Grüne Pampa, weiße Strände, alte Städte

Uruguay: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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Stadtstrand in Montevideo, Uruguay

Jahrhundertealte Hauptstadt und Kolonialstädte, malerische Landschaften, angesagte Strandresorts und spannende Surfspots. Wissenswertes über Uruguay.

München – Uruguay ist ein Land östlich des gleichnamigen Flusses an der Atlantikküste Südamerikas. Das Land hat eine Gesamtfläche von 176.220 km² und eine Küstenlänge von insgesamt 660 km. Diese Landmasse entspricht ungefähr 49 % der Größe Deutschlands. Die Hauptstadt ist Montevideo und gilt als eine der sichersten Städte in Südamerika. Mehr als jeder dritte Einwohner lebt in Montevideo und auch der Präsident hat hier seinen Amtssitz. Er wird direkt gewählt und ist Staatsoberhaupt und Regierungschef zugleich. Uruguays Nachbarländer sind im Norden Brasilien und im Westen Argentinien. Im Osten liegt der Atlantische Ozean.

Uruguay – die wichtigsten Zahlen, Daten & Fakten des Landes

  • Hauptstadt: Montevideo
  • Staats- und Regierungsform: präsidentielle Republik
  • Staatsoberhaupt (Stand: November 2022): Präsident Luis Alberto Lacalle Pou
  • Regierungschef (Stand: November 2022): Präsident Luis Alberto Lacalle Pou
  • Amtssprache: Spanisch
  • Einwohnerzahl: ca. 3,5 Millionen
  • Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner pro km²
  • Fläche: 176.220 km²
  • Währung: Uruguayischer Peso (UYU)
  • Bruttoinlandsprodukt: 57 Milliarden USD

Uruguay – die Geschichte des Landes

Auf dem Gebiet des heutigen Uruguay lebten schon vor mehreren tausend Jahren Menschen. Es wird vermutet, dass das Gebiet des heutigen Uruguay seit etwa 7000 v. Chr. von Menschen besiedelt wurde, die als Nomaden in kleinen Gruppen lebten. Das erste Volk, das sich herauskristallisierte, waren die Charrúas. Dum 1516 erreichten die Spanier Uruguay und gründeten dort 1624 eine Kolonie. In der Folgezeit gab es immer wieder Kämpfe mit den Portugiesen, später auch mit Argentinien und Brasilien, die alle das Land annektieren wollten.

Während der Kolonialzeit mussten afrikanische Sklaven in südamerikanischen Ländern wie Uruguay arbeiten. Daher ist noch heute ein Teil der Bevölkerung afrikanischen und europäischen Ursprungs. Nach 150 Jahren unter der Herrschaft der Spanier, Portugiesen und Brasilianer wurde Uruguay 1830 unabhängig. Trotzdem kehrte auch in den Jahren danach nur zeitweise Ruhe in das Land ein: Die demokratischen Verhältnisse wurden immer wieder von Diktaturen und Militärregierungen unterbrochen.

Uruguay – das politische System des Landes

Die Verfassung von Uruguay hat die Verfassung Spaniens zum Vorbild, wurde am 27. November 1966 verabschiedet und trat im Februar 1967 in Kraft. Am 27. Juni 1973 setzte die Militärregierung die Verfassung außer Kraft, scheiterte jedoch mit der Durchsetzung einer neuen Verfassung per Referendum am 30. November 1980. Seitdem gab es zwei Verfassungsänderungen, die jeweils durch Plebiszit angenommen wurden, und zwar am 26. November 1989 und am 7. Januar 1997. In Uruguay herrscht Gewaltentrennung: Die Exekutive ist auf den Präsidenten der Republik beschränkt, der für einen Zeitraum von fünf Jahren gewählt wird. Er ist gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef (Premierminister).

