VonAlina Schröderschließen
Die Hawaii-Inseln werden häufiger von Hurrikans, Sturmfluten und Vulkanausbrüchen heimgesucht. Riesige Brände kosteten nun mindestens 93 Menschen das Leben.
- Flammeninferno auf Hawaii: Nach dem Hurrikan „Dora“ breiten sich Brände weiter aus.
- Apokalyptische Szenen auf Hawaii: Bilder und Videos zeigen das Ausmaß der verheerenden Brände.
- Zahl der Toten steigt: Inzwischen sind mindestens 55 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche sind verletzt.
Update vom 14. August, 7.07 Uhr: Nachdem tagelang mehrere Feuer auf den Hawaii-Inseln gewütet hatten, sind nach Behörden-Informationen nahezu alle Brandherde unter Kontrolle gebracht. Derweil stiegen die Opfer der fürchterlichen Waldbrände auf 93 an. Damit sind sie laut US-Medien die schlimmsten Waldbrände in der Geschichte der USA seit mindestens 100 Jahren.
Mehr als 2000 Gebäude sind bei den Feuern verwüstet worden. Schätzungen gehen von mehr als 5,5 Milliarden Dollar (5,0 Milliarden Euro) für den Wiederaufbau Maui‘s aus. Auf der beliebten Urlaubsinsel waren die Brände am heftigsten. Deren Kleinstadt Lahaina mit 13.000 Einwohnern hat das Unglück besonders hart getroffen, viele Straßenzüge dort sehen aus wie in einem Kriegsgebiet. Noch immer brennt es dort, die Brände seien aber zu 85 Prozent gelöscht. Der Fund weiterer Toter sei zu befürchten, hatte Hawaiis Gouverneur Josh Green bereits am Samstag (12. August) gesagt.
Waldbrände auf Hawaii: „Die Regierung sagt uns nicht, was passiert“
Update vom 13. August, 07.00 Uhr: Die Opferzahl der Wald- und Buschbrände steigt weiter. In den vergangenen Tagen seien mindestens 89 Menschen gestorben, gab Josh Green, Gouverneur des US-Bundesstaats Hawaii, am Samstagabend (Ortszeit) bekannt. Die Feuerwehr sei weiter im Einsatz, um Feuer in verschiedenen Regionen der Insel einzudämmen, teilte die Regierung zusätzlich mit. Erste Schätzungen der Kosten für den Wiederaufbau gehen von rund 5,5 Milliarden Dollar (5,0 Milliarden Euro) aus.
Nach Kritik der verspäteten Warnung der Waldbrände, erheben sich immer mehr Stimmen. Es gebe zudem keine Transparenz, sagte Profisurfer Kai Lenny in einem Video auf Instagram. „Die Regierung sagt uns nicht, was passiert, und dadurch weiß keiner, wie wir helfen können.“ Er habe Menschen mit dem Jetski mit dem Nötigsten versorgt, da Straßen gesperrt seien. Rund ein Dutzend Bundesbehörden seien mit Hilfsmaßnahmen für die Brandopfer beschäftigt, teilte die Katastrophenschutzbehörde FEMA am Samstag mit. 150 FEMA-Mitarbeiter, darunter auch Such- und Rettungstrupps, seien bereits auf Maui, weitere seien unterwegs.
Waldbrände auf Hawaii: Kritik an Regierung – keine Warnsirenen im Einsatz gewesen
Update vom 12. August, 15.00 Uhr: Nach den verheerenden Bränden auf der Insel Maui im US-Bundesstaat Hawaii ist die Zahl der Opfer weiter gesteigen. Laut den Angaben der Behörden sind 80 Menschen ums Leben gekommen. Die Feuerwehr sei weiter im Einsatz um Feuer in verschiedenen Regionen der Insel unter Kontrolle zu bringen, teilte die Regierung des Bezirks Maui am Freitagabend (Ortszeit) mit. Ein Brandherd nahe einer landeseigenen Tankstation in Kaanapali konnte zu 100 Prozent eingedämmt werden. Hunderte Fahrzeuge hätten dort für Treibstoff angestanden.
Die Generalstaatsanwaltschaft kündigte eine Untersuchung an. Es werde eine „umfassende Überprüfung“ der von den Behörden getroffenen Entscheidungen „im Vorfeld, während und nach den Waldbränden auf den Inseln Maui und Hawaii“ geben, erklärte das Büro von Generalstaatsanwältin Anne Lopez am Freitag. Zahlreiche Bewohner kritisierten, sie seien nicht durch Sirenen vor dem Feuer gewarnt worden und warfen den Verantwortlichen Versagen vor.
Update vom 12. August, 6.51 Uhr: Die Opferzahl auf Hawaii steigt weiter. Mittlerweile zählt der Bezirk 67 Tote, teilen die Behörden am Freitagabend (Ortszeit) mit. Die Löscharbeiten dauern nach wie vor an, seit am Dienstag Feuer ausgebrochen waren.
