Unwetter in der Karibik

Erst Sintflut, dann Erdbeben auf Urlaubs-Paradies: Anzahl der Opfer steigt

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    Moritz Bletzinger
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Bei Überschwemmungen und Erdrutschen in Haiti sind mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Weitere Todesopfer gibt es nun bei erneuten Erdbeben.

Update vom 7. Juni 2023, 6.38 Uhr: Nach den Überschwemmungen in Haiti hat die haitianische Zivilschutzbehörde am Dienstag (6. Juni) eine neue Bilanz veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der Gestorbenen auf mindestens 51 gestiegen. Es wurden zudem 18 Vermisste und 140 Verletzte registriert. Infolge des schweren Regens am Freitag und Samstag seien zudem 31.591 Häuser überflutet. Mehrere Teile des Landes, besonders auch die Region um die Hauptstadt Port-au-Prince, waren von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.

Am Dienstagmorgen hat es in der Region erneut ein Beben gegeben. Nach örtlichen Medienberichten lag die Stärke bei 5,5, die US-Geologiebehörde USGS gab sie mit 4,9 an. Dem Zivilschutz zufolge stürzten in der südwestlichen Stadt Jérémie mindestens zwei Häuser ein. Es gab demnach vier Todesopfer und 36 Verletzte.

Menschen in Haiti beobachten die Rettungsarbeiten in Häusern, die nach einem Erdbeben zusammengebrochen sind. Infolge des schweren Regens am Freitag und Samstag wurden tausende von Häusern überflutet. Mehrere Teile des Landes, besonders auch die Region um die Hauptstadt Port-au-Prince, waren von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.

Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents. Fehlende Ressourcen sowie politisches Chaos und Korruption erschweren den Katastrophenschutz, die Versorgung der Opfer und den Wiederaufbau. Fast die Hälfte der elf Millionen Einwohner leiden nach UN-Angaben unter akutem Hunger. Hinzu kommen derzeit dramatische Bandengewalt und ein Cholera-Ausbruch.

Unwetter in der Karibik: Mindestens 42 Tote nach Überschwemmungen in Haiti

Erstmeldung vom 5. Juni 2023, 16.51 Uhr: Port-au-Prince – Erdrutsche und Überschwemmungen verwüsten Haiti. Am Wochenende kam es auf der Karibik-Insel Hispaniola zu heftigen Regenfällen und in der Folge zu Hochwasser.

Überschwemmungen und Erdrutsche in Haiti: Zahl der Toten steigt auf 42 – Videos zeigen Sintflut

Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 42 gestiegen, teilte die Zivilschutzbehörde am Montag mit. Weitere elf Menschen würden vermisst, 85 sind verletzt. Die Sintflut traf am Wochenende große Teile des Landes. Mindestens 13.633 Häuser wurden nach Behördenangaben überflutet. Videos zeigen, wie das Wasser gnadenlos über die Insel rauscht. Autos, Schilder und Menschen werden von den Wassermassen weggespült.

Die Region um die Hauptstadt Port-au-Prince wurde besonders hart getroffen. 19 Menschen starben in der nahe gelegenen Küstenstadt Léogâne, schreibt das Portal „Juno 7“ und beruft sich dabei auf den Chef des Zivilschutzes, Jerry Chandler.

Hurrikan-Saison hat begonnen: Stürme und Regen treffen Karibik-Region

Gerade hat die Hurrikan-Saison begonnen, sie dauert von Juni bis November. Auswirkungen davon dürften bis Deutschland zu spüren sein. In der Karibik tobt die Naturgewalt direkt. Am Freitag hatte sich mit „Arlene“ im Golf von Mexiko bereits der erste tropische Wirbelsturm der Saison gebildet, der stark genug war, um einen Namen zu bekommen. In Europa überschwemmte ein Unwetter die Urlaubsinsel Mallorca.

Überschwemmte Straßen, kaputte Autos und Häuser: Haiti wird von heftigen Überschwemmungen getroffen.

Haiti ist das ärmste Land des amerikanischen Kontinents und erlebt immer wieder schwere Naturkatastrophen – darunter auch verheerende Erdbeben wie das von 2010, bei dem mehr als 200 000 Menschen ums Leben kamen. Die Abholzung, vor allem zur Herstellung von Kohle, macht den Staat, der sich die Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik teilt, zudem anfälliger für Erdrutsche. (moe/dpa)

Rubriklistenbild: © Ralph Simon/dpa

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