Die Legislative wird durch ein Zweikammernparlament umgesetzt, der sog. „Hauptversammlung“ (Asamblea General). Die beiden Kammern heißen „Senat“ (Cámara de Senadores) mit 30 Senatoren und „Repräsentantenhaus“ (Cámara de Representantes) mit 99 Abgeordneten. Die Mitglieder beider Kammern werden durch direkte und allgemeine Wahlen (Verhältniswahl) auf fünf Jahre gewählt. Die Judikative liegt in den Händen des Obersten Gerichtshofes, dessen Mitglieder für eine Amtszeit von zehn Jahren durch die Hauptversammlung gewählt werden. Der Oberste Gerichtshof veröffentlicht die Gesetze (oder auch eine neue Verfassung) und ist die höchste rechtliche Instanz des Landes.

Uruguay – Religion, Bildung und Feiertage des Landes

Die Mehrheit der Bevölkerung ist katholischen Glaubens. Konkret bedeutet das:

  • Katholiken (römisch): 47,1%
  • andere Christen: 11,1%
  • Juden: 0,5%
  • konfessionslos: 31,6%
  • andere: 9,7%

Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahre gehen in die Grundschule und erhalten danach weiterführenden Unterricht bis zum 15. Lebensjahr. Wer ein gutes Examen hat, darf anschließend daran einen Abschluss vergleichbar mit dem Abitur machen, um an einer Universität zu studieren. Sowohl der Besuch der Schule als auch der Besuch der Universität ist kostenlos. Weihnachten ist einer der wichtigsten Feiertage des Landes. In Uruguay wird der 24. Dezember auch als „Tag der Familie“ bezeichnet. Aber auch Ostern und Karneval werden groß gefeiert. Ein besonderes Fest ist die Rodeo-Woche „Semana Criolla“. Hier zeigen Reiter, was sie können. Fußball ist der beliebteste Sport in Uruguay. 1930 und 1950 war das Land Fußball-Weltmeister.

Uruguay – die Wirtschaft des Landes

Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte Uruguay durch seine Rinderzucht zu Wohlstand. Mit dem Geld wurde das Gesundheits- und Bildungssystem ausgebaut. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts aber ging es mit der Wirtschaft bergab. Die Schere zwischen Reich und Arm klaffte auseinander. In den letzten Jahren hat sich das Land wieder erholt: Armut und Arbeitslosigkeit nahmen ab und die Wirtschaft wuchs. Wirtschaftliches Zentrum ist die Hauptstadt Montevideo, in der etwa die Hälfte der Industrie- und Handelsbetriebe versammelt ist. Das restliche Land wird überwiegend für die Landwirtschaft genutzt. Große Herden von Rindern, Schafen und Pferden weiden auf Uruguays Grasland, der Pampa. Auch die Fischerei und der Verkauf von Reis und Soja sind wichtige Einnahmequellen. Zahlen, Daten und Fakten zur Flächennutzung in Uruguay:

  • 83% Landwirtschaft: 145.487 km²
  • 12% Wälder: 20.442 km²
  • 3% Stadtgebiete:    4.690 km²
  • 1% Wasserflächen: 1.200 km²
  • 3% Sonstige Flächen: 5.602 km²

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie waren in Uruguay 2020 erheblich. Insgesamt ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 von 54,70 Milliarden Euro auf 46,89 Milliarden Euro gesunken. Mit einem Minus von 14,27% hat die Wirtschaft in Uruguay deutlich mehr zu kämpfen, als in anderen Ländern. Allein der Tourismus-Bereich ist um rund 54% eingebrochen. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,9 auf 10,4 Prozent. Die Inflationsrate ist von zuvor 7,9 auf 9,8 Prozent angestiegen.

Uruguay – die Touristik des Landes

Beliebt ist das Land auch bei Urlaubern, viele kommen aus dem Nachbarland Argentinien. Die Sandstrände an der Mündung des Rio de la Plata sind ein beliebtes Reiseziel. Anziehungspunkt vor allem für reiche Menschen ist der Badeort Punta del Este, wo Veranstaltungen wie Modeschauen, Segelregatten und Sportereignisse in den Sommermonaten für Unterhaltung sorgen. Uruguay verzeichnete im Jahr 2019 insgesamt drei Millionen Touristen und lag damit nach absoluten Zahlen weltweit auf Platz 50. Mit 1,00 Touristen pro Einwohner lag Uruguay im weltweiten Vergleich auf Platz 46. 2020 erwirtschaftete Uruguay allein im Tourismus-Sektor rund 949,92 Millionen Euro. Dies entspricht 1,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und circa 9 Prozent aller internationalen Tourismuseinnahmen in Südamerika.

