Fünf Menschen vermisst

U-Boot „Titan“ auf Weg zur Titanic verschollen: Diese fünf Personen sind an Bord

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Auf einem Tauchgang zum Titanic-Wrack verschwindet ein U-Boot. An Bord sind fünf Passagiere, der Sauerstoff wird knapp. Was bisher bekannt ist.

Boston – Die Suche nach dem verschollenen Tauchboot vor der Ostküste der USA entpuppt sich als Wettlauf gegen die Zeit. Das U-Boot namens „Titan“ gilt seit Sonntag (18. Juni) als vermisst. Geplant war ein Tauchgang zum Wrack des 1912 gesunkenen Kreuzfahrtschiffes „Titanic“.

Fünf Menschen sind an Bord des rund sieben Meter langen Tauchbootes. Eine großangelegte Suchaktion läuft. Doch die Zeit rennt davon. Denn nach Angaben des Unternehmens „Oceangate Expeditions“ soll den Passagieren im Notfall nur für 96 Stunden Sauerstoff zur Verfügung stehen. Doch wer befindet sich eigentlich genau an Bord der Titan?

Name des TauchbootesTitan
Expeditions-UnternehmenOceangate Expeditions
Start des TauchgangsSonntag, 18. Juni
Tauchtiefe4000 Meter

Tauchboot auf dem Weg zum Titanic-Wrack verschollen: Hamish Harding ist an Bord

Zunächst: Wie der Anbieter der Expedition informierte, finden fünf Personen Platz in dem U-Boot, darunter maximal drei Touristinnen und Touristen. Günstig ist die Reise nicht. Pro Person werden 250.000 US-Dollar (229.000 Euro) fällig. Die Route ist für ursprünglich acht Tage angesetzt. Vom Hafen ab St. John’s auf der kanadischen Insel Neufundland startete ein größeres Schiff in die Nähe der Titanic. Dann ging es mit dem Tauchboot in die Tiefe. In dieser Zeit kommunizierte die Titan mit dem Begleitschiff „Polar Prince“. Etwa eine Stunde und 45 Minuten nach Tauchgang am Sonntag verlor die Besatzung den Kontakt zu dem Boot.

Diese Montage zeigt die fünf Personen, die sich an Bord des vermissten Titan-Tauchboots befinden: Hamish Harding, Stockton Rush, Paul-Henri Nargeolet, Suleman Dawood und sein Vater Shahzada Dawood.

An Bord befindet sich einerseits der milliardenschwere britische Geschäftsmann Hamish Harding. Seine Teilnahme an der Expedition wurde zuerst bekannt. Harding hatte kurz vor dem Tauchgang in den sozialen Medien angekündigt, Teil des exklusiven Ausfluges zu sein. „Es hat sich gerade ein Wetterfenster aufgetan und wir werden morgen einen Tauchgang versuchen“, schrieb er am Samstag (17. Juni) bei Instagram. Ihm zufolge sei das womöglich die erste und einzige Mission zum Titanic-Wrack in diesem Jahr.

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

U-Boot bei Tauchgang verschollen: Wer noch vermisst wird

Dass Harding vermisst werde, bestätigte sein Unternehmen Action Aviation in der Nacht zum Dienstag (20. Juni). Der Brite ist für mehrere Guinness-Weltrekorde bekannt: Im März 2021 tauchte er im Marianengraben, dem tiefsten Ort der Erde. Im vergangenen Jahr flog er mit der „Blue Origin“ von Jeff Bezo ins All.

Weitere Besatzungsmitglieder sind der pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood und sein 19-jähriger Sohn Suleman. Laut Daily Mail soll die Familie des 48-Jährigen bestätigt haben, dass die beiden an Bord des Bootes sind. Dawood soll einer der reichsten Männer Pakistans sein.

Vermisstes Tauchboot vor US-Küste: Was über die weitere Besatzung bekannt ist

Über die anderen beiden Mitglieder gibt es bislang noch keine offiziellen Bestätigungen. Harding schrieb zuvor bei Instagram, dass auch „einige legendäre Forscher“ mit an Bord seien. Diese hätten bereits über 30 Tauchgänge zum Wrack der Titanic unternommen, darunter Paul-Henry Nargeolet. Der Franzose forscht seit Jahren zum Titanic-Wrack und hat bereits mehrere Expeditionen begleitet, berichtete The Sun. Der fünfte Vermisste ist Oceangate zufolge der Chef der Betreiberfirma Stockton Rush (61), der als Kapitän des Bootes fungiert habe.

Harding versprach in den sozialen Medien vor dem Tauchgang der Titan, dass „weitere Updates zur Expedition“ folgen, sollte es das Wetter zu lassen. Seitdem fehlt von dem Boot jede Spur. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © AFP/Dirty Dozen Productions /JOEL SAGET HANDOUT

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