Touristenmassen in Italien: Der Ansturm auf Südtirols „Regenbogensee“
VonVictoria Krumbeck
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Der Karersee in Südtirol zieht viele Besucher und Foto-Begeisterte an. Es gibt Bestrebungen, gegen die Menschenmassen vorzugehen.
Karersee – Viele Einheimische in Urlaubsländern wie Spanien oder Italien sind vom Massentourismus genervt. Ob fahrlässiges Verhalten oder nicht entsorgter Müll – es gibt viele Typen von Urlaubern, die nicht gerne gesehen werden. Venedig hat dafür schon eine wirkungsvolle Lösung ausprobiert und wird ab 2025 bis zu zehn Euro Eintritt von Tagesgästen verlangen. In Südtirol entwickelt sich ein Bergsee zum Tourismus-Magneten. Das zeigt einer der Touristen auf Instagram.
Bergsee in Südtirol voll mit Touristen – Instagram zeigt Ansturm
Der Massenandrang von Touristenattraktionen birgt Gefahren. Ein beliebtes Ziel für Touristen ist der Karersee in Südtirol. Der See, auch als „Regenbogensee“ bekannt, ist ein häufig gewähltes Fotomotiv. Auf Instagram finden sich unzählige Bilder von Menschen, die vor dem See posieren, der etwa 20 Kilometer von der Provinzhauptstadt Bozen entfernt liegt.
Am 21. Juli 2024 wurde ein Video auf Instagram veröffentlicht, das den See zeigt. Es sind viele Menschen zu sehen, die um den See herumstehen, einige posieren an einem Zaun. Der Zweck des Videos ist es, den Massentourismus zu dokumentieren. Mit einer Aussichtsplattform, einem Souvenirladen, einem Kiosk und einem nahe gelegenen Parkplatz bietet der Ort, was Touristen in hohen Zahlen anlockt.
Südtiroler See wird zum Tourismusmagneten – Beliebtes Instagram-Motiv
Der Mann, der das Video auf Instagram veröffentlicht hat, wird jedoch stark kritisiert, weil er sich über den Massentourismus beschwert, obwohl er selbst Teil davon ist. „Es ist einer der am meisten fotografierten Orte in den Dolomiten. Null Aufwand hinzukommen gleich Massentourismus“, kommentiert ein User. „Der Hochsaison-Tourist beschwert sich über Touristen“, fügt ein anderer Nutzer hinzu und reagiert mit einem lachenden Emoji.
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Viele Kommentare weisen darauf hin, dass Hochsaison ist und der große Andrang zu dieser Zeit normal ist. Außerdem gibt es einen zwei Kilometer langen Weg um den See, der für viele Menschen leicht zu bewältigen ist. Der sogenannte „Hit-and-run“-Tourismus ist weit verbreitet. Dabei wird ein touristischer Ort angesteuert, schnell ein Foto gemacht und dann zum nächsten Ort gehastet, um das nächste Bild zu schießen.
Massentourismus am Karersee wird zum Problem: „Riegel vorschieben“
Der Karersee ist besonders davon betroffen. Laut der Tageszeitung Alto Adige besuchen täglich etwa 4.000 Menschen den See. Tagsüber wird ein Selfie am Karersee gemacht, dann wird das nächste Ziel in den Dolomiten ins Visier genommen.
„Natürlich kann man verstehen, dass jeder ein Foto mit den Dolomiten im Hintergrund machen möchte, vielleicht direkt mit dem Auto anreist, aber in bestimmten Situationen sollten wir den exorbitanten Zahlen einen Riegel vorschieben“, sagt Carlo Alberto Zanella, Präsident des Club Alpino Italiano in Alto Adige.