Ein tropischer Inselstaat im Pazifik, bewohnt von den glücklichsten Menschen der Welt und ein Traumziel für Naturfreunde. Wissenswertes über Vanuatu.
Port Vila – Vanuatu ist ein Inselstaat, der zur Inselgruppe Melanesien gehört. Das Staatsgebiet besteht aus 83 Inseln, 67 davon sind bewohnt. Die meisten dieser Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Daher sind die Küsten oft felsig und atemberaubend steil abfallend.
Bekannt und bei Touristen beliebt ist Vanuatu auch wegen üppiger Regenwälder, Kokospalmenhainen, tosender Wasserfälle, dampfend heißen Quellen, strahlend blauen Lagunen als Hotspots für Taucher und einer blühenden Kultur, die sich u. a. in den traditionellen tannesischen Tänzen und Ritualen der Bevölkerung ausdrückt.
Die Kolonialstadt Port Vila auf der Insel Efate ist die Hauptstadt von Vanuatu – eine umtriebige Hafenstadt mit zahlreichen Hotels, Restaurants und mehreren Märkten mit lokalen Erzeugnissen und Kunsthandwerk.
Vanuatu – die wichtigsten Zahlen, Daten & Fakten des Landes
- Hauptstadt: Port Vila
- Staats- und Regierungsform: parlamentarische Republik
- Staatsoberhaupt (Stand: November 2022): Präsident Nikenike Vurobaravu
- Regierungschef (Stand: November 2022): Premierminister Ishmael Kalsakau
- Amtssprache: Bislama, Englisch und Französisch
- Einwohnerzahl: 300.000 (Schätzung aus dem Jahr 2019)
- Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner pro km²
- Fläche: 12.190 km²
- Währung: Vatu (VUV)
- Bruttoinlandsprodukt: + 2,4 % (Schätzung für das Jahr 2021)
Vanuatu – die Geschichte des Landes
Briten und Franzosen, die die Neuen Hebriden im 19. Jahrhundert besiedelt hatten, verwalteten ab 1906 durch ein Abkommen die Inseln gemeinsam. Im Jahr 1980 wurde Vanuatu in die Unabhängigkeit entlassen. Die britische Kolonialherrschaft „hängt“ auf eine – aus europäischer Sicht – kuriose Art und Weise einigen Einwohnern von Vanuatu aber noch heute nach: Das Dorf Yaohnanen auf der Insel Tanna glaubt daran, Prinz Philip (✝ 2021) sei ein Nachkomme eines Inselheiligen, der sie als Heilsbringer von Tod und Krankheit befreit.
Der Gatte der im Jahr 2022 verstorbenen Queen Elizabeth selbst war nie in diesem Dorf zu Gast. Ethnologen gehen davon aus, dass ein Besuch des Prinzgemahls 1974 auf einer anderen Insel Vanuatus zu dieser seltsamen Glaubensverknüpfung führte.
Ein weiteres „Goodie“ aus der Geschichte des Inselstaates: Auf der Insel Pentecost findet jedes Jahr im April und Mai mehrfach das eintägige Ritual des Gol Springens statt. Junge Männer springen dabei von einem Holzgerüst – gehalten nur von einer Liane um den Knöchel – in die Tiefe. Pentecost gilt daher als Wiege des Bungee-Jumpings. Der Sprung symbolisiert den Übergang vom Kind zum Mann. Während des Sprungs ist die Familie anwesend, die Mutter trägt eine Erinnerung aus der Kindheit des Jungen bei sich und wirft diese nach dem geglückten Sprung weg, um zu symbolisieren, dass er nun kein Kind mehr ist. Doch auch viele Stammesältere nehmen an dem uralten Ritual teil, um die Götter gewogen für die kommende Yams-Ernte zu stimmen. Gelingt es einem Springer, mit seiner Stirn die Erde kurz zu berühren, gilt der Sprung als besonders gelungen.
Vanuatu – das politische System des Landes
Vanuatu ist eine parlamentarische Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident, der hauptsächlich repräsentative Funktionen ausübt, wird alle fünf Jahre von einem gemeinsamen Gremium aus Mitgliedern des Parlaments und den Präsidenten der Regionalparlamente gewählt.
Vom 22. September 2014 bis zu seinem Tod 2017 war Baldwin Lonsdale aus der Provinz Torba Präsident des Landes. Seine Wahl erforderte acht Wahlgänge, bis er die notwendige Zweidrittelmehrheit erreichte. Er löste damit den amtierenden Iolu Abil und dessen danach amtierenden Interimspräsidenten Philip Boedoro ab. Nachfolger des in der Region angesehenen Baldwin Lonsdale wurde im Juli 2017 Tallis Obed Moses.
Seit dem 23. Juli 2022 ist Nikenike Vurobaravu Vanuatus Präsident. Regierungschef Vanuatus ist der Premierminister, der vom Parlament mit Dreiviertelmehrheit gewählt wird. Der Premierminister bestimmt selbst die Mitglieder seines Kabinetts. Premierminister ist seit dem 4. November 2022 Ishmael Kalsakau, er folgte Bob Loughman im Amt.
Vanuatu hat ein Einkammersystem. Das Parlament hat 52 Mitglieder, die alle vier Jahre in Mehrpersonenwahlkreisen direkt gewählt werden. Der Premierminister kann das Parlament vorzeitig vom Präsidenten auflösen lassen.
