Unwetter und Murenabgang isolieren Südtirol-Ort für Stunden – „Hat sich immer wieder Material gelöst“
VonLennart Schwenck
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Der kleine Bergort Pfunders in Südtirol war für kurze Zeit erneut isoliert: Nach heftigen Regenfällen war die Straße unpassierbar.
Pfunders – Die angespannte Wetterlage in Südtirol sorgte Anfang der Woche erneut für massive Probleme in der Erreichbarkeit abgelegener Ortschaften: Die Landesstraße nach Pfunders war nach mehreren Erdrutschen und anhaltende Regenfällen für bestimmte Zeit komplett gesperrt. Nach einem Einsatz von Feuerwehrkräften und Räumfahrzeugen konnte die Verbindung jedoch am Mittwochmittag wieder freigegeben werden – das Pfunderer Tal ist damit endlich wieder erreichbar.
Zuvor hatten anhaltende Regenfälle in der Nacht auf Dienstag einen neuen Murenabgang im Bereich des Kammerschiener Grabens ausgelöst. Die Fahrbahn wurde dabei erneut von Geröll, Schlamm und großen Mengen Holz überdeckt. „Es hat sich immer wieder Material gelöst“, erklärte Feuerwehrkommandant Hans Neumair gegenüber Südtirol News. Ein verstopftes Rohr unter der Straße, das normalerweise einen kleinen Bach ableitet, verschärfte die Lage zusätzlich und machte die Straße unpassierbar, wie stol.it berichtet.
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Zwischenzeitlich konnte die Straße am Dienstagmorgen nur für kurze Zeit einspurig geöffnet werden – unter anderem, um einen Schülerbus passieren zu lassen. Bereits gegen 9 Uhr musste die Strecke jedoch erneut gesperrt werden, da neue Regenfälle weiteres Geröll auf die Straße schwemmten. „Es rinnt einfach zu viel Wasser auf der Straße. Auch die Bagger sind noch im Einsatz“, so Neumair weiter.
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Auch die Wetterlage trug maßgeblich zur kritischen Situation bei. Landesmeteorologe Dieter Peterlin wies auf der Plattform X darauf hin, dass im Pustertal – etwa in Terenten – innerhalb von 24 Stunden bis zu 90 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen seien. „Das ist fast so viel wie normalerweise im gesamten Monat Juni fällt“, so Peterlin. Weitere Regenschauer und Gewitter seien weiterhin zu erwarten, eine nachhaltige Wetterberuhigung zeichne sich frühestens in den kommenden Tagen ab.
Im Laufe des Dienstags blieb zunächst unklar, wann eine Freigabe möglich wäre. Laut stol.it wurden insgesamt 78 Lkw-Ladungen an Geröll, Schlamm und Holz von der Fahrbahn abtransportiert – ein Kraftakt, der durch Videos der laufenden Räumungsarbeiten eindrucksvoll dokumentiert wurde.
Straße ins Tal wieder frei – Aufräumarbeiten abgeschlossen
Am Mittwochmittag, den 4. Juni 2025, schließlich die Entwarnung: Gegen 12 Uhr konnte die Straße nach Pfunders wieder vollständig für den Verkehr geöffnet werden. Die Situation habe sich spürbar entspannt, meldet .stol.it. Damit ist das Pfunderer Tal nach mehreren Tagen Isolation endlich wieder uneingeschränkt erreichbar – zur großen Erleichterung der betroffenen Einwohner und Einwohnerinnen. Glücklicherweise gab es trotz der Unwetterlage bislang keine Verletzten. Auch Schäden an Gebäuden wurden nicht registriert. Dennoch zeigte die Situation einmal mehr, wie verwundbar abgelegene Regionen gegenüber extremen Wetterereignissen sind – und wie stark sie auf funktionierende Infrastruktur angewiesen bleiben. (ls)