Nach Attentat

Hass und Hetze? Darum war Charlie Kirk so umstritten

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Charlie Kirk fiel unter anderem mit ausländer- und transfeindlichen Aussagen aus.

Von Rassismus bis Transphobie - die Debatte um den ermordeten Aktivisten Charlie Kirk hält an. Ein Überblick über seine Äußerungen.

Bonn (KNA) Der von einem Attentäter erschossene Aktivist Charlie Kirk war ein rhetorisch begabter Polemiker. In der polarisierten politisch-kulturellen Debatte der USA hat er durch scharfe Formulierungen dazu beigetragen, Konflikte weiter zuzuspitzen. Wegen einiger Äußerungen wurde er in Medienberichten als Rassist oder Faschist bezeichnet. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert Einlassungen Kirks aus den vergangenen Jahren im Wortlaut in einer eigenen Übersetzung.

Äußerungen, die in Kommentaren als rassistisch bewertet wurden

In einer Radio-Show am 19. Mai 2023 berichtet Kirk über einen Vorfall in New York City, bei dem eine weiße, schwangere Frau von Farbigen belästigt wurde. An einer Stelle sagt er: „Es passiert häufiger, dass junge Schwarze herumschleichen, um Weiße zu belästigen. Das ist ein Faktum. Es passiert immer öfter in amerikanischen Städten.“

Am 14. Juli 2023 kommentiert er die Aussage einer afro-amerikanischen Kongress-Abgeordneten aus Texas, die öffentlich gesagt hatte, dass sie von einem „Affirmative-Action-Programm“ profitiert habe. Bei solchen Programmen werden Angehörige gesellschaftlicher Minderheiten in den USA bevorzugt behandelt. Die Betroffene sagte: „Ich bin vielleicht nur deshalb zur Höheren Schule zugelassen worden sei, weil ich eine Frau und eine Farbige war.“ Kirks Kommentar: „Wir wissen, und es ist ganz offensichtlich, dass du nicht klug genug warst, es durch eigene Verdienste zu schaffen.“

Äußerungen, die als homo-, trans-, oder islamophob bewertet wurden

In einer Debatte am 12. Juni 2024 kommentiert Kirk die Aussage einer christlichen Influencerin, die unter Verweis auf das biblische Gebot „Liebe Deinen Nächsten“ vom höchsten Gesetz Gottes spricht und sagt, dass die Nächstenliebe ausnahmslos allen gelte, auch Homosexuellen. Dazu erklärt Kirk, eine Stelle des Alten Testaments paraphrasierend: „Man liebt einen Menschen, indem man ihm die Wahrheit sagt und nicht, indem man eine Sünde unterstützt. (...) Und im Buch Levitikus des Alten Testaments steht im Kapitel 18: ‚Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft, ansonsten sollst du gesteinigt werden.‘ Ich sage ja nur, wenn Sie Kapitel 19 mit der Nächstenliebe zitieren: das Kapitel vorher betont Gottes vollkommenes Gesetz zu sexuellen Themen.“

Artikel der KNA

Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

In einer Rede in einer Kirche am 11. September 2023 äußert sich Kirk über einen damals prominenten Menschen, der als Mann geboren wurde und sich später als Frau definierte. Kirk: „Die Sache, die am meisten gegen den gesunden Menschenverstand und gegen das Naturgesetz geht und die, wenn ich das sagen darf, einen gestreckten Mittelfinger gegen Gott darstellt, ist das Transgender-Zeug, das derzeit in Amerika passiert. Wir sind in einer Kirche, und da ist es wichtig, an Deuteronomium 22,5 zu erinnern, wo es heißt: ‚Eine Frau soll nicht die Ausrüstung eines Mannes tragen und ein Mann soll kein Frauenkleid anziehen; denn jeder, der das tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel.‘ Hast du das gehört (Name)? Du bist Gott ein Gräuel!“

In einem am Tag vor seiner Erschießung geposteten Video macht Kirk einen Rundumschlag gegen alle „Feinde des amerikanischen Lebensstils“. Er sagt: „Der American way of life ist ganz einfach. Ich möchte heiraten können, ein Haus kaufen, Kinder haben (...) sie in eine gute Schule schicken, in einer Gegend mit geringer Verbrechensrate leben, ohne dass meinen Kindern in der ihrer Schule lesbischer, schwuler und Transgender-Müll beigebracht wird und auch, ohne dass sie fünfmal am Tag den muslimischen Gebetsruf hören müssen.“

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