Bei Südtirol-Wanderung

Tödliche Wanderung am Weihnachtsabend: Deutscher von Lawine erfasst

  • schließen

Die Weihnachtstour eines deutschen Paares nimmt ein tragisches Ende. Sie werden von einer Lawine überrascht, nur einer überlebt.

Vierschach (Italien) – Ein Ehepaar aus Deutschland wollte den Heiligabend in den Bergen verbringen. Der Mann und die Frau waren auf einem einfachen Wanderweg in Südtirol unterwegs, als aus heiterem Himmel eine Lawine abging. Die Wanderung an Weihnachten wurde so zu einer tödlichen Tragödie, denn nur einer von beiden überlebte.

An Heiligabend: Deutsches Paar beim Wandern von Lawine überrascht – Mann wird mitgerissen

Wie unter anderem südtirolnews berichtet, ereignete sich das Unglück gegen 13 Uhr am Staller Sattel im Pustertal in Italien. Der Mann, dessen Alter mit 54 Jahren angegeben wird, und seine Frau, waren auf dem einfachen Weg zum Grenzpass auf 2052 Metern unterwegs. Fast hätten sie die Anhöhe erreicht. Doch sollte sich dann beim Überqueren einer Rinne eine kleine Lawine loslösen. Diese riss den Mann mit, er wurde unter Schichten aus Schnee begraben.

Die Rettungskräfte fanden den verschütteten Mann in mehreren Metern Tiefe im Schnee. Die Wiederbelebungsmaßnahmen blieben jedoch erfolglos.

Da die Frau, die unverletzt geblieben war, ihren Mann nicht finden konnte, schlug sie Alarm und kontaktierte den Notruf. Sowohl die Freiwillige Feuerwehr Antholz-Mittertal als auch die Bergrettung rückten zu ihrem Einsatz aus. Die Retter wurden teilweise per Hubschrauber zum Unfallort transportiert, um der verzweifelten Frau bei ihrer Suche zu helfen.

Rettung nicht mehr möglich: Frau verliert ihren Mann durch tödliche Wanderung in Südtirol

Das große Problem: Ihr Ehemann trug keinen Lawinenpiepser bei sich. Deswegen mussten die Einsatzkräfte mit Sonden nach dem 54-Jährigen suchen. In mehreren Metern Tiefe im dichten Schnee fanden sie den Mann schließlich. Sie gruben ihn frei, dann wurden Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt.

In der Zwischenzeit brachte ein weiterer Hubschrauber einen Notarzt auf den Gebirgspass. An diesem war es nun, die Wiederbelebungsversuche fortzusetzen. Doch ohne jeden Erfolg. Der zuvor verschüttete Mann musste für tot erklärt werden. Die unter Schock stehende Ehefrau des Lawinenopfers wurde von Notfallseelsorgern betreut. Erst im September 2024 ereignete sich ein Lawinen-Unglück in Österreich, dem ebenfalls ein Deutscher zum Opfer fiel.

Extremer Wind, Lawinen-Gefahr steigt: Experten warnen aktuell vor Wanderungen auf dem Staller Sattel

Der Staller Sattel ist ein Gebirgspass in den Ostalpen. Der auf Italienisch lautende „Passo di Stalle“ verbindet das Antholzer Tal in Südtirol im Westen mit dem in Osttirol gelegenem Defereggental. Die Passhöhe liegt bei 2052 Metern Höhe. In dieser Region, entlang des Grenzkamms – seit 1920 verläuft hier die Grenze zwischen Italien und Österreich –, ist die Gefahr für Lawinen aufgrund starken, anhaltenden Windes (Warnstufe drei von fünf) aktuell extrem hoch.

Durch den Wind werden große Mengen an Schnee verweht, in der Konsequenz steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Lawinen loslösen. Erst an Heiligabend wurden an der nahegelegenen Wetterstation Dannelspitz in 2808 Metern Höhe (im Pfunderer Tal) Windgeschwindigkeiten von bis zu 146 km/h gemessen.

Immer wieder werden Wanderer oder Bergsteiger von Lawinen überrumpelt und in den Tod gerissen, so auch in Spanien. (han)

Rubriklistenbild: © Bergrettung Antholz/Facebook

Kommentare