahren auch Après-Ski dazu. Nicht immer lässt sich beides verbinden – wie besorgniserregende Bilder aus Ischgl (Österreich) zeigen.
Sölden hat die Nase voll von „ausufernden Partyexzessen in Bezug auf Aprè Ski & Nightlife“
Die Gemeinde Sölden informierte in einer öffentlichen Mitteilung: „In den vergangenen Wintersaisonen kam es leider vermehrt zu Meldungen über ausufernde Partyexzesse in Bezug auf Apre Ski & Nightlife im Ortsgebiet bzw. in Unterkünften von Sölden“. Aus diesem Grund sei zu einer gemeinsamen Diskussionsrunde zwischen den Bürgermeistern von Sölden, Vermietern, Besitzern von Lokalen und Clubs sowie Vertretern des Tourismussektors eingeladen worden. Dort habe man sich nicht nur die Probleme der verschiedenen Parteien angehört, sondern auch mögliche Lösungsansätze besprochen.
Folgende Maßnahmen wurden dabei erarbeitet und sollen in dem beliebten Skiort künftig durchgesetzt werden:
- Verstärkte Kontrollen zu der gültigen Lärmverordnung der Gemeinde Sölden
- Aktives Ermittlungsverfahren seitens der Gemeindepolizei Sölden hinsichtlich das örtliche Gemeinschaftsleben störender Missstände
- Alkoholverbot – Mittels Verordnung soll der Konsum sowie die Mitnahme von alkoholischen Getränken an einzelnen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen verboten werden
- Verhandlungen zur Wiedereinführung eines Ordnerdiensts im Ortsgebiet von Sölden mit den Besitzern der Apre Ski Lokale und Bars
- Verbesserungen hinsichtlich Rauchern im öffentlichen Raum (evtl. Kennzeichnung von Raucherplätzen abseits vom Gehsteig)
Après Ski in Sölden soll künftig nicht mehr Anwohner belästigen - auch der Bürgermeister äußert sich
Ernst Schöpf, Bürgermeister von Sölden, äußerte sich laut Informationen der Kronenzeitung optimistisch über die geplanten Maßnahmen und betonte: „Auch die Wirte ziehen bei der Suche nach Lösungen mit.“ Die Einführung einer Sperrstunde um 18 Uhr habe bereits dazu beigetragen, das ausgelassene Nachtleben in den Hütten des Skigebiets besser zu kontrollieren. Er hoffe nun auf einen ähnlich positiven Effekt für das Nachtleben in der Gemeinde selbst.
Schöpf wies auch darauf hin, dass die Party-Probleme hauptsächlich im sogenannten „Bermuda Dreieck“ am Ortseingang auftreten würden. Dieser Bereich gelte als das Zentrum des Nachtlebens in Sölden. Andere Teile der Gemeinde seien weit weniger oder gar nicht betroffen. Inwiefern die geplanten Maßnahmen helfen, wird die kommende Saison zeigen. Anschließend ist ein neues Treffen zwischen den verschiedenen Vertretern geplant.
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