Stärke 5,6

Wieder Erdbeben in der Türkei – Video zeigt, wie Wohnhaus kollabiert

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Die Erde in der Türkei und in Syrien kommt nicht zur Ruhe. Die Katastrophenschutzbehörde AFAD meldet ein Beben der Stärke 5,6.

Update vom 28. Februar, 06.28 Uhr: Die Aufräum- und Sucharbeiten gehen am Dienstag weiter: Am Montag hatte die Erde in der Türkei erneut gebebt. Das Epizentrum eines Erdbebens mit der Stärke 5,6 war die Stadt Mantalya und die Gemeinde Yesilyurt. Das erneute Erdbeben in der Türkei ereignete sich damit drei Wochen nach dem schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien vom 6. Februar.

Fotos vom Montag zeigen, wie ein Mädchen in Mantalya von Rettungskräften geborgen wird. Ob es sich dabei um das Mädchen handelt, dass laut des Bürgermeisters von Mantalya gemeinsam mit ihrem Vater verschüttet war, war zunächst nicht bekannt.

Malatya, Erdbebenkatastrophe in der Türkei: Ein Foto zeigt, wie Rettungskräfte ein Mädchen aus den Trümmern bergen

Neues Erdbeben in der Türkei: Videos auf Twitter zeigen eingestürzte Häuser

Update vom 27. Februar, 19.48 Uhr: Nach dem erneuten Erdbeben mit der Stärke 5,6 in der Türkei zeigen Videos auf Twitter neu eingestürzte Häuser. Aus der Ferne sind die Rauchschwaden über der Stadt zu sehen. Das Epizentrum des Erdbebens lag Berichten zufolge in der Gemeinde Yesilyurt. Die Suche nach den Vermissten läuft weiter. Bislang wird von 110 Verletzten und einem Toten berichtet.

Kritik nach Erdbeben in der Türkei: Hilfsorganisation soll für Zelte Geld verlangt haben

Update vom 27. Februar, 16.32 Uhr: Nach dem Erdbeben in der Türkei gibt es Kritik am türkischen Roten Halbmond, der größten Hilfsorganisation in der Türkei: Die Organisation soll Zelte für die Erdbebenopfer verkauft haben, anstatt sie kostenlos abzugeben. Haluk Levent, Rockmusiker und Vorsitzender der Hilfsorgan Ahbap hatte am Montag gesagt, seine Organisation habe keine andere Wahl gehabt, als pro Zelt umgerechnet etwa 950 Euro zu zahlen.

Der Chef des türkischen Roten Halbmonds, Kerem Kinik, verteidigte sich am Sonntagabend auf Twitter. Er bestätigte, dass 2050 Zelte an Ahbap geliefert worden seien, Gewinn sei aber nicht erzielt worden. Eine für die Herstellung von Zelten zuständige Tochterfirma habe die Zelte zum Preis der Produktionskosten zur Verfügung gestellt, schrieb er. Das Vorgehen löste in dem Land große Empörung aus. Die Chefin der Oppositionspartei Iyi, Meral Aksener, schrieb auf Twitter an die Adresse des Roten Halbmonds: „Schämt Euch!“

110 Verletzte und ein Toter nach neuem Erdbeben in der Türkei - Suche nach Verschütteten dauert an

Update vom 27. Februar, 15.59 Uhr: Nach dem neuen Erdbeben in der Türkei vom Montag berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag davon, dass mindestens ein Mensch getötet und 110 Menschen verletzt wurden. Außerdem seien 32 Menschen aus Trümmern befreit worden, in zwei Gebäuden werde weiter nach Verschütteten gesucht. Das Beben hatte laut der Erdbebenwarte Kandilli eine Stärke von 5,6. Das Epizentrum lag demnach in der Gemeinde Yesilyurt.

Erdbeben in der Türkei und Syrien: Weltbank beziffert Schaden in der Türkei auf 32,4 Milliarden Euro

Update vom 27. Februar, 15.33 Uhr: Das Erdbeben in der Türkei und in Syrien mit mehr als 50.000 Toten hat von der Weltbank nun eine offizielle Schadensbezifferung: Allein in der Türkei soll ein Sachschaden von 34,2 Milliarden US-Dollar (rund 32,4 Milliarden Euro) entstanden sein. Die von der Katastrophe betroffenen Regionen haben in der Türkei demnach die höchste Armutsquote und beherbergen außerdem mehr als 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge.

Die Weltbank schätzt, dass 1,25 Millionen Menschen aufgrund der Schäden an ihren Wohnhäusern oder eines vollständigen Gebäudeeinsturzes vorübergehend obdachlos geworden sind. Dem Bericht zufolge machen Schäden an Wohngebäuden rund 18 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro) aus. 9,7 Milliarden US-Dollar (9,2 Milliarden Euro) betreffen Nichtwohngebäude und 6,4 Milliarden US-Dollar (6 Milliarden Euro) die Infrastruktur wie Straßen oder Strom- und Wasserversorgung.

Bagger arbeiten an der Stelle von Gebäuden, die während des Erdbebens eingestürzt sind.

Der Bericht hat sich nur auf die Schäden in der Türkei und nicht in Syrien konzentriert. Das entspreche vier Prozent des Bruttoinlandprodukts des Landes im Jahr 2021, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Die Kosten für den Wiederaufbau könnten möglicherweise mehr als doppelt so hoch sein. Das hänge auch davon ab, inwieweit neue Bauvorschriften angewendet würden.

