Massenansturm

Touristenmassen in Italien: Der Ansturm auf Südtirols „Regenbogensee“

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Der Karersee in Südtirol zieht viele Besucher und Foto-Begeisterte an. Es gibt Bestrebungen, gegen die Menschenmassen vorzugehen.

Karersee – Viele Einheimische in Urlaubsländern wie Spanien oder Italien sind vom Massentourismus genervt. Ob fahrlässiges Verhalten oder nicht entsorgter Müll – es gibt viele Typen von Urlaubern, die nicht gerne gesehen werden. Venedig hat dafür schon eine wirkungsvolle Lösung ausprobiert und wird ab 2025 bis zu zehn Euro Eintritt von Tagesgästen verlangen. In Südtirol entwickelt sich ein Bergsee zum Tourismus-Magneten. Das zeigt einer der Touristen auf Instagram.

Bergsee in Südtirol voll mit Touristen – Instagram zeigt Ansturm

Der Massenandrang von Touristenattraktionen birgt Gefahren. Ein beliebtes Ziel für Touristen ist der Karersee in Südtirol. Der See, auch als „Regenbogensee“ bekannt, ist ein häufig gewähltes Fotomotiv. Auf Instagram finden sich unzählige Bilder von Menschen, die vor dem See posieren, der etwa 20 Kilometer von der Provinzhauptstadt Bozen entfernt liegt.

Am 21. Juli 2024 wurde ein Video auf Instagram veröffentlicht, das den See zeigt. Es sind viele Menschen zu sehen, die um den See herumstehen, einige posieren an einem Zaun. Der Zweck des Videos ist es, den Massentourismus zu dokumentieren. Mit einer Aussichtsplattform, einem Souvenirladen, einem Kiosk und einem nahe gelegenen Parkplatz bietet der Ort, was Touristen in hohen Zahlen anlockt.

Südtiroler See wird zum Tourismusmagneten – Beliebtes Instagram-Motiv

Der Mann, der das Video auf Instagram veröffentlicht hat, wird jedoch stark kritisiert, weil er sich über den Massentourismus beschwert, obwohl er selbst Teil davon ist. „Es ist einer der am meisten fotografierten Orte in den Dolomiten. Null Aufwand hinzukommen gleich Massentourismus“, kommentiert ein User. „Der Hochsaison-Tourist beschwert sich über Touristen“, fügt ein anderer Nutzer hinzu und reagiert mit einem lachenden Emoji.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Viele Kommentare weisen darauf hin, dass Hochsaison ist und der große Andrang zu dieser Zeit normal ist. Außerdem gibt es einen zwei Kilometer langen Weg um den See, der für viele Menschen leicht zu bewältigen ist. Der sogenannte „Hit-and-run“-Tourismus ist weit verbreitet. Dabei wird ein touristischer Ort angesteuert, schnell ein Foto gemacht und dann zum nächsten Ort gehastet, um das nächste Bild zu schießen.

Massentourismus am Karersee wird zum Problem: „Riegel vorschieben“

Der Karersee ist besonders davon betroffen. Laut der Tageszeitung Alto Adige besuchen täglich etwa 4.000 Menschen den See. Tagsüber wird ein Selfie am Karersee gemacht, dann wird das nächste Ziel in den Dolomiten ins Visier genommen.

„Natürlich kann man verstehen, dass jeder ein Foto mit den Dolomiten im Hintergrund machen möchte, vielleicht direkt mit dem Auto anreist, aber in bestimmten Situationen sollten wir den exorbitanten Zahlen einen Riegel vorschieben“, sagt Carlo Alberto Zanella, Präsident des Club Alpino Italiano in Alto Adige.

Wie das Problem gelöst werden kann, bleibt jedoch unklar. Zu einem anderen See in Südtirol wurde der Zugang bereits beschränkt. (vk)

Rubriklistenbild: © Fotomontage/Instagram/@aldodl/Depositphotos/IMAGO

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