Vanuatu – die Wirtschaft des Landes
Die Wirtschaft von Vanuatu besteht überwiegend aus Landwirtschaft, Tourismus und Fischerei, wobei die Fischerei eine wichtige Rolle zur Versorgung der Bevölkerung spielt. Auch daher ist Vanuatu Mitglied der South Pacific Regional Fisheries Management Organisation (SPRFMO), die sich als internationale zwischenstaatliche Organisation von 15 Mitgliedern das Ziel gesetzt hat, die Fischbestände im Südpazifik zu überwachen und zu bewirtschaften.
Für den Tourismus interessant und wichtig sind v. a. die tropischen Regenwälder, zahlreiche versteckte Wasserfälle im Dschungel, das größte betauchbare Wrack der Welt (noch in Reichweite vom Strand der Insel Espiritu Santo), einer der am leichtesten zugänglichen aktiven Vulkane der Erde (Yasur auf der Insel Tanna), erstklassige Resorts an weißen Sandstränden, Korallenriffe etc.
Wichtigstes landwirtschaftliches Exportgut Vanuatus ist Kopra. So wird das getrocknete Fleisch von Kokosnüssen genannt, aus dem Kokosöl zu Herstellung von Kosmetika, Seifen etc. gewonnen wird. Überall auf den Inseln verteilt findet man kleine Öfen und Anlagen zum Trocknen von Kokosnüssen.
Vanuatu – die Bevölkerung des Landes
Vanuatu ist nicht nur auf Postkarten und Internet-Bildern ein wahres Südsee-Paradies: Die Einwohner landeten 2006 beim vorletzten Happy Planet Index (Index u. a. aus Lebenserwartung, Lebenszufriedenheit, ökologischer Fußabdruck) auf Platz eins der glücklichsten Menschen der Welt. 2016 rangierten nur Costa Rica, Mexiko und Kolumbien vor Vanuatu.
Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zur Bevölkerung des Inselstaates:
- Vanuatu hat 300.000 Einwohner (Schätzung aus dem Jahr 2019)
Etwa 98,5 % der Bevölkerung sind Melanesier.
32,6 % der Bevölkerung sind bis 14 Jahre alt, von 15 bis 64 Jahre sind es 63,7 %, über 64 Jahre sind lediglich 3,7 % der Einwohner.
Vanuatu hat ein jährliches Bevölkerungswachstum von etwa 1,5 %, wobei die Geburtenrate bei 22,72 pro 1000 Einwohner und die Sterberate bei 7,82 pro 1000 Einwohner liegt. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 5,4 %.
Die Lebenserwartung der Bevölkerung liegt im Zeitraum von 2010 bis 2015 bei 71,4 Jahren (Männer: 69,4 Jahre, Frauen: 73,6 Jahre).
26 % der über 15-Jährigen sind Analphabeten.
Vanuatu umfasst 83 Inseln und nur knapp eine Viertelmillion Einwohner. Dennoch werden in Vanuatu 113 unterschiedliche Sprachen gesprochen, dazu kommen unzählige Dialekte. Amtssprache ist Bislama, eine lustige Mischung aus Englisch, Spanisch und Umgangssprache. Bei Touristen sind Bislama-Wörterbücher ein beliebtes Mitbringsel.
Vanuatu – die Geografie des Landes
Das Inselgebiet von Vanuatu erstreckt sich über 1300 km des Südpazifiks und zählt zu Melanesien. Zum Staat gehören 83 Inseln, meist vulkanischen Ursprungs, die überwiegend zur Inselgruppe der Neuen Hebriden zählen. Weiterhin gehören auch die Banks- und die Torresinseln zu Vanuatu. Die Inseln Vanuatus liegen auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der südpazifische Inselstaat Vanuatu ist seit 1994 in sechs Provinzen aufgeteilt. Jede der Provinzen wiederum besteht aus einer Vielzahl von Inseln.
- 1 Malampa mit mehr als 25 Inseln
- 2 Penama mit 3 Hauptinseln
- 3 Sanma mit 29 Inseln
- 4 Shefa 28 Inseln
- 5 Tafea 5 Inseln
- 6 Torba 20 Inseln
Vanuatu – das Klima des Landes
Auf Vanuatu herrscht tropisches Regenklima. Allerdings ohne Jahreszeiten im eigentlichen Sinn, denn es gibt nur einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Im Sommer, November bis März, liegen die Tagestemperaturen bei 28 °C. Im Rest des Jahres kühlt es auf etwa 23 °C ab. Die Luftfeuchte ist das ganze Jahr hoch, am drückendsten im Januar und Februar.
Die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei 22-28 °C. Vor allem zwischen November und April können Wirbelstürme auftreten. Auch Zyklone, Überflutungen, Tsunamis und – da Vanuatu in einer seismisch-aktiven Zone liegt – Erdbeben sind möglich. Die südlichen Inseln Eromango und Aneityum sind relativ trocken und kühl.
Es gibt mehrere aktive Vulkane, insbesondere die Inseln Ambae, Tanna, Ambrym und Gaua. Ambae wurde deshalb vollständig evakuiert. Für Touristen wichtig: Vor einem Aufenthalt in Vulkangebieten sollten die lokalen Behörden (z. B. Vanuatu Tourism Office) kontaktiert werden.