Erdbeben in der Türkei: Türkische Fußballfans mit Solidaritätsaktion und Sprechchören gegen Erdogan

Update vom 27. Februar, 15.07 Uhr: Mit einer Solidaritätsaktion reagierten Fußballfans am Sonntag auf das Erdbeben in der Türkei. Wie der Spiegel berichtet, warfen Fans von Beşiktaş Istanbul Kuscheltiere und Spielzeug auf den Rasen, die sie für die Erdbebenopfer gesammelt hatten. Gleichzeitig wurden im Stadion die Namen der vom Erdbeben betroffenen Regionen eingeblendet. Die Aktion spielte sich in Minute 4.17 ab - der Uhrzeit des Erdbebens vom 6. Februar.

„Regierung, tritt zurück!“ fordern türkische Fußballfans im Stadion. Aufnahmen der Sprechchöre werden in den sozialen Medien geteilt.

Das Erbeben in der Türkei hat inzwischen auch eine politische Dimension: Sprechchöre im Fußballstadion forderten nach Berichten der Welt den Rücktritt des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Er steht stark unter Kritik, weil während seiner Amtszeit mehrere Bauten legalisiert wurden, die nicht den offiziellen Ansprüchen an Erdbebensicherheit entsprachen und beim Erdbeben Menschen unter ihren Trümmern begruben. Zudem wurde vielerorts beklagt, dass Rettungsteams zu spät und in zu geringer Zahl und mit zu wenig Ausrüstung in die Krisenregion gekommen seien. Der Präsident selbst bat die Menschen in der Türkei am Montag um Vergebung.

„Aufgrund der großen Zerstörung, der Wetterbedingungen und der Schäden an der Infrastruktur habe man in den ersten Tagen nicht in der „gewünschten Effektivität“ arbeiten können“, sagte Erdogan am Montag in Adiyaman. Der türkische Präsident bat zudem „um ein Jahr“ Zeit, um „die Wunden des Erdbebens zum Großteil“ zu heilen. „Wie jeder Sterbliche können auch wir Fehler, Mängel und Makel haben.“

Nach neuem Erdbeben in der Türkei: Bürgermeister von Malatya Yeşilyurt berichtet von zwei Verschütteten

Update vom 27. Februar, 14.00 Uhr: Nach dem erneuten Nachbeben in der Türkei am Montag berichtet der Bürgermeister der Stadt Malatya Yeşilyurt, Mehmet Çınar, dass sich unter den Trümmern noch mindestens zwei Verschüttete befinden. Gegenüber dem Sender A-Habr: „Derzeit befinde ich mich an der Spitze der Trümmer eines zerstörten Gebäudes. Leider sagen Leute hier in der Umgebung, dass zwei Personen sich unter den Trümmern befinden. Es wurde mir gesagt, dass sie Vater und Tochter sind.“

Neues Erdbeben erschüttert die Türkei: In Matalya bebt die Erde mit Stärke 5,6

Update vom 27. Februar, 12.10 Uhr: Ein neues Erdbeben hat die Türkei erschüttert. Im Yesilyurt-Gebiet der Stadt Malatya kam es nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde AFAD zu einem Beben der Stärke 5.6 auf der Richterskala.

Die Behörden berichten von einem Toten und fast 70 Verletzten. 29 Gebäude seien bei dem Nachbeben zerstört worden. In einem Twitter-Video ist zu sehen, wie ein Wohnhaus in der Stadt Malatya bei dem Erdbeben mit voller Wucht zusammenstürzt. Der mehrstöckige Komplex kollabiert. Das türkische Nachrichtenportal EHA Medya hat die Aufnahmen einer lokalen Zeitung auf Twitter geteilt.

Neues Erdbeben der Stärke 5,6: Die türkische Katastrophenbehörde AFAD meldet einen Toten, mehrere Gebäude stürzten ein

Das Erdbeben ereignete sich in einer Tiefe von rund sieben Kilometern und war auch in umliegenden Städten zu spüren. Unter den Trümmern sei ein Vater zusammen mit seiner Tochter eingesperrt, gab der Yesilyurt-Bürgermeister Mehmet Cinar im Sender AHaber an. Rettungsteams würden sich vor Ort befinden.

Nach schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien: Zahl der Todesopfer steigt auf mehr als 50.000

Erstmeldung vom 27. Februar

Istanbul – Drei Wochen nach der Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und in Syrien ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 50.000 gestiegen. Die Zahl der Toten in der Türkei auf 44.347 gestiegen, das teilt der Chef der Katastrophenschutzbehörde Afad, Yunus Sezer, am Sonntag in Ankara mit. Aus Syrien wurden zuletzt 5.900 Tote gemeldet.

  • Schwere Erdbeben in der Türkei und Syrien: Die Chronologie einer Katastrophe am 6. Februar 2023
  • 13.24 Uhr, Ortszeit: Erdbeben der Stärke 7,5 vier Kilometer von der Stadt Ekinozu entfernt, laut Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS).
  • 4.28 Uhr, Ortszeit: Erdbeben der Stärke 6,8 mit Epizentrum im südtürkischen Kahramanmaras nahe der Stadt Gaziantep 60 Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt.
  • 4.17 Uhr, Ortszeit: Erdbeben der Stärke 7,8 ereignete sich östlich von Nurdagi in der türkischen Provinz Gaziantep und hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS sein Epizentrum im Südosten der Türkei, nahe der Grenze zu Syrien. 

Ausländische Such- und Rettungsteams seien zum größten Teil aus dem Erdbebengebiet abgereist, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu. Noch immer gingen aber Helfer aus dem In- und Ausland Hinweisen auf vermisste Menschen nach. (ml/dpa)  

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