Illegale Ausfuhr von Kulturgütern

Wegen Souvenir vom Schnorcheln: Griechenland-Urlauber drohen zehn Jahre Haft

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Ein Familien-Vater importiert ein antikes Urlaubssouvenir aus dem Griechenland-Urlaub nach Österreich. Das hat jetzt drastische Konsequenzen.

Villach – Ob Camping-Urlaub in Europa oder doch lieber Entspannung am Strand: Im Sommer zieht es wieder viele Touristen ins Ausland. Für eine Familie aus Österreich endete eine Griechenland-Reise allerdings in einem Albtraum. Weil der Vater beim Schnorcheln ein „Urlaubssouvenir“ entdeckte und mit nach Österreich brachte, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Familie aus Österreich entdeckt antike Bruchstücke in Griechenland

Der Vorfall ereignete sich bereits im Sommer 2019. Ein 58-jähriger Mann aus Villach in Österreich im Bundesland Kärnten verbrachte seinen Familien-Urlaub auf der griechischen Insel Rhodos. Das türkisblaues Meer lädt jedes Jahr Touristen zum Schnorcheln ein. So auch in diesem Fall.

Die Kinder des Mannes entdeckten beim Schnorcheln Bruchstücke von Amphoren, die sie kurzerhand mit an die Oberfläche nahmen, berichteten österreichische Medien übereinstimmend. Ein außergewöhnliches Urlaubssouvenir, dachte sich wohl ihr Vater. Der 58-Jährige beschloss nämlich, die Bruchstücke der antiken Gefäße im Gepäck mit nach Österreich zu transportieren. Dort wollte er wohl seinen Fund von archäologischen Fachleuten schätzen lassen.

Wegen antikem Souvenir: Griechenland-Urlauber drohen bis zu zehn Jahre Haft

„Der Mann gab an, seine Kinder hätten die Bruchstücke beim ‚Schnorcheln‘ gefunden und wären anfangs der Meinung gewesen, es handle sich um wertlose Souvenirs. Erst später wäre ihm bewusst geworden, dass es sich um wertvolle Amphoren handeln könnte“, zitierte die Kronen Zeitung einen Kriminalbeamten der Landespolizeidirektion Kärnten.

Ein Familien-Vater importierte antike Amphoren aus Griechenland. Jetzt drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis. (Symbolbild)

Da hatte der Mann wohl nicht die Rechnung mit den griechischen Behörden gemacht. Diese leiteten nämlich ein Strafverfahren wegen illegaler Ausfuhr von Kulturgütern ein. Dem Familien-Vater drohen demnach bis zu zehn Jahre Haft. Das Stadtpolizeikommando Villach kümmerte sich auf europäische Anordnung um die Ermittlungen.

Griechenland-Urlaub wird zum Verhängnis: „In Mittelmeerländern drohen hohe Freiheitsstrafen“

Im Januar 2023 konnte die Polizei dann acht antike Amphoren in der Wohnung des Mannes sicherstellen, meldete die regionale Kleine Zeitung. Die Bruchstücke aus Griechenland wurden daraufhin der griechischen Botschaft in Wien übergeben. „Wir werden immer wieder mit Ermittlungen für ausländische Gerichte beauftragt. In diesem Fall war es eine besondere Herausforderung, da es sich um Gegenstände mit besonderem kulturellem Wert für das Land handelte“, zitierte die Zeitung Chefinspektor Walter Niedermüller vom Stadtpolizeikommando Villach.

„In den Mittelmeerländern drohen hohe Freiheitsstrafen, wenn man mit einem frisch ausgegrabenen, aus dem Meer getauchten oder auch nur ‚gefundenen‘ antiken Gegenstand erwischt wird“, wies das österreichische Bundeskriminalamt hin. Solche Objekte seien streng geschützt. Urlauber sollten ihren Fund demnach nicht anfassen und dort belassen, „wo sie sich befinden“. Vor Kurzem fanden Archäologen ein 16 Meter langes „Buch der Toten“ in einem ägyptischen Grab. In Niedersachsen entdeckten Forscher bei Ausgrabungen einen Sensationsfund. (kas)

Rubriklistenbild: © Veam/imago

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