Schnee-Prophezeiung

„Tut Menschen weh“: 100-jähriger Kalender trifft unheimliche Wetter-Bauernregel im Herbst 2025

  • schließen

Ein Herbst, der weh tut? Geht es nach dem Hundertjährigen Kalender und einer Bauernregel, droht Deutschland eine unschöne Wetter-Entwicklung im Oktober.

Hamm – Der 30. Oktober 2025 könnte ein brenzliger Tag werden – zumindest, wenn man einer alten Bauernregel glaubt. Denn an diesem Datum soll laut dem Hundertjährigen Kalender der erste Schnee in Deutschland fallen – und damit eine unheilvolle Bauernregel wahr werden.

Oktoberschnee kann in Deutschland durchaus vorkommen: Hier 2024 am Starnberger See in Bayern.

Der historische Kalender stammt von Mauritius Knauer, einem Benediktinerabt aus dem Zisterzienserkloster Langheim. Der Mönch beobachtete zwischen 1652 und 1658 akribisch das Wetter in Franken und entwickelte daraus sein „Calendarium Oeconomicum practicum perpetuum“. Sein Ziel: Den Klostermönchen bei der Landwirtschaft zu helfen. Daraus entstanden Vorhersagen, die sich nach einem siebenjährigen Planeten-Zyklus richten und bis heute fortgeführt werden. Wissenschaftlich haltbar sind die Wetterprognosen allerdings nicht.

Wetterprognose vom Hundertjährigen Kalender trifft Bauernregel: „Tut Mensch‘ und Tieren weh“

Für Oktober 2025 prophezeit Knauers Kalender eine lange Schönwetterperiode vom 4. bis 28. Oktober. Doch dann schlägt das Wetter um: Am 29. Oktober soll Frost einsetzen, am 30. Oktober der erste Schnee fallen. Und eine der mit dem Hundertjährigen Kalender eng verknüpften Bauernregel besagt: „Oktoberschnee tut Mensch‘ und Tieren weh.“

Die alte Bauernregel hatte in der Vergangenheit höchstwahrscheinlich einen ernsten Hintergrund. Im Oktober werden noch viele Obst- und Gemüsesorten geerntet – zum Beispiel Kohl, Lauch, Mais, Tomaten, Äpfel und Zwiebeln. Schnee und Frost können diese Pflanzen beschädigen oder die Ernte behindern.

Besonders kritisch wird es bei der Aussaat von Wintergetreide. Die Felder sollten normalerweise bis Ende Oktober bestellt sein. Ist das wegen schlechten Wetters nicht möglich, drohen Ernteausfälle im folgenden Jahr. So geschehen bereits 2023, als viele Betriebe wegen anhaltender Nässe bis Ende Oktober erst die Hälfte ihrer Felder bestellt hatten.

Alte Wetter-Weisheiten nicht wissenschaftlich – tritt Vorhersage für Oktoberschnee ein?

Meteorologe Bernhard Mayer (Ludwig-Maximilians-Universität München) ordnete die historischen Wettervorhersagen kritisch ein: „Bauernregeln waren damals durchaus ernst zu nehmende Ansätze, das Wetter zu beobachten und vorherzusagen.“ Allerdings lag die Trefferquote bei nur 60 bis 70 Prozent. Wobei die ersten wissenschaftlichen Herbst-Prognosen in diesem Jahr ebenfalls auf zumindest trübes und nasses Herbstwetter hindeuten.

Statistisch betrachtet fällt Herbst-Schnee in Deutschland meist erst zwischen dem 5. und 20. November. Nur in höheren Lagen wie dem Harz oder dem Bayerischen Wald ist Oktoberschnee nicht ungewöhnlich.

Immerhin gibt es eine beruhigende Nachricht auch für diejenigen, die sich auf die alte Wettervorhersage verlassen: Der Hundertjährige Kalender prophezeit für Oktober 2025 nur einen einzigen Schnee-Tag. Die moderne Landwirtschaft dürfte das verkraften können. (moe)

Rubriklistenbild: © Ulrich Wagner/Imago

Kommentare