Flammen-Inferno auf Hawaii: Zahl der Todesopfer steigt – „Ist alles niedergebrannt“
Update vom 11. August, 19.50 Uhr: 55 Menschenleben sind den verheerenden Bränden auf Hawaii zum Opfer gefallen. Das teilte der Bezirk Maui am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Mindestens 20 Menschen seien durch Verbrennungen schwer verletzt worden, der Zustand von einigen von ihnen sei kritisch. Es werden auch noch Personen vermisst. Wie viele, sei aber schwer zu sagen, hieß es unter Berufung auf Mauis Polizeichef John Pelletier. Dies liege auch daran, dass der Mobilfunk zusammengebrochen sei.
In dem niedergebrannten Küstenort Lahaina habe die Feuerwehr das Feuer bis zum Abend zu rund 80 Prozent unter Kontrolle bringen können. Den Bewohnern des beliebten Touristenortes mit seinen vielen Holzhäusern sei der Zugang aber weiter verboten, weil auch die Rettungsarbeiten andauerten. Zusätzliche Rettungsteams mit Leichenspürhunden aus Kalifornien und dem Bundesstaat Washington seien auf dem Weg nach Maui, hieß es weiter. „Nichts davon ist mehr da. Es ist alles niedergebrannt“, sagte Lahainas Bürgermeister Richard Bissen.
Feuer auf Hawaii: „Finden Leichen an der Uferpromenade“
Update vom 11. August, 6.35 Uhr: Die Zahl der Toten bei den Bränden auf Hawaii ist auf mindestens 53 gestiegen. „Während die Löscharbeiten andauern, wurden heute 17 weitere Todesopfer durch das Feuer in Lahaina bestätigt“, teilten die Behörden der Insel Maui am Donnerstag mit: „Damit ist die Zahl der Todesopfer auf 53 gestiegen.“ Tausende Menschen sind obdachlos.
„Wir finden immer noch Leichen im Wasser und auf der Uferpromenade“, sagt Kekoa Lansford dem Sender CBS. Sie ist eine Einheimische aus Lahaina. „Wir haben Menschen aus dem Wasser gezogen. Wir versuchen, Menschenleben zu retten, aber bekommen nicht die Hilfe, die wir brauchen“, sagte sie. Am Donnerstag hatte US-Präsident Joe Biden den Katastrophenfall ausgerufen. Damit gibt er Hilfen des Bundes für die betroffenen Gebiete frei. Die Brände waren am Dienstag ausgebrochen.
Gouverneur Josh Green rechnet damit, dass die Opferzahl am Ende höher liegen wird als nach dem verheerenden Tsunami im Jahr 1960. Damals waren 61 Menschen gestorben. Die Stadt Lahaina ist etwa beinahe komplett zerstört. Rund 1700 Gebäude und 80 Prozent der Stadt seien vom Feuer getroffen, sagt Green.
11.000 Haushalte auf Maui ohne Strom: Bevölkerung auf Hawaii braucht Geduld
Update vom 10. August, 15.45 Uhr: Tausende Menschen auf der Insel Maui im US-Bundesstaat Hawaii sind noch immer ohne Strom. In der Nacht zum Donnerstag (3 Uhr Ortszeit/15 Uhr MESZ) waren rund 11.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen, wie aus Daten der Webseite PowerOutage.us hervorgeht. Der Stromversorger Hawaiian Electric bat die Bevölkerung um Geduld. Mitarbeiter arbeiteten an der Reparatur mehrerer umgestürzter Strommasten. Tausende Menschen sind auf der Flucht. Viele von ihnen versammeln sich an Flughäfen, um auf ihre Flüge zu warten.
Update vom 10. August, 11.41 Uhr: Mehrere Hundert Familien verloren durch die Brände ihre Häuser, Verletzte mit Brandverletzungen und Rauchvergiftungen wurden in Krankenhäuser gebracht. Für die beiden Bezirke Maui und Hawaii wurde der Notstand ausgerufen. Der Sender berichtete am späten Mittwoch (Ortszeit), das Feuer in Lahaina sei weiter aktiv und außer Kontrolle. Zudem gebe es auf der Insel zwei weitere große Feuer, die nicht unter Kontrolle seien. Feuer wüteten auch auf der östlich gelegenen Nachbarinsel Hawaii, der größten Insel des gleichnamigen Bundesstaats.
In dem historischen Ort Lahaina seien weite Teile zerstört worden, auch der Hafen und Umgebung hätten Schaden erlitten, schrieb der Bezirk Maui in einer weiteren Mitteilung vom Mittwoch. Mehr als 271 Gebäude seien von den Flammen erfasst worden. „Wir haben kein Lahaina mehr, es ist weg“, zitierte der US-Sender CNN einen Einwohner. Richard Olsten, Betreiber von Air Maui Helicopter Tours, sagte dem Sender ABC: „In den 52 Jahren, in denen ich auf Maui fliege, habe ich noch nie so etwas gesehen. Es war herzzerreißend, es sah aus, als wäre es zerbombt worden.“ Die große Zerstörung der Stadt Lahaina habe ihn und seine Crew sprachlos gemacht.