Uruguay – Sicherheit und Kriminalität im Land

Im Großraum Montevideo und in Maldonado/Punta del Este, José Ignacio, Rocha und Colonia del Sacramento gibt es erhöhte Straßenkriminalität, vermehrt Auto- und Hauseinbrüche und von Motorradbanden verübte bewaffnete Raubüberfälle und Diebstähle. Für Touristen bedeutet das: Bargeld sollte nur im nötigen Umfang, Bankkarten in separaten Taschen mitgeführt und Dokumente fotokopiert werden. Auch das Tragen von teurem Schmuck und wertvollen Uhren ist nicht ratsam. Wertsachen, Originaldokumente, größere Geldbeträge und Ersatzkreditkarte sollten in einem Safe versperrt werden.

Uruguay – die Bevölkerung des Landes

Mehr als jeder dritte Einwohner lebt in Montevideo. Die zehn wichtigsten und größten Städte des Landes sind:

  • Montevideo, Rio de la Plata, 1.383.000
  • Salto, Interior del Norte, 104.000
  • Paysandú, Interior del Norte, 73.000
  • Las Piedras, Rio de la Plata, 70.000
  • Rivera, Interior del Norte, 65.000
  • Maldonado, Costa Atlántica, 55.000
  • Tacuarembó, Interior del Norte, 52.000
  • Melo, Interior Central, 51.000
  • Mercedes, Rio de la Plata, 42.000
  • Artigas, Interior del Norte, 42.000

Weitere wichtige Zahlen, Daten und Fakten zur Bevölkerung von Uruguay:

  • Lebenserwartung Männer: Ø 74,3 Jahre
  • Lebenserwartung Frauen: Ø 81,6 Jahre
  • Geburtenrate: 13,6 ‰
  • Sterberate: 9,5 ‰
  • Männer/Frauen: 48,3%: 51,7%

Uruguay – die Geografie des Landes

Uruguay liegt eher niedrig auf einer Höhe von durchschnittlich 109 Metern über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung des Landes (Cerro Catedral) liegt auf 514 Metern Höhe. Das Land hat eine Gesamtfläche von 176.220 km² und eine Küstenlänge von insgesamt 660 km. Uruguay hat im Norden eine 985 km lange Grenze mit Brasilien und im Westen eine 579 km lange Grenze mit Argentinien. Diese gesamte Landmasse entspricht damit ungefähr 49 % der Größe Deutschlands. Uruguay ist damit eines der größten Länder Amerikas und das 91st-größte Land der Welt. Fast die gesamte Fläche Uruguays gehört zur Ökoregion der Pampa, die in Uruguay auch Campo genannt wird. Der Campo ist hüglig und setzt sich nordwärts nach Südost-Brasilien fort, wo er zu einer Hochebene ansteigt. Der Süden des Landes ist nahezu flach. Entlang des Río Uruguay gibt es ausgedehnte sumpfige Ebenen, die häufig überschwemmt werden. Zum Land gehören auch 16 Inseln, darunter etwa:

  • Isla de Lobos
  • Isla Gorriti
  • Isla San Gabriel
  • Isla Juncal
  • Isla Farallón
  • Isla Juncalito
  • Uruguay Island
  • Isla Brasilera
  • Isla de Flores

Uruguay – das Klima des Landes

In Uruguay herrscht ein subtropisches Klima und ist das ganze Jahr über konstant. Das bedeutet: Im Sommer ist es warm und die Winter sind mild. Insbesondere in den Sommermonaten gibt es kaum Niederschläge, und die übliche Verdunstung sorgt für starke Trockenheit. Die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen liegen je nach Jahreszeit zwischen 17 und 30 Grad. In einigen Landesteilen erreichen die Werte tagsüber bis zu 32 Grad. In den kälteren Monaten sinkt die Temperatur je nach Region nachts auf bis zu 7°C im monatlichen Durchschnitt ab. Weil Uruguay auf der südlichen Halbkugel liegt, ist der Januar der wärmste und der Juni mit 5 bis 10° Celsius der kälteste Monat.
 

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