„Preise sind sehr hoch“

Italien besorgt: Teuer-Preise sorgen in Urlaubsregion für massive Probleme

  • schließen

Die Preise steigen überall. In der bislang sehr beliebten Urlaubsregion Apulien in Italien haben sie aber offenbar eine kritische Marke erreicht. Die Touristen bleiben weg.

Lecce – Viele Familien warten monatelang auf diesen Moment. Der letzte Schultag ist vorbei, Badehosen, Schwimmflügel und Sonnenbrillen werden im Gepäck verstaut – und dann kann er endlich losgehen: Der Sommerurlaub. Doch in einigen der beliebtesten Reiseziele der Deutschen droht in diesem Sommer eine böse Überraschung, denn die Kosten für einen Familienurlaub gehen vielerorts durch die Decke.

Für besonders viel Aufsehen hatten zuletzt Berichte über Preisschocks in Kroatien gesorgt. Doch auch in Italien müssen Urlauber im Jahr 2023 offenbar sehr viel tiefer in die Tasche greifen, als gewohnt. Vor Preisanstiegen von bis zu 42 Prozent in Italien hatten Verbraucherschützer schon vor der Saison gewarnt. Die tatsächlichen Preisanstiege bei Flügen riefen dann sogar ein italienisches Ministerium auf den Plan. Die Angst vor dem Ausbleiben der Urlauber ging um.

Italien besorgt: Teuer-Preise sorgen in erster Urlaubsregion für Probleme

Dass diese offenbar nicht unbegründet war, zeigen Erhebungen des Verbrauchervereins Adoc Puglia. Dieser schlägt jetzt für die eigentlich bei Touristen beliebte Region im Süden Italiens Alarm. „Die Preise für einen Urlaub in Apulien sind sehr hoch und viel höher als in anderen Ländern, wie Griechenland, Albanien und anderen“, sagt Adoc-Vertreterin Giulia Procino gegenüber dem Corriere del Mezzogiorno.

Der Strand von Gallipoli. Hohe Preise sorgen in Apulien nun für einen Touristen-Rückgang. (Symbolbild)

Ihren Berechnungen nach zahlt eine vierköpfige Familie in Apulien im Jahr 2023 mindestens 160 Euro. Bis zu 500 Euro kostet ein Strandbesuch – wohlgemerkt pro Tag. Basis der Nachforschungen war, dass Adoc herausfinden wollte, warum in diesem Jahr so wenige Urlauber aus der Region selbst und aus italienischen Nachbarregionen anreisen. „Verliert Apulien seinen touristischen Reiz?“, fragt der Corriere. Denn in den vergangenen Jahren hatte es einen regelrechten Tourismus-Boom in der Region gegeben.

Dem Bericht nach betrifft der Besucherrückgang alle Bereiche: Von Badeorten über Gastgewerbe, von Gastronomen über Händler. Die Strandbäder besuchten demnach 20 Prozent weniger Besucher. Dieser Rückgang spiegelt sich demnach auch in den anderen Bereichen wider.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Italiens Tourismus-Perle Apulien teuer wie selten: Familie zahlt 500 Euro für Tag am Strand

Grund sollen die horrenden Preise sein. Laut Verbraucherverbänden kann sich eine durchschnittliche italienische Familie den Urlaub in Apulien schlicht nicht mehr leisten. Besonders teuer ist es demnach in Gallipoli und generell im Salent. Hier kostet ein Strandtag für eine vierköpfige Familie bis zu 500 Euro. Dabei miteinberechnet ist der Strandaufenthalt an sich, ein Restaurantbesuch und eine Nacht in einem Bed & Breakfast. Die Summe in Gallipoli ergibt sich wie folgt:

  • Sonnenschirm und zwei Strandliegen: 35 bis 50 Euro
  • Doppelzimmer in Bed & Breakfast: 106 bis 265 Euro
  • Restaurantbesuch: 35 bis 150 Euro

In anderen Teilen Apuliens sind die Preise zwar niedriger. Dennoch schrecken sie offenbar viele Urlauber ab. Die Verbraucherschützer von Adoc sind zumindest davon überzeugt, dass der Rückgang von Urlaubern in Apulien mit den Preisanstiegen zusammenhängt, „begleitet von wirtschaftlichen Schwierigkeiten“, da die allgemein hohen Preise die Konten der Menschen ohnehin schon geleert haben, so Adoc. Als Hintergrund werden die Corona-Krise, die Energiekrise und der Preisanstieg bei Grundbedürfnissen, wie Lebensmitteln, genannt.

Ob die Betreiber in Süd-Italien jetzt Konsequenzen ziehen? In Kroatien zumindest hatte man die Preise deutlich reduziert, nachdem viele Urlauber storniert hatten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Marco Brivio

Kommentare