In der japanischen Weltstadt leben 9,6 Millionen Menschen und mit 38,5 Millionen Einwohnern in der Metropolregion ist Tokio der größte Ballungsraum der Welt.
Auf der japanischen Hauptinsel Honshu liegt Tokio im Osten in der Bucht von Tokio. Die japanische Hauptstadt ist mit seinen rund 9,6 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt in Japan und mit ca. 38,5 Millionen Menschen in der Metropolregion der größte Ballungsraum der Welt. Tokio ist Sitz der Regierung sowie des Parlamentes und der Kaiserpalast Tokio, die Residenz des Tennos, des japanischen Kaisers, befindet sich ebenfalls in der japanischen Hauptstadt. Tokio gilt nicht nur als eine der teuersten Städte der Welt, sie ist auch das unbestrittene Zentrum der Industrie, des Handels, der Bildung und Kultur Japans. Die beiden Flughäfen Narita und Haneda und der Ausgangspunkt der meisten Linien der Hochgeschwindigkeitszüge machen Tokio ebenfalls zum Verkehrszentrum des gesamten Landes. Die Hauptstadt Japans ist neben New York, London und Hongkong einer der wichtigsten globalen Finanzplätze.
Tokio als Stadt im administrativen Sinn wurde bereits 1943 als Verwaltungseinheit abgeschafft. Seitdem ist Tokio auf ca. 622 Quadratkilometern in 23 administrativ selbstständige Bezirke aufgeteilt. Auch wenn die 23 Bezirke Tokios bereits weit über 9 Millionen Einwohner hat, ist die Kernstadt selbst von weiteren Millionenstädten, wie Saitama und Chiba sowie Yokohama und Kawasaki, umgeben. Tokio hat sich in den vergangenen Jahren zu einem immer beliebteren Tourismusziel entwickelt und mit bis zu acht Millionen ausländischen Besuchern im Jahr gehört die Mega-City zu den 20 meistbesuchten Städten in der Welt. Tokio belegte im Jahr 2018, in einer Städte-Rangliste nach ihrer Lebensqualität, den 50. Platz unter 231 weltweit untersuchten Städten.
Die Geschichte Tokios
Die Region des heutigen Tokios war bereits in der Steinzeit besiedelt, aber bis zum 16. Jahrhundert war die Ansiedelung nur ein kleines und unwichtiges Fischerdorf. Mitte des 15. Jahrhunderts ließ ein regionaler Herrscher eine Festung auf den Mauern einer alten Burg erbauen und nannte sie die Burg Edo. Die Siedlung, die zu der Zeit den Namen Edo trug, was Tor zum Fluss bedeutet, ging 1590 in den Besitz von Tokugawa Ieyasu über, der als einer der drei Reichseiniger des feudalen Japans gilt, die die Zeit der verschiedenen streitenden Reiche beendeten und das vormoderne Japan der sogenannten Edo-Zeit begründeten.
Bereits zu der Zeit wurde eine dezentrale feudalistische Gesellschaftsordnung von einem zentralistischen Einheitsstaat abgelöst. Der Herrscher Tokugawa Ieyasu aus dem Kriegeradel der Samurai beschloss Anfang des 16. Jahrhunderts, in Edo sein Hauptquartier zu errichten und außerhalb der damaligen Hauptstadt Kyoto mit Edo ein neues Machtzentrum zu schaffen. Unter Ieyasu entwickelte sich Edo zur Metropole und es wurde von dort regiert, während in der eigentlichen Hauptstadt Kyoto sich der macht- und einflusslose Kaiser befand.
Nachdem die Provinzfürsten ihre Residenzen um Edo herum ansiedelten, entwickelte sich Edo zum Machtzentrum des Kriegeradels. Im Jahre 1657 wurde die Stadt durch einen großen Brand zerstört, der mehr als tausend Menschenleben forderte. Anfang des 18. Jahrhunderts lebten fast eine Million Menschen in der sich rasant entwickelnden Metropole und Edo war bereits die größte Stadt Japans, wo nun das Zentrum der Politik und der Verwaltung lag. Erst 1868 endete die Herrschaft der Provinzfürsten sowie der Samurai und der Kaiser bzw. Tenno erneuerte seine Machtstellung und ließ seine Residenz nach Edo verlegen, wo die Burg zum Kaiserpalast umgebaut wurde. Der Ort Edo erhielt seinen neuen Namen Tokio.
Darauffolgend entwickelte sich Tokio zum wirtschaftlichen und politischen sowie auch zum literarischen und künstlerischen Zentrum Japans und zu einer modernen Metropole. 1853 wurde Tokio von einer US-Marine, die in der Bucht von Tokio auftauchte, aufgefordert, sich dem Westen zu öffnen, da sich Japan seit dem 9. Jahrhundert stark abgeschottet hatte. Ein Jahr später öffnete Japan zwei Häfen für den Überseehandel und in den folgenden Jahren öffnete sich Japan auch gegenüber anderen Staaten.
Zu dieser Zeit wandelte sich Japan von einem aristokratischen Staat zu einer konstitutionellen Monarchie. Im Jahr 1872 zerstörte ein Großbrand Teile der neuen Hauptstadt und es erfolgte ein Wiederaufbau und eine Modernisierung der Stadt nach westlichem Vorbild. Durch das schwerste Erdbeben in der neueren Zeit wurde im September 1923 ein Großteil von Tokio zerstört und rund 140.000 Menschen verloren bei dem Beben und den anschließenden Feuern ihr Leben und 2 Millionen Menschen wurden obdachlos. Die einsetzende Weltwirtschaftskrise und die schwere Naturkatastrophe ließen die Entwicklung der Stadt, der Industrie und der Wirtschaft erlahmen und der Wiederaufbau wurde erst Anfang der 1930er Jahre abgeschlossen.
