Kollision folgte

Unwetter sprengt Mega-Tau: Video zeigt, wie Mallorca-Sturm das Kreuzfahrtschiff losreißt

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Unwetter schlugen auf Mallorca mit viel Wucht zu. Selbst ein Kreuzfahrtschiff wurde von der Kaimauer losgerissen und kollidierte.
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Unwetter schlugen auf Mallorca mit viel Wucht zu. Selbst ein Kreuzfahrtschiff wurde von der Kaimauer losgerissen und kollidierte.

München – Hochwasser im Süden Deutschlands, in Österreich, aber auch in der Schweiz und Italien. Doch den Anfang machte am Wochenende Mallorca. Mit einem Unwetter, das nahezu aus dem Nichts und mit immenser Wucht auftauchte und die Balearen kurzzeitig ins Chaos stürzte. Die Folgen spüren Urlauber wie Einheimische bis heute.

Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 122 km/h pfiffen am Sonntag über die Insel, es herrschte Gefahr für Leib und Leben. Am Strand von Illetes wurden zwei Kinder auf Luftmatratzen weggeweht. Ein Hoteldach flog durch die Gegend. Eine 25-jährige Deutsche ertrank und zwei weitere Männer aus Deutschland gelten weiter als vermisst. Sie kamen mit ihrem Segelboot auf Mallorca bislang nicht an.

Video zeigt, wie Mallorca-Sturm das Kreuzfahrtschiff mit einem Knall losreisst

Und dann diese Bilder vom Sonntag, 27. August: Das Kreuzfahrtschiff „Britannia“ steht angeleint im Hafen von Palma. Ein Video, aufgenommen in einigermaßen sicherer Entfernung, zeigt, wie eine heftige Böe in das dicke Tau fährt. Es knallt zweimal, dann platzt der Knoten. Das Schiff trieb ins Hafenbecken ab und kollidierte dort mit dem Öltanker Castillo de Arteaga.

Das Schiff wurde von Hafenschleppern gesichert und an eine Position außerhalb des Hafens von Palma de Mallorca gebracht. Dort ankerte das Kreuzfahrtschiff von 12:30 Uhr bis 16:45 Uhr, berichtet kreuzfahrt-aktuelles.de. Das Schiff war offenbar von Southampton auf einer Rundreise. Mittlerweile berichtet das Mallorca Magazin, dass die 320 Passagiere am Montag (28.8.) die Britannia verlassen mussten, weil das Schiff bei dem Zwischenfall Rettungsboote verloren hatte. Selbst die Zahl der Mitfahrenden musste reduziert werden.

Verletzt wurde bei diesem Vorfall glücklicherweise niemand, doch wie das Mallorca Magazin am Dienstag (29.9.) berichtet, wurden 20 Prozent der Treibstoffversorgungsstelle im Hafen von Palma beschädigt. Demnach wird von dort aus die gesamte Insel mit Benzin und Diesel beliefert. Die Hafenbehörde ist nun auf der Suche nach Lösungen.

Heftige Hochwasser in Deutschland, Österreich und Italien, Schnee in den Alpen – die Bilder

