Erziehung

Viele Eltern machen beim Bilderbuch-Anschauen einen Fehler

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Kommunikation ist der Schlüssel zur Sprachentwicklung. Eine Sprachtherapeutin gibt Tipps, wie Eltern ihren Nachwuchs bestmöglich unterstützen können.

Kinder beginnen in der Regel zwischen den ersten zwölf und 18 Monaten zu sprechen. Einige sind schneller und äußern ihr erstes Wort bereits mit neun Monaten, während andere erst mit zweieinhalb Jahren beginnen. Diese Unterschiede hängen von der individuellen Veranlagung und den Fähigkeiten der Kinder ab. Eltern spielen jedoch eine entscheidende Rolle dabei, das sprachliche Talent ihrer Kinder zu fördern und deren spätere Intelligenz zu beeinflussen.

„Das Wichtigste für die Sprachentwicklung besteht im Schaffen von Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten“, erklärt die Logopädin Nathalie Frey BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA. Sie ist am Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik der Universität Würzburg tätig und forscht zur Diagnostik und Therapie von Kindern mit Sprachentwicklungsverzögerungen.

Beim Bilderbuch anschauen mit Kindern immer „versprachlichen, was geschieht“

Eltern sollten „versprachlichen, was geschieht“, rät die Logopädin. Beim Betrachten eines Bilderbuchs mit ihrem Kind sollten Eltern nicht nur auf die Abbildungen zeigen und fragen „Welches Tier ist das?“. Stattdessen könnten sie sagen: „Das ist eine Kuh. Die Kuh ist braun. Ihr Fell ist weich. Wo siehst du noch eine Kuh?“ Diese Methode lässt sich auch auf Ausflüge zum Spielplatz oder in den Zoo übertragen.

Für Babys und Kleinkinder, die noch nicht viele Wörter kennen, sei es sinnvoll, zusätzlich anhand von Gesten und Gebärden zu kommunizieren. So könnten sie auf Dinge hinweisen, für die sie noch keine Worte haben. „Dies kann sich positiv auf die Kommunikation zwischen Kind und Bezugsperson auswirken“, betont Frey. Es unterstütze das Kind auch dabei, seine Bedürfnisse auszudrücken.

Eltern sollten beim Bilderbuch-Anschauen mit Kindern immer „versprachlichen, was geschieht“. (Symbolbild)

Logopädin gibt Eltern einen Rat für die Sprachentwicklung von Kindern

Obwohl wissenschaftlich nicht belegt sei, dass Kinder, deren Eltern Baby-Zeichensprache verwenden, später besser sprechen, sagt Frey: „Durch die Hinzunahme der Hände als Kommunikationsmittel wird Sprache sichtbar“. Sie ermutigt Eltern und Bezugspersonen, „bewusst und aktiv in die Kommunikation mit ihren Kindern zu gehen“. „Dabei ist es egal, ob dies lautsprachlich und/oder zusätzlich mittels Gesten geschieht.“

Frey gibt Eltern folgenden Rat für die Sprachentwicklung bei ihren Kindern: „Nutzen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die Interaktion spannend zu gestalten. Und trauen Sie sich, verstärkt auf die Hände (Gesten) des Kindes zu achten, denn diese beinhalten oft mehr Informationen, als es möglicherweise sprechen kann!“

Rubriklistenbild: © YAY Images/IMAGO

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