Im Jahre 1943 wurde mit einem Erlass die Verwaltungsstruktur Tokios und die Stadt selbst als administrative Einheit abgeschafft.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Tokio zwischen November 1944 und März 1945 von den Vereinigten Staaten bombardiert und die schweren Luftangriffe der amerikanischen Bomber zerstörten ganze Stadtteile von Tokio sowie den Kaiserpalast und forderten mehr als 100.000 Tote. Nach der Kapitulation Japans wurde Tokio im September 1945 von amerikanischen Truppen besetzt und die Besatzungszeit endete erst 1952.
Ab den 1950er Jahren entwickelte sich Tokio in einem rasanten Tempo, neue Vororte entstanden, zahlreiche moderne Gebäude wurde errichtet, weitere U-Bahn Strecken wurden eröffnet. 1964 fanden in Tokio die XVIII. Olympischen Sommerspiele statt. In den 1980er Jahren boomte die Wirtschaft Japans und auch Tokios und die Grundstückspreise stiegen in astronomische Höhen. Aber 1990 platzte die Immobilien-Blase und seitdem befand sich die Wirtschaft Tokios in einer Wirtschaftsflaute.
Ebenso wurde es für die Wirtschaft Japans schwieriger sich weltweit zu behaupten und China wurde zusehends zu einem mehr als ernsthaften Konkurrenten. Im März 1995 wurde auf die Tokioter U-Bahn ein Sarin-Anschlag verübt, bei dem 13 Menschen starben und über 6.200 verletzt wurden. Im Jahr 2013 wählte das Internationale Olympische Komitee Tokio zum zweiten Mal als Gastgeber für Olympische Sommerspiele aus. Die Olympischen Sommerspiele 2020 mussten jedoch wegen der weltweiten COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben werden.
Politik in Tokio – der Hauptstadt Japans
Für Tokio als Stadt existiert keine gemeinsame politische Struktur. Die übergeordneten Präfekturen nehmen die gemeinsamen Verwaltungsaufgaben wahr. Unter den Kommunen Japans haben die 23 Bezirke der Präfektur Tokio einen einzigartigen Status, denn sie arbeiten durch einige gemeinsame Organisationen zusammen. Zwar hatten einige Politiker in der Vergangenheit versucht, gemeinsame Verwaltungsstrukturen für die Metropolregion Tokio aufzubauen, aber sämtliche Versuche sind gescheitert.
Bestehende Kooperationsformen sind lediglich Gouverneurskonferenzen mit 10 Vertretern der Region sowie Konferenzen der Verwaltungschefs aus neun Städten. Tokio wird häufig noch auf Landkarten als Hauptstadt der Präfektur Tokio gekennzeichnet, auch wenn sie seit der Auflösung der Stadt 1943 als Verwaltungseinheit nicht mehr existiert.
Die Hauptstadt Japans ist weltweit eine der saubersten Städte mit einer unglaublich niedrigen Kriminalität. Trotz der extrem hohen Bevölkerungsdichte präsentiert sich die Mega-City mit ihren pulsierenden Metropolen erstaunlich ländlich.
Tokios Bevölkerung
In der Stadt Tokio leben seit den 1880er Jahren mehr als 1 Million Menschen. Die Metropolregion ist seit den 1940er Jahren sehr schnell sowohl in der Fläche als auch nach Einwohnern gewachsen. In dieser Region lebt mehr als ein Viertel der gesamten Bevölkerung Japans. In der Metropolregion liegen 27 Städte, die mehr als 200.000 Einwohner haben, 17 Städte haben mehr als 300.000 und acht Städte mehr als 500.000 Einwohner und zusätzlich besitzt Tokio mit Yokohama, Saitama und Kawasaki drei Millionenstädte als Vororte.
Der Grund für diese Bevölkerungsentwicklung ist die Landflucht in Japan, und die ländlichen Städte und Dörfer bleiben mit einer Bevölkerung zurück, die überlagert ist. Da es auf dem Land immer weniger Zukunftsaussichten gibt, ziehen die jungen Menschen in die großen Städte, hauptsächlich nach Tokio, in das Wirtschaftszentrum Japans. Mit dieser Zuwanderung wurde jedoch auch ein Teufelskreis in Gang gesetzt, denn die schillernde Hightech-Großstadt ist zwar sehr anziehend und erfolgversprechend, aber auch sehr teuer und zahlreiche junge Menschen kommen mehr schlecht als recht in der Mega-City Tokio zurecht.
Familiengründungen oder eine Heirat können sich viele junge Menschen gar nicht leisten und deshalb hat Tokio die tiefste Geburtenrate des Landes. Damit wird der Bevölkerungsrückgang Japans noch zusätzlich forciert. Würde die landesweite viel zu niedrige Geburtenrate anhalten, würde Japan bis 2048 weniger als 100 Millionen Einwohner haben.
Das Problem hat die Regierung in Tokio registriert und so soll in den nächsten Jahren für Familienprogramme und für wirtschaftliche Wiederbelebungen der verschiedenen Regionen viel Geld aufgewendet werden. Ziel soll es sein, die Zuwanderung nach Tokio mittelfristig zu stoppen.