Unwetter toben in weiten Teilen Europas. Betroffen war auch Mallorca. Hier tobten Sturmböen mit bis zu 122 Km/h.
Unwetter toben in weiten Teilen Europas. Betroffen war am Sonntag, 27. August, auch Mallorca. Hier tobten Sturmböen mit bis zu 122 Km/h. © Screenshot X
Die Isar in München am frühen Dienstagnachmittag: Der anhaltende Dauerregen über der Landeshauptstadt hat den Wasserpegel stark ansteigen lassen.
Die Isar in München am frühen Dienstagnachmittag: Der anhaltende Dauerregen über der Landeshauptstadt hat den Wasserpegel stark ansteigen lassen. © Lucas Sauter Orengo
Hochwasser am Inn
Schaulustige beobachten am Abend von einer Brücke aus den Wasserstand. © Uwe Lein/dpa
Durch starke Niederschläge hat das Wasser an einer Pegelmessstation die Vorwarnstufe überschritten. Norditalien ist am Montag erneut von schweren Unwettern heimgesucht worden.
Durch starke Niederschläge hat das Wasser an einer Pegelmessstation die Vorwarnstufe überschritten. Norditalien ist am Montag erneut von schweren Unwettern heimgesucht worden.  © Foto: LFV Südtirol/dpa
Die Unwetter in Italien haben in einigen Regionen für überflutete Straßen gesorgt.
Die Unwetter in Italien haben in einigen Regionen für überflutete Straßen gesorgt. © Claudio Furlan/dpa
Heftige Unwetter mit starken Sturmböen in Italien entwurzeln Bäume.
Heftige Unwetter mit starken Sturmböen in Italien entwurzeln Bäume. © Einsatz-Report24/imago
Ein Tornado fegte an der kroatischen Küste entlang.
Ein Tornado fegte an der kroatischen Küste entlang. © X/ToniPranji1
Touristen mussten sich in Porec durch die Wassermassen kämpfen.
Touristen mussten sich in Porec durch die Wassermassen kämpfen. © Medienpics
Blick auf den Wasserfall in Gastein. Heftige Regenfällen in Teilen Österreichs führten zu einer Hochwasserlage.
Blick auf den Wasserfall in Gastein. Heftige Regenfällen in Teilen Österreichs führten zu einer Hochwasserlage.  © Foto: Expa/ Jfk/APA/dpa
Schärding: Hochwasser umgibt die Häuser an der Inn-Promenade.
Schärding: Hochwasser umgibt die Häuser an der Inn-Promenade. Nach den heftigen Regenfällen in Teilen Österreichs hat sich die Hochwasserlage leicht entspannt.  © Foto: Ulrike Elisabeth Innthaler/APA/dpa
Der Blick auf die Schäden nach einem Erdrutsch im Gasteiner Kötschachtal.
Der Blick auf die Schäden nach einem Erdrutsch im Gasteiner Kötschachtal. Nach den heftigen Regenfällen in Teilen Österreichs hat sich die Hochwasserlage aber wieder leicht entspannt.  © Foto: Expa/ Jfk/APA/dpa
Ein Teil der Zufahrtsstraße nach Sölden wurde durch das Hochwasser abgerissen.
Ein Teil der Zufahrtsstraße nach Sölden wurde durch das Hochwasser abgerissen. © Christanell/dpa
Schnee dagegen in der Schweiz. Kühe stehen bei Schneefall auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel auf der Kleinen Scheidegg.
Schnee dagegen in der Schweiz. Kühe stehen bei Schneefall auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel auf der Kleinen Scheidegg.  © Foto: Peter Schneider/KEYSTONE/dpa
Elias Haugsson, ein Mitarbeiter des Restaurants Kleine Scheidegg, wischt Schnee von einem Tisch auf der Kleinen Scheidegg auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel.
Elias Haugsson, ein Mitarbeiter des Restaurants Kleine Scheidegg, wischt Schnee von einem Tisch auf der Kleinen Scheidegg auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel. © Foto: Peter Schneider/KEYSTONE/dpa
Leicht bedeckt vom Neuschnee. Die Gegend in der Gemeinde Riederalp im Schweizer Kanton Wallis.
Leicht bedeckt vom Neuschnee. Die Gegend in der Gemeinde Riederalp im Schweizer Kanton Wallis. © Privat
Schnee auch an der Villa Casse im Schweizer Kanton Wallis.
Schnee auch an der Villa Casse im Schweizer Kanton Wallis. © Privat

Flug-Chaos hält auf Mallorca lange an

Wegen der unwetterbedingten Streichung Dutzender Flüge mussten Hunderte Touristen die Nacht zum Montag auf dem Flughafen von Palma verbringen. Insgesamt seien am Sonntag im Airport Son Sant Joan 29 Abflüge gestrichen worden, teilte die spanische Flughafenverwaltungsbehörde Aena mit. Andere Flieger kamen in schwere Turbulenzen.

Zudem seien 27 ankommende Flüge gecancelt und 18 umgeleitet worden. Am Montag gab es laut Medien noch viele Verzögerungen. Bis zum Abend werde sich die Lage normalisiert haben, teilte ein Aena-Sprecher auf Anfrage mit. Auf Mallorca werden im Sommer oft mehr als 1000 Flüge täglich abgewickelt. Die meisten Unwetter-Vorfälle gingen auf Mallorca glimpflich aus. Leider werden jedoch nach wie vor zwei Segler aus Deutschland vermisst.

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