Gefährliches Mücken-Virus breitet sich auf Sardinien und an der Adria aus – schon ein Todesopfer
VonPatrick Mayer
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Aus verschiedenen Orten Italiens werden Fälle des West-Nil-Virus gemeldet. Es ist nicht die erste Tropenkrankheit, die dem Land jüngst zu schaffen macht.
West-Nil-Fieber in Italien: Infektionen auf Sardinien und an der Adriaküste
Und nun hat das südeuropäische Land auch mit einigen Fällen des heimtückischen West-Nil-Fiebers zu kämpfen. Diese wurden auf Sardinien und an der nördlichen Adria rund um Venedig registriert. Das berichteten die Nachrichtenportale Südtirol News und heute.at.
Auf der Mittelmeer-Insel Sardinien musste demnach ein 51-jähriger Mann mit schweren Symptomen, die denen einer Hirnhautentzündung ähneln, nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus in eine Klinik. Er wird im Krankenhaus San Martino in Oristano stationär behandelt, sein Zustand soll laut der Berichte stabil sein.
West-Nil-Fieber in Italien: Auch in Griechenland und auf Zypern Fälle festgestellt
Laut Südtirol News sei bereits im August auf Sardinien ein weiterer Fall festgestellt worden, auch im Vorjahr habe es dort Infektionen mit dem West-Nil-Virus gegeben. Das Virus wird von Stechmücken auf den Menschen übertragen, die zuvor an infizierten Vögeln gesaugt haben.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) verlaufen die Infektionen „überwiegend klinisch unauffällig“. Lediglich bei 20 Prozent der Betroffenen treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen auf. Nur etwa ein Prozent der Infizierten erkrankt schwer und kann etwa an Hirnhautentzündungen (Enzephalitis oder Meningoenzephalitis) leiden.
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Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. Auffällig ist: Durch den Klimawandel nehmen in Süd- und Mitteleuropa ursprüngliche Tropenkrankheiten zu. Im September 2020 hatten sich laut RKI nachweislich mindestens zwölf Menschen binnen kurzer Zeit in Deutschland mit dem West-Nil-Virus infiziert. Laut des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) starb in diesem Jahr eine Person nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus im Mittelmeerraum. Auch in Griechenland, Ungarn, Rumänien, Serbien sowie auf Zypern wurden laut ECDC mehrere Menschen infiziert.
West-Nil-Fieber in Italien: Infektionen zwischen Santa Margherita, Bibione und Lignano Sabbiadoro
Die ECDC dokumentierte zuletzt zudem etliche Fälle des West-Nil-Fiebers an der nördlichen Adria, wo die beliebten Strände in Santa Margherita, Bibione und Lignano Sabbiadoro vor allem Urlauber aus Österreich sowie aus Deutschland anziehen. Jüngst hatte das deutsche Auswärtige Amt wegen eines Dengue-Fieber-Ausbruchs am Gardasee bereits seine Reisehinweise für Italien aktualisiert – auch dabei handelt es sich eigentlich um eine Tropenkrankheit. (pm)