36 Tote nach Bränden auf Hawaii – Videos zeigen apokalyptische Szenen
Update vom 10. August, 10.20 Uhr: Die Zahl der Toten durch die Brände auf Hawaii ist auf mindestens 36 gestiegen. Das berichtet der Nachrichtensender Hawaiinewsnow und beruft sich auf den Bürgermeister von Maui. Alle Opfer hätten sich in der Stadt Lahaina aufgehalten, zu der der Zugang weiterhin gesperrt ist. Darüber hinaus gebe es dutzende Verletzte, viele darunter schwer. Einige Feuer sind noch außer Kontrolle, mindestens drei davon wüten dem Sender zufolge auf Maui.
Die Waldbrände könnten sich zu einer der tödlichsten Katastrophen in der Geschichte der Inselgruppe entwickeln, heißt es weiter. Tausende Menschen seien auf der Flucht. Bilder und Videos zeigen das Ausmaß der Brände.
Apocalypse now...😱😱#Hawaii pic.twitter.com/t6ofhRscva
— Brigitte Angelini (@brigitte_angeli) August 10, 2023
Brände in Hawaii: Apokalyptische Szenen im Urlaubsparadies
Erstmeldung vom 10. August, 6.40 Uhr: Honolulu — Dichter Rauch hängt über dem Urlaubsparadies im Pazifik, ein Küstenstreifen von Maui steht in Flammen, Teile der gewöhnlich üppig-grünen Insel sind schwarz verkohlt. Es sind schockierende und seltene Bilder aus Hawaii von verheerenden Busch- und Waldbränden. Aufnahmen, die an die Brände der Urlaubsinseln Rhodos und Korfu erinnern. Mindestens sechs Menschen sind ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, sagte der Bürgermeister des Bezirks Maui, Richard Bissen.
Mindestens 20 Personen hätten Verbrennungen erlitten. Viele Gebäude seien „bis auf den Boden“ abgebrannt. Das ganze Ausmaß der Schäden sei noch nicht absehbar. Hawaiis Gouverneur Josh Green sprach von einer „schrecklichen Katastrophe“. Von Reisen nach Maui wurde abgeraten. „Dies ist kein sicherer Ort“, warnte die stellvertretende Gouverneurin Sylvia Luke. Per Notfall-Erklärung wollten sie Touristen fernhalten. Augenzeugen beschrieben apokalyptische Szenen in dem am schwersten betroffenen Küstenort Lahaina, gewöhnlich ein malerisches Touristenziel im Westen von Maui.
Auf der Flucht vor schnell um sich greifenden Flammen seien Menschen ins Meer gesprungen. Die Küstenwache teilte später laut CNN mit, dass mehr als ein Dutzend aus dem Wasser gerettet wurden. Helikopter-Pilot Richard Olsten flog am Mittwoch (9. August) über den Ort. Der größte Teil des historischen Kerns sei abgebrannt. Es sähe wie in einer Kriegszone aus, als ob das Gebiet bombardiert wurde, beschrieb er bei CNN seine Eindrücke.
Hawaii: Hurrikan für Brände mitverantwortlich
Heftige Sturmböen ließen die Bekämpfung der Flammen aus der Luft am Dienstag zunächst nicht zu. Am Mittwoch brannte es noch an drei Stellen auf Maui. Feuer wüteten auch auf der östlich gelegenen Nachbarinsel Hawaii, der größten Insel des gleichnamigen Bundesstaats. Mitverantwortlich für die rasch um sich greifenden Brände sei der Hurrikan Dora, der südlich der Inseln des US-Bundesstaats vorbeiziehe, so die Behörden.
„Die Tatsache, dass wir in mehreren Gebieten Waldbrände haben, die indirekt auf einen Hurrikan zurückzuführen sind, ist beispiellos. Das ist etwas, was die Bewohner von Hawaii und der Staat noch nicht erlebt haben“, sagte Sylvia Luke. Die Behörden hatten wegen hoher Feuergefahr, begünstigt durch Trockenheit, hohe Temperaturen und starke Winde, eine „Red-Flag“-Warnung für die Hawaii-Inselkette herausgegeben. Solche Bedingungen kennt man sonst von westlichen US-Staaten, darunter Kalifornien oder Oregon, wo es häufiger zu verheerenden Flächenbränden kommt.
Brände in Hawaii: US-Präsident Biden sagt Hawaii Hilfe zu
US-Präsident Joe Biden hat dem Bundesstaat Hawaii Hilfe der Regierung zugesagt. Die Nationalgarde und die Marine stehe den Einsatzteams zur Seite. Das Verkehrsministerium werde dabei helfen, Urlauber von Maui auszufliegen, hieß es in einer Mitteilung.
Sie sollten auf die westlich von Maui gelegenen Insel Oahu gebracht werden, berichtete der Sender Hawaii News Now. Dort werde ein Kongresszentrum in eine Notunterkunft verwandelt. Mehrere Fluggesellschaften sagten Flüge nach Maui am Mittwoch kurzfristig ab. Allerdings gebe es weiterhin Flüge von Maui, damit Urlauber ihre Rückreise antreten könnten, berichtete CNN. (dpa)
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