Rekordhitze in Spanien und Italien

Beliebte Urlaubsländer leiden unter Rekordhitze: „Das hält man nicht mehr aus“

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In einigen europäischen Städten herrschen Rekordtemperaturen. Vielerorts wird sogar die höchste Alarmstufe für Hitze ausgerufen. Das sagen deutsche Touristen.

Bremen – In Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei hält die Hitzewelle noch immer an. Einige deutsche Touristen äußerten sich jetzt zu den Temperaturen jenseits der 40 Grad. Viele von ihnen verzweifeln regelrecht. Doch auch Deutschland wurde in diesem Sommer bereits von einer Hitzewelle und Unwettern überrollt.

Deutsche Urlauber leiden in Touristen-Hotspots Europas unter der Hitze

Noch immer herrschen in vielen Ländern am Mittelmeer Temperaturen über 40 Grad. Touristen sowie Einheimische, die nicht an solche Temperaturen gewöhnt sind, leiden. In Rom sorgen 28 geöffnete Gesundheitszentren dafür, dass Menschen in dem beliebten Urlaubsort mit Trinkwasser versorgt werden. Vor dem Kolosseum sagte eine Touristin: „Das hält man nicht mehr aus.“ Auch ein Reisender aus Braunschweig äußerte sich zur Hitzewelle: „Dass es heiß wird, war klar, aber nicht, dass wir 40 Grad und mehr haben.“

Viele Menschen in Ländern am Mittelmeer leiden unter den hohen Temperaturen jenseits der 40 Grad.

Andere deutsche Touristen, die bereits vor längerer Zeit ihren Urlaub buchten, verzweifeln in dem Urlaubs-Hotspot ebenfalls. Vor einem halben Jahr rechneten sie schlichtweg nicht mit solchen Temperaturen. Nicht nur in Italien, sondern auch in Spanien macht die Hitzewelle vielen Menschen zu schaffen. Auch dort wurde in mehreren Orten die höchste Alarmstufe für Hitze ausgerufen. Ein Einheimischer sagte dazu: „Man hält’s nicht aus, es wird jedes Jahr heißer.“ Die durchschnittliche Wassertemperatur in Spanien ist so hoch wie seit dem Jahr 1940 nicht mehr.

Deutsche Touristin in Spanien hat einfaches Mittel gegen die Hitzewelle

Eine deutsche Touristin an der Ostküste Mallorcas will sich die Laune von der Hitze nicht verderben lassen. Obwohl sie sagt, dass „die Sachen ständig durchgeschwitzt“ sind, liebt sie die Hitze nach eigener Aussage. Ihr Rezept: Eine kalte Wassermelone, Pool und Klimaanlage. Auf Mallorca war es am Dienstag so heiß wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen, das teilte der nationale Wetterdienst Aemet mit. In Sa Pobla, 40 Kilometer nördlich der Insel-Hauptstadt Palma, wurde die Höchsttemperatur von 43,9 Grad gemessen.

In mehreren Orten Griechenlands kämpfen Feuerwehrkräfte gegen Waldbrände – das Risiko ist weiterhin hoch.

In Murcia, Alicante und Almeria wurden sogar 44 Grad erwartet. Mit der Hitzewelle steigt vielerorts auch die Waldbrandgefahr. Auf der Kanareninsel La Palma mussten bereits 4000 Menschen evakuiert werden, die Feuerwehrleute kämpfen noch immer gegen den Brand an. In Griechenland wird sogar gegen drei große Feuerfronten gekämpft. Am Mittwoch (19. Juli) teilte ein Sprecher mit, dass es keine Entwarnung gibt. „Am Wochenende wird das Waldbrandrisiko wieder sehr hoch sein“, sagte der griechische Meteorologe Theodoros Giannaros.

Die Gletscher schmelzen – So verändert der Klimawandel die Erde

Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben.
Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben. © dpa/NASA/AP
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer.
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer. © Felipe Dana/dpa
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen.
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen. © Urs Flueeler/dpa
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen.
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen. © Oscar Vilca/INAIGEM/afp
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden.
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden. © Urs Flueeler/dpa
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination.
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination. © Johannes Eisele/afp
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser.
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser. © Jonathan Nackstrand/afp
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt.
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt. © Fabrice Coffrini/afp
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien.
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien. © Peter Parks/afp
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten.
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten. © imago/Xinhua
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.  © NASA Earth Observatory/Jesse Allen und Robert Simmon/United States Geological Survey/dpa
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen.
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen. © Kay Nietfeld/dpa

Laut des Griechen hat der Hitzesommer noch lange kein Ende gefunden: „Das Schlimmste liegt noch vor uns.“ In der Türkei bleiben Strände in beliebten Urlaubsorten vielerorts leer. In der Provinz Adana wurden Menschen sogar zu Dankesgebeten für den Erfinder der Klimaanlage aufgerufen. Wie die türkische Wetterbehörde mitteilte, liegen die Temperaturen in den Mittelmeerregionen drei bis acht Grad über den in dieser Jahreszeit sonst üblichen Temperaturen. Viele Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel dazu führt, dass Hitzewellen immer weiter zunehmen und länger andauern. (rd/dpa/afp)

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